﻿ZUR FRAGE NACH DER .EINWIRKUNG SENSITIVER REIZE ETC.
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finden Process voraussetzt (von dem wir in der That nichts Bestimmtes wissen, namentlich ob die von aussen kommenden Erregungen etwa die auf die Bewegungscentra wirkenden Impulse verstärken, oder die Erregbarkeit dieser Centra erhöhen), und sofern wir berechtigt sind *das in Rede stehende Arbeitsorgan als eine Maschine zu betrachten.
ad b) Dieselbe Auffassungsweise kann aber auch auf jene Fälle (Punkt b) ausgedehnt werden, in welchen die künstliche (elektrische) Erregung des Nervensystems zu einer Zeit wirkt, wenn das arbeitende Organ thätig ist; weil ihre Wirkung jetzt in einer Steigerung der Energieausgaben des ermüdeten Organs besteht, was ohne Zufluss von Energie von aussen unmöglich wäre.
ad c) Beim Menschen sind aus alltäglicher Erfahrung zwei Zustände des Nervensystems bekannt, welche mit den Namen <gehobene> und <gedrückte Stimmung » belegt werden und welche sich unter anderem durch Lebhaftigkeit und Trägheit der Bewegungen kundgeben. Es ist offenbar erlaubt diese Zustände, mit den sie begleitenden Gefühlen, als Zeichen erhöheten oder herabgesetzten Energievorrats im centralen Nervensystem aufzufassen—ersteres, weil die gehobene Stimmung ihren Grund sehr oft in den äusseren Eindrücken auf das Nervensystem hat, letzteres, weil das die gedrückte Stimmung begleitende Gefühl der Mattigkeit viel Gemeinsames mit demjenigen hat, welches die ermüdenden Arbeiten begleitet. Nimmt man nun die letzte Analogie als eine plausible an, so wird einerseits das Gefühl der 'Ermüdung als Zeichen des herabgesetzten Energievorrates, andererseits auch das Verschwinden desselben infolge des durch sensitive Eindrücke erhöheten Arbeitsvermögens, resp. des erhöheten Energievorrathes im centralen Nervensystem, verständlich. Man denke, zur grösseren Ueberzeugung von der Wahrscheinlichkeit des soeben Gesagten, an die Wirkung der Musik auf die durch Marschiren ermüdeten Soldaten, oder an die erheiternde und belebende Wirkung des Gesanges bei der Arbeit.
Somit war es allerdings möglich die Hauptergebnisse der Untersuchung von einem und demselben Gesichtspunkte aus zu erklären namentlich mit Hülfe des Begriffes «Ladung der Nervencentra mit Energie».
Zu Gunsten dieser Erklärungsweise mag schliesslich noch folgendes angeführt werden.
7. Es waren von mir schon längst am Frosche folgende Thatsaehen experimentell bewiesen worden.
a) die Fähigkeit der Nervencentra sensible im einzelnen unwirksame Stösse (dem n. ischiadicus applicirte Inductionschläge) zu einem motorisch wirksamen Impuls zu summiren, wenn die Stösse mit genügender Frequenz aufeinander folgen *);
ß) starke motorische Nachwirkungen eines starken Tetanisirens des sensiblen Nerven; diese bestehen in Folgendem: solange das starke Tetanisiren dauert, sind die Bewegungen gehemmt, sobald aber die Reizung unterbrochen wird, treten dieselben in verstärktem Grade hervor 2); und
*) Ueb. d. elektr. u. cbem. Reiz. d. sens. Nerv. u. s. w. Graz., 1868.
*) Ebendaselbst.
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