﻿ZUR FRAGE NACH DER EINWIRKUNG SËMlTlVER REIZE ETC.
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einander als die Ruhepausen überall gleich. Man sieht ferner (bei B), dass die Ermüdung mit einer bedeutenden Erniedrigung der Bewegungen verknüpft ist. Sonderbarerweise macht sich diese Aenderung als eine frequentere Aufeinanderfolge der Schläge fühlbar.
Nachdem ich die soeben beschriebene Kunst erworben hatte, waren noch die günstigsten Bedingungen des Rythmus und der Belastung zu finden, unter welchen eine unaufhörliche, stundenlange Arbeit ohne Ermüdung möglich wäre. Hierbei liess ich mich durch die Analogie mit den Athembewegungen leiten. Diese nehmen bei der Muskelarbeit an Frequenz zu und sind dem Gefühle nach von kaum merklicher Anstrengung begleitet. Dementsprechend blieb ich bei 20 Hebungen per 1' und bei einer Belastung (1,4 kilo in runder Zahl) stehen, bei welcher die Anstrengungen obgleich deutlich, jedoch noch als sehr leichte sich fühlen lassen.
4. Jetzt begann der langweiligste Tlieil der Arbeit — das Einüben in das stundenlange Arbeiten1) ohne Unterbrechung; und da es mir unmöglich war, mich auf die Dauer in eine Maschine umzuwandeln, so entschloss ich mich daneben noch die Lösung einer für die Praxis nicht unwichtigen Frage über die relative Wirksamkeit verschiedener Erholungsweisen ermüdeter Muskeln vorzunehmen. Die Uebungen gaben mir zuletzt die Möglichkeit eine 4-stiindige Arbeit (4800 Hebungen) ohne Ermüdung auszuführen, und die Nebenversuche, namentlich der Vergleich zwischen zwei Erholungsweisen des ermüdeten Arms— Erholung durch zeitweiliges Aufhören der Arbeit und die durch ein ebenso langes Uebertragen der Arbeit auf den anderen Arm—ergaben ein höchst unerwartetes Resultat. Seit jener Zeit hat sich meine Arbeit, so zu sagen, entzweit indem ich meine Zeit bald der weiteren Ausführung des vorgesteckten allgemeinen Planes, bald dem Ausbeuten des unerwartenen Fundes widmete. Schliesslich blieb die erstere unvollendet, als ich mit dem zweiten schon fertig wurde. Auch bezieht sich alles weiter Auszuführende ausschliesslich auf den unerwarteten Fund; und wenn ich dessenungeachtet so viel von dem bei Seite gelassenen Plane und dessen möglicher Ausführung gesprochen habe, so ist dieses deshalb geschehen, weil die Beschreibung der Untersuchungsmethode unentbehrlich war, und diese ihren Grund nur in dem allgemeinen Plane hatte.
Ehe ich jedoch zu dem neuen Gegenstände übergehe, will ich noch am Schlüsse des Paragraphen zwei Myogramme (Fig. 6) unausgesetzter Arbeit ohne Ermüdung anführen. Das längere (a) bezieht sich auf die Arbeit von 70' mit 700 gr. Belastung und 80 Hebungen per P, enthält also 2100 Hebungen; und in dem zweiten (b) sind getrennt voneinander 3 verschiedene Stadien der obenerwähnten 4-stiindigen Arbeit, bei 1,365 kilo Belastung und 20 Hebungen per 1', angegeben, nämlich die letzten 15' der 1-en Stunde, die letzten 3' der dritten und die letzten 20' der 4-ten Stunde. Beide Myogramme zeugen, glaube ich, deutlich genug für die Abwesenheit von Ermüdung und für die Constanz der automatischen Bewegungen unter den unveränderten Bedingun-
*) Manchmal wirkte die dauernde Einförmigkeit der Bewegungen sogar hypnotisirend — man wurde schläfrig, und dann nahmen die Hubhöhen an Grösse bedeutend ab.