﻿Das Globulin des Blutfarbstoffs.
Chromoglobin.
Synonyme'. Albumin — Lecanu, Globulin — Berzelius, Subrub>'in—0’ Schau y ne sy, Casein— Simon und, Dumas &>' Ca hours, Aibuminat—6'. Schmidt,Tommell ine—Robin "et Verdeil, Metaglobulin —Panum, ßb-rinoplaslische Substanz — A. Schmidt, Globin — Dreyer und Schulz und Chromoglobin—Morochowetz.
Von Prof. Leo Morochowetz.
Geschichte der Benennung „G1 o b u 1 i n“. Die Einführung der Benennung „Globulin“ in die chemische Nomenclatur wird gewöhnlich Berzelius zugeschrieben, wobei jedoch der entsprechenden Quelle entweder garnicht erwähnt oder auf Berzelius’ Lehrbuch vom Jahre 1840 (8 p. 62) hingewiesen wird. Den einzigen Hinweis auf einen früheren Ursprung dieser Benennung, der aber noch immer mit dem Namen Berzelius verbunden ist, finden wir in Wittstein’s Wörterbuch (61 p. 588). Doch wird, so viel mir bekannt ist, weder in den von Wittstein angeführten Quellen noch in anderen Ausgaben der Berzelius’schen Werke, und auch nicht in den Werken anderer Autoren bis zum Jahre 1839 erwähnt, dass Berzelius vor Lecanu’s im Jahre 1830 erschienenen Arbeiten sich des Wortes „Globulin“ bedient hätte.
Am 15 August 1830 machte L. B. Lecanu der pariser Akademie der Wissenschaften die Mitteilung (28 p. 21; 27 p. 564;	29 p. 539;	31 p. 69), dass der
Farbstoff des Blutes, den er, zum Unterschied von Chevreul’s Hämatin (10 p. 168), dem Farbstoff des Campecheholzes, Hämatosin oder Zoohämatin benannte, bei einer gewissen chemischen Behandlung in Albumin und einen neuen Farbstoff „Globulin“ Q, das heutige „Hämatin“, zerfällt. Ausser diesem chemischen Ausdruck „globuline“ begegnet man in der französichen Literatur auch noch dem Diminutiv von globe, globule, globulin (36. p. 1882), deren sich Turpin 3), jedenfalls vor Berzelius, nicht nur zur Bezeichnung einzelliger Pflanzenorganismen (57 p. 720), Chlorophyllkörner (59 p. 405), sondern auch zu derjenigen des körnigen Detritus der rothen Blutköper-chen (58, p. 252) bediente.
() „D’après cela, l’hématosinc ou matière colorante des chimistes, constituerait un véritable composé d’albumine et d’une matière colorante encore inconnue, que je proposerai de désigner sous le nom de globuline, pour la distinguer du composé dont elle fait partie et pour lequel on devra réserver le nom d’bématosine, de zoohématine ou d'bémocroïne“ (28 p- 21).
2) Bei Robin & Verdeil (46 p. 354) begegnet
man einem Satze, der zu Misverständnissen Veranlassung geben könnte; die Synonyme des Globulins anführend, fugen die Autoren hinzu: Ce
n’est pas la globuline de Turpin.......“. Turpin
gebrauchte nicht den Ausdruck „globulin e“, sondern „g 1 o b u 1 i n“—ohne „e“, Diminutiv von „globe“ u. s. w. (Turpin 57 p. 720; 59 p. 405; 58 p. 252; Littré—36 p. 1882; dasselbe auch bei Nysten—41 p. 405).