﻿UEBER DIE WIRKUNG DER INDUCTIONSSClILäGE ETC.
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tung eintritt. Die Reaction tritt zuerst, d. h. bei geringster Stromstärke, bei dem absteigenden Strom ein.
Bei Oxytricha parallela und Stylonycbia wird auch deutlich wahrnehmbares Zurückzucken beobachtet. Die vorteilhafteste Lage für das Eintreten der Reaction ist, wenn das Peristom der Anode zugewandt ist,—folglich wäre dies die erregbarste Stelle an dem Körper des Tieres. Die Versuche des Autors an Stentoren zeigten, dass sich durch grösste Reizbarkeit nicht das Peristom, sondern die im Zellmund befindlichen Wimpern auszeichnen. Mechanische Reizungen des innern Teils des Peristoms der Vorticellen riefen plötzliche und sehr starke Zusammenziehung hervor; dieselben Erscheinungen beobachtete der Autor auch an Oxytricha und Paramaecien. Bei dem Berührungsreiz kann an Paramaecien Rückwärtsbewegung constatirt werden, wenn dieser mechanische Reiz das Peristom trifft. Betrachtet man diese Reaction auf den mechanischen Reiz als eine indirecte Erregung, welche gewisse Punkte der Körperoberfläche trifft, so sind die Inductionschläge, wie der Autor meint, in der That zu den indirecten Erregungen zu rechnen, da die Reaction der Infusorien auf die einzelnen Inductionsschläge mit den Reactionen, welche auf mechanische Reizung erfolgen, übereinstimmt. Das ist vollkommen klar aus der Zurückzuckung der Oxytricha und Stylonychia, sowie aus den Contractionen der Stentoren und Vorticellen (8, S. 102) zu sehen. Nur die Paramaecien bieten darin eine offenbare Abweichung (8, S. ms).
Sich auf den Vergleich der Reactionen der Infusorien auf mechanische Berührungsreize mit denjenigen auf einzelne Oeffnungsinductionsschläge stützend, zieht der Autor den Hauptschluss, dass die Reaction einiger Infusorien auf einzelne Inductionsschläge der Ausdruck von Erregung der Bewegungsorganoiden ist, und dass diese Reaction infolge der Reizung des Peristommunds, welcher für elektrische Reize eine höhere Reizbarkeit besitzt, eintritt. Infolgedessen ist der Autor mit Jennings (9, S. 239 u. 256) darin nicht einverstanden, dass das Vorderende die erregbarste Stelle an der Oberfläche des Körpers sei.
Frequente Inductionsschläge üben eine richtende Wirkung auf die Paramaecien aus, indem sie dieselben zwingen dem Minus der Oeffnungsschläge zuzuschwimmen. Diese Erscheinung ist schon im Jahre 1886 von V er worn (la, S. 26) constatirt und im Jahre 1889 beschrieben und von Birukoff (10) und mir näher untersucht worden *).
') Die Beschreibung meiner Versuche über die bewegungsrichtende Wirkung der Inductionsschläge wird bald erscheinen, doch halte ich für angemessen schon hier einen historischen Irrtum zu beseitigen, der sich infolge von B. B i r u k o f f’s Arbeit auch in die Lehrbücher eingeschlichen hat; so führt z. B L an g (11, S. ss) in der nmen Auflage seines „Lehrbuchs der vergleichenden Anatomie der wirbellosen Tiere“ die hauptsächlichsten Resultate von Birukoffs Untersuchungen an, nämlich: „die Paramaecien bewegen sich immer in jenen Teilen des Tropfens fort, wo die Stärke des circuli-„renden Stromes die geringste ist, und lagern sich an der Oberfläche der Elektrode so, dass sie die „Theile derselben frei lassen, wo die Dichtigkeit des Stromes am grössten ist“. Die Billigkeit fordert es, darauf hinzuweisen, dass die Methodik dieser Versuche, sowie die Resultate derselben schon im Jahre 1889 von Verworn in einigen Zeilen vortrefflich dargelegt wurden. B. Birukoff kommt nur das Verdienst zu, die Form der Elektroden verschiedentlich abgeändert zu haben, was jedoch die Resultate, die auch in V e r w o r n’s Lehrbuche aufgenommen sind, nicht im geringsten beeinflusst hat. Verworn schrieb im Jahre 1889 Folgendes: „Eine eigenthümliche Erscheinung zeigt sich,