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UEBER DIE WIRKUNG DER INDUCTIONSSCHLÄGE ETC.
Thygmotaxis und Reizung durch den Inductionsschlag.
Die Reaction thygmotaktischer Infusorien ist, dem Charakter ihrer Auslösung nach, dieselbe wie diejenige von frei umherschwimmenden, tritt aber meist erst bei einem intensiveren Schlage ein. Bei einer frei umherschwimmenden Para-maecie findet schon eine locale Reaction an der anodischen Seite des Körpers statt, wenn eine thygmotaktische erst durch leichtes Zurückzucken reagirt oder dem Reiz gegenüber noch ganz unempfindlich bleibt. Eine gleiche Herabsetzung der Reaction wird auch bei anderen Infusorien, z. B. bei Colpidium colpoda, Chi-lodon cucullulus, Stylonychia mytilus u. a, beobachtet, wenn dieselben thygmo-taktisch geworden sind. I hygmotaktische Infusorien beginnen kaum zureagiren bei einen Oeffnungsschlage von solcher Intensität, welcher bei frei umherschwimmenden Infusorien eine deutliche Reaction bewirkt; oder die ersteren reagiren gar nicht aul schwache Schläge, die bei frei schwimmenden Individuen schon Rückwärtszucken oder Rückwärtssprünge bewirken.
Wie aus allen beschriebenen Versuchen zu ersehen ist, ruft ein einzelner Inductionsöffnungsschlag unfehlbar irgend ein Stadium der Reaction, in Abhängigkeit von der Intensität des Stromes, hervor. Wird bei einer gegebenen Reizschwelle keine Reaction beobachtet, so ist der Schlag von dieser Intensität unwirksam. Wenn in einem und demselben Tropfen bei einigen Paramaecien das zweite Stadium der Reaction — Contraction des Ectoplasma — bei andern dagegen erst das erste Stadium — das Umschlagen der Wimpern nach vorn— beobachtet wird,—so bedeutet das, dass auf die ersteren ein Schlag von geringerer Intensität wirksam ist als auf die letzteren: eine andere Deutung der Ursache der schwächeren Wirkung des Schlages auf diese ist nicht möglich. Ein gewisses Reactionsstadium wird stets bei einer bestimmten Intensität des Schlags erhalten. Reagirt eine thygmotaktische Infusorie bei einer gewissen Reizschwelle schwächer als eine frei umherschwimmende, so ist es so fern zu verstehen, dass auf dieselbe ein Schlag von geringerer Intensität einwirkt.
Die Detrithäufchen, neben denen die thygmotaktischen Protisten sich aufhalten, sind gewöhnlich von ziemlich bedeutendem Umfange, fast immer ungleich grösser als diese; in der Nähe derselben beobachtet man fast immer grosse Mengen Infusorien. Gerade in solchen Fällen, d. h. wenn die Infusorien neben grösseren Detrithäufchen thygmotaktisch sind, reagiren sie in der Regel garnicht, sogar auf einen Schlag von solcher Intensität, welcher bei frei umherschwimmenden Paramaecien Contraction bewirkt; das bedeutet, dass ein Detrithäufchen mit thygmotaktischen Paramaecien von einem weniger intensiven Schlag durchströmt wird. Wir erinnern daran, dass wenn die Tropfenschicht dick genug ist, die Detrithäufchen meist an der Oberfläche schwimmen; die Sache ist etwas anders gestaltet, wenn der Tropfen mit einem Deckgläschen bedeckt ist. In diesen Fällen stellen die Tropfen kein gleichartiges Medium, sondern Flüssigkeit und Detrithäufchen vor. Der Strom, der eine Ebene in der sich ein Detrithäufchen befindet durchströmt, verzweigt sich: der eine Zweig dringt durch die Flüssigkeit, der andre durch das Detrithäufchen. Selbstverständlich geht durch das