﻿ÜEBER DIE WIRKUNG DER INDÜCTIONSSCIILÄGE ETC.
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dieselben, sich senkrecht zu der Körperoberfläche stellend, wieder träge zu arbeiten anfangen; d) intensive Inductionsöffnungsschläge (5 ctm.) bewirken Bewegung der Wimpern nach vorn, welche raschen und energischen Schlägen nach hinten und rascheren Vorwärtsbewegungen Platz machen; dieselbe .Reaction wird zuweilen auch bei vollständigem Zusammenrücken der Rollen erhalten, doch ruft ein zweiter Schlag keinen Effect mehr hervor,— nach intensiver Reizung ist die Erregbarkeit des Wimperapparats stark herabgesetzt; einige Zeit darauf erholt sich die lnfusorie wieder und reagirt auf eine Reizung; nach der Einwirkung ^on 3—4 intensiven Inductionsschlägen beobachtet man starke Deformation des Protisten; derselbe bekommt eine halbmondförmige Gestalt mit höckerigen Ausbuchtungen oder feinkörnigem Zerfall an der Peripherie.
Stentor polymorphus.
Diese morphologisch hoch differencirte lnfusorie stellt ein sehr geeignetes Object für viele physiologische Versuche vor. Infolge einer besonderen Diffe-rencirung der Wimpern ist das Peristom derselben sehr erregbar, der Körper—sehr contractil, da das Endoplasma von zahlreichen contractilen Elementen in Gestalt von Muskelnbrillen, den sog. Myonemen, durchzogen ist. Versuche mit derartigen Objecten erfordern, wie solche mit Vorticellen, eine besondere Methodik.
Die Wirkung einzelner Inductionsschläge auf die Stentoren wurde von W. Schewiakoff (32, S. 32) untersucht und in ganz letzter Zeit von E. R 0 e s 1 e sehr eingehend studirt.
Frei umherschwimmende Stentoren bleiben sogleich nach dem Inductionsöff-nungsschlage einen Moment lang stehen und contrahiren ihren Körper. Ihre kleinen zarten Wimpern schlagen nach vorn.
Ein Stentor, der sich mit seinem Stielende festgesetzt und röhrenförmig ausgestreckt hat, reagirt sogleich durch plötzliche rasche Contraction des ganzen Körpers, der eine eiförmige oder kugelige Gestalt annimmt. Die Reaction fängt bei 38—35 ctm. Rollenabstand an, folglich ist diese lnfusorie im Vergleich zu den übrigen weit erregbarer. Die Lage des Protisten zu der Stromrichtung übt auf den Eintritt der Reaction einen entscheidenden Einfluss aus. Die Differenz der Schwellenwerte für die verschiedenen Stromrichtungen, der Längs-Quer-und Schrägrichtung, ist ein sehr bedeutender. Wenn z. B. ein absteigender Längsschlag bei 35 ctm. wirksam ist, so ruft ein aufsteigender erst bei 32,5—30 ctm. und ein Querschlag erst bei 28—25 ctm. Rollenabstand eine Reaction hervor; folglich ist der Stentor bei einer Reizung durch den Inductions-öffnungsschlag dann am erregbarsten, wenn die Anode des einwirhenden Schlags auf das Peristom kommt. In dieser Beziehung stimmen meine Versuche vollständig mit den von E. Roes le (8) erhaltenen Ergebnissen überein.
Wenn man einen nach der Reizung contrahirten und noch nicht wieder ausgestreckten Stentor durch einen neuen schwachen Inductionsöffnungsschlag reizt, so ist die Contraction seines eiförmigen Körpers immer bedeutender an dem der Anode zugewandten Ende, sei es das Hinter-oder das Vorderende; bei der Inversion des Schlages ist die Contraction wieder deutlicher an der Eintrittsstelle des Stroms, d. h. an der Anode, zu bemerken.