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UEBER DTE WIRKUNG DER INDUCTIONSSCHLRGE ETC.
5. Reaction der Paramaecien in Meerwasser und in
0,5 %-i g e r Na C 1-L ö s u n g.
Die Anpassungsfähigkeit der Infusorien an verschiedene chemische Medien ist eine festgestellte Thatsache. Schon im Jahre 1854 constatirte Cohn (24), dass Euplotes anscheinlieh ungefährdet in Meerwasser leben konnte, dessen Kochsalzgehalt langsam und allmälig bis auf 12% gebracht worden war. Fahr e-D o m e r g e fand, dass Süsswasserstylonychien und- paramaecien sich einem 2,5%-igen Gehalt an NaCl anpassten. Dasselbe constatirten auch Ver-worn, Massart, I a su da (25) u. a. Um positive Resultate erhalten zu können, darf man eine chemische Substanz nur ganz allmälig zugeben. Die letzten Untersuchungen von Goldberger (26) haben gezeigt, dass eine rasche Zugabe selbst geringer Mengen anorganischer Salze, z. B. 0,3% NaCl, Riger’scher oder H o w e 1 l’scher Lösung, rasche morphologische Veränderung des Protoplasma und den Tod der verschiedenen Protisten zur Folge hat.—Die galvanotaxischen Untersuchungen von Biru ko ff (10, S. 581), welcher kategorisch behauptete, dass in physiologischer Kochsalzlösung die Paramaecien unter der Einwirkung frequenter Inductionsschläge sich gegen die Anode hin bewegten, wurden unter unmittelbarem Zusatz von NaCl zum untersuchten Tropfen angestellt, wie auch früher Loeb und Budgett1) 27, S. 532) getlian hatten. H. Jennings (31), Goldberger (26) u. and. wiesen darauf hin, dass unter diesen Bedingungen sofort eine bestimmte ziemlich complicirte Reaction der Infusorien auf den eingeführten chemischen Reiz ein-tritt; deshalb bediente ich mich bei meinen Versuchen nur solcher Infusorien, die sich einem bestimmten chemischen Medium längere Zeit angepasst hatten, so dass die Thätigkeit ihres Wimperapparats eine ganz normale war.
Zu einem bestimmten Volum einer Kultur von Paramaecien in Heuaufguss wurde im Laufe einer Woche tropfenweise ein gleiches Volum Wasser aus dem Schwarzen Meere zugegeben. Die Paramaecien passten sich diesem neuen Medium vorzüglich an. Auf dieselbe Weise wurden zu irgend einem Volum Infusorien enthaltenden Infusums tropfenweise gleiche Volumina 1%-iger Kochsalzlösung in einer Dauer von 24—48 Stunden zugesetzt. 2-3 cc. solcher Kulturen wurden in kleine Probiergläschen gebracht und im Interesse der Verlangsamung der Wimperbewegung eine der schleimigen oder colloidalen
*) Die Analyse des Wassers aus dem Schwarzen Meere ergab folgende Zahlen: der Gehalt an anorganischen Salzen auf 1000 Teile Wasser (28, S. 459—«o) betrug:
Chlornatrium......................................  14.19
Chlorkalium......................................... 0.1S
Chlormagnesium...................................... 1.30
Schwefelsäure Magnesia............................   1.47
Schwefelsaurer Kalk................................. 0.10
Doppeltkohlensaure Magnesia......................... 0.20
Doppeltkohlensaurer Kalk............................ 0.36
Brommagnesium..................................... Spuren
17.66