﻿DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.
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Stoff selbst, wobei das Albumin gerade die Hälfte ') des Gewichts des Blutfarbstoffs (29 p. 554) betrug.
Aus dem Gesagten erhellt, dass Lecanu der erste gewesen ist, welcher reines Hämatoglobin erhalten, auf den Zerfall des Hämatoglobins in einen Proteün-körper und Hämatin hingewiesen und vielleicht auch Chromoglobin, das heisst die von den andern Protemkörpern des Blutes freie Protemsub stanz von dessen Jarbstoff, wenn auch im gerronnenen Zustande, erhalten hat.
Berzelius jedoch, der Lecanu’s Idee nicht begriffen hatte, sprach anfänglich (5 p. 317) dessen Beobachtungen jegliche Bedeutung ab, indem er die Reaction des von Lecanu ausgeschiedenen braunen Farbstoffs (Hämatin) für Reactionen des gewöhnlichen Blutfarbstoffs (Hämatoglobin) 2) erklärte. In der Folge jedoch war Berzelius genötigt die Richtigkeit von Lecanu’s Schluss anzuerkennen (7 p. 315; 8 p. 60), obgleich er dennoch Tiedemann und Gmelin als dessen Vorgänger betrachtet—eine Ansicht, welche beinahe von allen späteren Autoren geteilt wurde.
Auf Grund unserer oben angeführten historischen Untersuchungen wagen wir es zu behaupten, dass schon im Jahre 1812 Berzelius selbst, ohne übrigens sich davon Rechenschaft zu geben, denselben Protemkörper und zwar, wie wir schon oben gesehen, in viel reinerer Gestalt als Tiedemann & Gmelin erhalten hatte; endlich besasscn Gmelin & Tiedemann und nach ihnen Lecanu bei ihren Untersuchungen als Ausgangspunkt Berzelius’ Arbeit vom Jahre 1812. Wenn man schon Berzelius’ Ansicht teilen wollte, so würde die Priorität jedenfalls Parmentier und Deyeux (p. n. 3) gehören.
Dem Andenken des grossen Gelehrten zu Ehren wollen wir die oben beschriebene Behandlungsmethode des Hämatoglobulins mit Essigsäure, dann mit Ammoniak das Berzelius"sehe Verfahren nennen.
Die auf Lecanu’s Arbeit folgenden Untersuchungen von O'Shaugnesy (42 p. 254) und Simon (49 p. 35; 51 p. CXIV) standen, was die Ausführung betrifft, den Arbeiten ihrer Vorgänger nach. So behandelte ersterer den Blutfarbstoff, nachdem er ihn, gleich Lecanu, aus dem Blutcoagulum erhalten hatte, einfach mit kochendem Alkohol, wobei er aus dem abgekühlten Filtrat eine Substanz erhielt, die er Subrubrin benannte; einer weiteren Reinigung wurde dieser Körper nicht unterworfen. Simon behandelte das getrocknete Blut mit Alkohol ebenso wie Gmelin & Tiedemann, (p. n. 74). Wrie bei diesen Autoren, schied sich auch bei Simon nach der Abkühlung des Alkoholextracts eine Protein Substanz ab, welche Simon wegen ihrer Eigenschaft sich in heissem Alkohol zu lösen und nach der Abkühlung des letzteren auszufallen, für Casein ansah, da Simon diese Eigenschaft für das Casein für besonders charakteristisch hielt.
In der Folge verbreitete Simon (52 p. 82 u. 66; 53 p. 258; 50 p. 5) besonders energisch die Idee, dass diese Substanz des Blutfarbstoffs Casein sei, obgleich die Art und W^eise, wie er sie erhielt, ihm nicht das Recht gab zu behaupten, dass das von ihm erhaltene Präparat dem Hämoglobin des Blutes angehörte. Das defibrinirte Blut wurde zur Trockne eingedampft, zu Pulver verrieben, dieses von den Fetten zuerst mittelst Aether befreit, und dann in Alkohol (sp. Gewicht 0, 915) gekocht, wobei das heisse Filtrat nach dem Abkühlen rote Flocken absetzte. Diese wurden von Simon für die Substanz des Blutfarbstoffs gehalten und Casein genannt. Dasselbe
f) „..elle fournit toujours la même proportion
d’albumine, environ la moitié de son poids“ (28
p. 21).
2) „Allein unmöglich fuhren diese Versuche zur Annahme einer chemischen Arerbindung zwischen einem färbenden Stoff und Eiweiss, die eine Um-
kleidung der Blutkügelchen bilde, weshalb also der neue Globulin (Hämatin) für die Wissenchaft überflüssig wird. Hinzuzufügen ist noch, dass alle von Lecanu vom Globulin (Hämatin) angegebenen Eigenschaften mit den gewöhnlichen Angaben übér den Blutfarbstoff Übereinkommen....“ (5 p. 317)'.