﻿ÜEBËR DIE WIRKUNG DER tNDÜCTlÔNSSCHLaGË ETC.
3
«welche Schliessungsschläge erhalten, wahrniinmt, ist Verkürzung derselben in «der Längsaxe und bimförmige Gestaltung des ganzen Körpers und zwar so, «dass das Vorderende sich zuspitzt, während das Hinterende anschwillt.... Ist «die Zusammenziehung sehr heftig gewesen, so ist das hintere Ende fast kuge-«lig, und es sitzt ihm das vordere Ende ungefähr so an, wie das halsförmige «Stück dem eiförmigen Körper von Trachelius ovum; ja es kommt bei sehr «lange fortgesetzten Schliessungsschlägen vor, dass das spitze Ende fast ganz ein-
<	gezogen wird, so dass nun die Paramaecien kugelig erscheinen> (4, S. 866—86?).
Sehr befremdlich, ja unverständlich erscheint die Abhängigkeit dieser Formveränderung von der Stärke der Schläge. Weiter schreibt Schwalbe:
<	Oeffnungsschläge erweisen sich auffallender Weise wirkungslos. Die ersten «auffallenden Veränderungen dieser Art beobachtet man bei Schliessungsschlägen, «wo die secundäre Spirale der primären etwa bis zur Berührung genähert war. «Allein in diesem Falle hielt es schwer die Tiere weiter zu beobachten, weil «sie auf den Beiz des Schliessungsschlages sogleich fortschwammen, so dass man «sie aus dem Auge verlor. Wurden dagegen die Spiralen zur Hälfte überein-<ander geschoben, so waren die oben beschriebenen Erscheinungen besonders «leicht und deutlich zu beobachten, da die Thiere dann bei jedem Schliessungs-« schlage eine Zeit lang an ihrer Stelle wie festgebannt waren und erst nach «und nach sich erholten. Setzte man solche Beizungen längere Zeit fort, so «starben die Tiere, und schliesslich zerplatzte das Tier und zerfloss (4, S. 36?).... «Es wurde zu diesen Versuchen ein Dubois’scher Schlittenapparat benutzt, der «von einem Grove’schen Element getrieben wurde» (4, S. 366). Folglich tritt die Beaction des Zerfalls der Paramaecien bei ziemlich starken Schliessungsschlägen ein, während «die Oeffnungsschläge sich wirkungslos erweisen».
Im Jahre 1867 verfolgte A. Wrzesniowski (5) ausschliesslich den anatomischen Zweck die Unabhängigkeit der Trichocysten von dem Wimper-tegument bei den Paramaecien darzuthun. Er benutzte dabei den D u-B o i s-Beymon d’schen Schlittenapparat und als Elektroden Streifen Blattgold. Er constatirte, dass unter dem Einflüsse starker Ströme (4—5 ctm. Abstand der secundären Spirale von der primären) das Tier sich sogleich stark contrahirte und aus allen Trichocysten noch verschiedenen Bichtungen hin lange Fäden entleerte, so dass es von einer filzartigen Kapsel umgeben zu sein schien (5, S. 44). Nach Unterbrechung des Stromes blieb dasselbe eine Zeit lang unbeweglich liegen, nahm dann seine normale Gestalt an und schwamm davon. In dem Baue des Tieres erfolgte dabei keine Störung, die Cilien behielten ihre Stellung, nur waren die Trichocysten spurlos verschwunden. Bei schwächeren Strömen (die secundäre Spirale steht um 7 ctm. ab) entleerte das Tier, «wenn man den eingeleiteten Strom schnell wieder unterbrach» nur einen Teil der Trichocysten, während die übrigen unverändert blieben. Wird der Strom wieder geschlossen, so werden auch die übrigen Trichocysten entleert. Zuweilen gelingt es den Beiz dermaassen zu reguliren, dass Trichocysten auch noch ein drittes Mal entleert werden. Somit beobachtete A. Wrzesniowski bei der Beizung yon Paramaecia aurelia durch eine Reihe von starken Inductionsschlägen Entleerung der Trichocysten und bemerkte, dass unter dem Einflüsse von Strömen mittlerer Stärke dieselbe allmälig in