﻿IDAS OFOBULÎN T)ES BLUTFARBSTOFFS.
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gesammelte Masse Blutkörperchen wurde, wie in Lecanu’s Falle, mit Alkohol, welcher eine geringe Quantität Schwefelsäure enthielt, bis zur vollständigen Entfernung des Hämatins behandelt, wobei auf dem Filter eine farblose Globulinmasse zurückblieb *).
Gewöhnlich wird dieses Verfahren die Blutkörperchen abzutrennen und Globulin darzustellen entweder Berzelius oder Johannes Müller zugeschrieben; wir wagen aber zu behaupten, dass Lecanu der erste war, der es im J. 1837 anwandte a).
Bei Berzelius selbst (8 p. 69) finden wir einen deutlichen Hinweis darauf, dass er in dieser Hinsicht Lecanu gefolgt war. Beide genannte Autoren machten sich eines groben Fehlers schuldig, indem sie die auf dem Filter zurückgebliebene Proteünmasse für eine ausschliesslich dem Hämatoglobin angehörige hielten, ohne zu berücksichtigen, dass neben dem Globulin auch noch die Prote'insubstauz der Stromata der roten Blutkörperchen zurückgeblieben war. Dieser Umstand gab in der Folge Veranlassung zu einer zweifachen Erklärung der so zu sagen anatomischen Bedeutung des Globulins: die einen verstanden unter dem Namen „Globulin“ die Substanz der Stromata, die anderen diejenige des Blutfarbstoffs. Es unterliegt keinem Zweifel, dass sowohl Lecanu (31 p. 215 u. a.) als auch Berzelius (8 p. 62 u. 71) das von ihnen erhaltene Präparat für die Prote'insubstanz des Häinatoglobins3) ansahen. Ersterer identificirte sie mit dem gewöhnlichen Albumin, während Berzelius zum Unterschied vom Albumin dieselbe „Globulin“ benannte und letzteres durch folgende Reactionen charakterisirte: 1) das Globulin ist in einer Salzlüsug, welche Albumin gelöst enthält, unlöslich, 2) in reinem Wasser dagegen löslich; 3) aus der wässerigen Lösung fällt das Globulin beim Erwärmen nicht als Coagu-liun sondern als körniger Niederschlag aus. Trotz der scharfbestimmten Bedeutung des Globulins hatte Berzelius kein einziges Mal ein einigermaassen reines (wenn auch verändertes) Präparat der Prote'insubstanz des Blutfarbstoffs—des Globulins—erhalten. Daher wird die Unbestimmtheit der obenerwähnten Reactionen des Globulins nicht nur durch den Umstand verstärkt, dass Berzelius ein Gemenge von Globulin und Stromasubstanz, zuweilen auch Albumin erhielt, sondern auch noch dadurch, das
9 „Es (Globulin) macht den Hauptbestandteil der Blutkörperchen aus. Wenn die mit Schwefelsäure verbundenen Bestandteile der Blutkörperchen durch Auskochen mit Alkohol abgeschieden worden sind, so bleibt das schwefelsaure Globulin farblos zurück. Lecanu hat es für Albumin gehalten...“ (8 p. G9).
9 „Tai fait de nombreuses tentatives pour isoler les globules, soit en mélangeant ensemble du sang récemment recueilli et des dissolutions saturées de sucre, de gomme, de sulfate de soude, d’hydrochlorate de soude, de nitrate de potasse etc., que je supposais devoir agir surtout en augmentant la densité du liquide, soit en délayant dans ces dissolutions du caillot frais ou du sang séché à + 50°. (30 p. 49). Je fais arriver directement le jet de sang dans un flacon à large ouverture, en partie rempli de solution saturée de sulfate de soude. J’agite de manière à mélanger les deux liquides, mais avec précaution, sans secousse, afin de ne pas déchirer les globules. Le mélange, formé d’environ 8 parties en volume de solution saline contre 1 de sang, est abandonné à lui-même dans
un lieu frais pendant quelques heures. Au bout de ce temps il ne s’est pas formé de caillot; le mélange, d’abord intime, s’est partagé en deux eouehes, l’une supérieure, liquide, peu ou point rosée; l’autre inférieure, épaisse, pouge de sang, laissant apercevoir, lorsque par l’agitation on le remet en suspension, un nombre considérable de petits corpuscules globulaires à reflet nacré. Si l’on filtre, le liquide rosacé traverse rapidement le papier; les globules restent à sa surface.“ (30 p. 50).
3) „Die Verbindug von Globulin und Haematin will ich Blutroth nennen (8 p. 62), Blutroth ist die Verbindung zwischen Globulin und Haematin im Blutkörperchen“ (ib. p. 71).
Interessant ist es, dass Berzelius, ohne mit Simon in Bezug auf die Identität des Globulins und des Caseins übereinzustimmen, erwähnt, dass eine wässerige Lösung aus in einer Natriumsulfatlösung zu Boden gefallenen Blutkörperchen erhaltenem Hämatoglobin (!) gegen 83° sich vollständig niederschlägt, während das Casein sogar bei längerem Kochen der Milch nicht ausfällt (9 p, 550).