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UEBER DIE WIRKUNG DER INDUCTIONSSCHLÄGE ETC.
hinkommt. Die Contraction ist die directe Reaction auf die Reizung, da dieselbe nur in dem Moment der Reizung eintritt und sogleich nach dem Aufhören derselben ein Ende nimmt. Eine frei umherschwimmende Infusorie kann durch eine Reihe von Schlägen, die in Zwischenräumen von je 1"—2" auf einander folgen, gereizt werden, und jedesmal wird Contraction des Ektoplasma an immer neuen Stellen wahrgenommen, nämlich an denjenigen, welche die Infusorie der Anode zuwendet.
Die nächste Ursache dieses erregenden Einflusses des Stromes auf die lebendige Substanz bleibt noch immer in Dunkel gehüllt.
5. Die Energie der localen Reaction bei den Paramaecien und bei La-crymaria olori steigt mit der Intensität der Reizung. Das an der anodischen Seite stark contrahirte Ektoplasma bewirkt bei den Paramaecien in der Gegend der Anode jähes Hinausschleudern des Inhalts derTriehocysten in Gestalt von mehr oder weniger langen Fäden oder Nadeln; die hinausgewoiv fenen Nadeln machen sich augenblicklich von der Körperoberfläche los; dieselben bestehen aus einer homogenen, collo'idalen, in dem sie umgebenden Medium nicht löslichen Substanz; die Fäden oder Nadeln ordnen sich immer zu irgend einer bestimmten Figur, stets in normaler Richtung zu der Körperoberfläche, zusammen (Fig. 4, 5, 6, 7 u. 8; S. 21 u. 27).
Versuchen wir nun zu erklären, warum jede Trichocystennadel normal zu der Körperoberfläche hinausschiesst und warum bei einer gewissen Intensität des Schlages bei den Paramaecien locale Contraction des Ektoplasma beobachtet wird. Die Antwort auf diese Fragen ist eine sehr einfache, wenn wir in einigen Worten an die morphologische Structur des Ektoplasma der Paramaecien erinnern.
Das Ektoplasma der Paramaecien ist nach aussen durch eine ziemlich dicke, dunkle, structurlose Hülle—die Pellicula und die Alveolarscbicht—begrenzt, welche nach aussen Verdickungen bildet, die in gleichen Zwischenräumen von einander liegen. Die äussere Hülle zwischen diesen ist concav ausgebogen, und die Verdickungen selbst sind nichts anderes als die Stellen, in denen die drei gemeinschaftlichen Seiten dreier nächstgelegener Flächen zusammenstossen; denn die ganze Alveolarschicht besteht aus hexagonalen Flächen, aus deren Centrum je eine Wimper hervorragt, welche die homogene Membran und die Pellicula so zu sagen durchbohrt. Unter der Pellicula liegen die Triehocysten—besondere Gebilde in Gestalt von stäbchenförmigen oder nadelförmigen Körperchen, die unter ziemlich starker Vergrösserung spindelförmig erscheinen und an ihren Enden fein zugespitzt sind; dieselben sitzen fest unter der Pellicula, gewöhnlich rechts und links von der Basis jeder Flimmercilie, so dass jede hexagonale Fläche 2 Triehocysten besitzt (S. Fig. 12, Taf. 26; K. Kölsch, 22). Das distale Ende der Trichocyste stösst an die Pellicula, das proximale liegt an Her inneren Grenze des Ektoplasma. Die Ektoplasmaschicht ist bei den Pa-ramaecieien so dick, dass die ganze Trichocyste, deren Länge 4 p.. beträgt, darin eingeschlossen ist (K. Kölsch, 22, S. 281—284). Eine jede Trichocyste endigt nach aussen mit einem Stäbchen von gleichmässiger Dicke, dessen Länge ungefähr Ve—Vs der allgemeinen Länge der Trichocyste ausmacht. Diese erscheinen viel dunkler und stärker lichtbrechend als das umgebende