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UEBER DIE WIRKUNG DER INDUCTlONSSCHLaGË ETC.
der Veränderung in der Thätigkeit der Wimpern, welcher oben beschrieben wurde, nicht wahrnehmen.
d.	In manchen Fällen sind die Reizschwellen für den aufsteigenden und den absteigenden Schlag verschieden. Diese Thatsache wurde in ganz letzter Zeit als eine gesetzmässige Erscheinung von E. R o e s 1 e beschrieben, obgleich mir dieselbe auf Grund eigner Beobachtung vor der Veröffentlichung von E. R o e s 1 e’s Arbeit (8, S. uö) bekannt war. Hier kann ich nur dessen Satz bestätigen, dass die Reaction der Paramae-cien auf einen einzelnen Inductionsöffnungsschlag, die sich durch eine deutlich wahrnehmbare Rückwärtsbewegung kundgiebt, bei dem absteigenden Schlage früher, als bei dem aufsteigenden, eintritt; wobei ich aber hinzufügen muss, dass dies nicht bei allen Paramaecien beobachtet wird. Ausserdem ist die Reaction selbst, wie die aus R o e s 1 e’s Arbeit citirte Stelle (S. 4) zeigt, von ihm anders beschrieben worden. Die Reizschwelle ist im ersten Falle höher, d. h. wenn die Anode auf den Vorderteil des Körpers einwirkt, so tritt die Reaction bei schwächeren Strömen, als bei der entgegengesetzten Richtung des Schlages ein; mit andern Worten, das Vorderende des Körpers erscheint erregbarer. Doch ist der Schwellenwertunterschied gewöhnlich nicht so bedeutend, wie in E. R 0 e s 1 e’s Protocoll angegeben ist; in seinen Versuchen war der Rollenabstand = 1 ctm., wogegen in den mei-nigen es zuweilen genügte die Rollen um 1 — 2—3 mm. zusammenzurücken, damit bei einer und derselben langsam schwimmenden Paramaecie der aufsteigende Schlag eine Reaction hervorrufe; die Reizschwelle für den absteigenden Schlag begann, wie schon gesagt, bei 17—16 ctm. Abstand der Spiralen.
Die Gesetzmässigkeit dieser Erscheinung wage ich auf Grund meiner Versuche nicht zu behaupten, da diese Thatsache nicht in allen Fällen, ohne Ausnahme, beobachtet wird.
Als Beispiel will ich folgenden Versuch aus den Protocollen anführen:
Tropfen Gummi - Tragacanth ziemlich dichter Consistenz; der 3-te Tag; die Bewegungen der Paramaecien sind sehr verlangsamt, aber frei; der Körper ist normal gestreckt; das allgemeine Aussehen und die Thätigkeit der Wimpern normal. Un-polisirbare Thonfadenelektroden, der Abstand der Spiralen = 8 ctm. 2 Paramaecien schwimmen einander entgegen. In der Lage Fig. 2 a—b pressen sich nach einem Inductionsöffnungsschlage alle Wimpern bei beiden Infusorien in der Richtung nach dem Vorderende hin an den Körper; die Paramaecien schnellen in entgegengesetzten Richtungen ab. Danach folgt das normale Spiel der Wimpern. Keine anderen Erscheinungen wurden dabei bemerkt.
e.	Versuche mit einer und derselben Infusorie zeigen, dass bei der Querlage derselben (Fig. 8c), d. h. wenn die Längsaxe des Körpers senkrecht zu der Stromrichtung ist, zuweilen, aber wieder nicht immer, keine Veränderung in der Arbeit der Wimpern bei demselben Schlage bemerkt wird, welcher bei einer in der Richtung des Schlages oder ihm entgegen schwimmenden Infusorie eine Reaction hervorruft; auch bei der Lage des Tieres unter irgend einem Winkel zu der Richtung des Schlages wird kein merklicher Effect bei der gegeben Stärke des Schlages beobachtet. — Für diese Lagen trat
Fig. 2, a—b. Zwei in ent-gegengetzten Richtungen schwimmende Paramaecien; erstes Stadium der Reaction — Schlag der Wimpern nach vorn.