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DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.
dem Globulin die erste Reaction nicht auf Grund der factischen Erforschung der Eigenschaften selbst, der von ihm im Gemenge erhaltenenen Proteünkörper, zugeschrieben wurde, sondern als Resultat einer unklaren Vorstellung von dem Bau der roten Blutkörperchen erscheint. In der That beschreibt und erklärt Berzelius die erste Reaction folgendermasssen: „Das Globulin ist unlöslich in einer salzhaltigen Flüssigkeit, die Albumin aufgelöst enthält, aber löslich in reinem Wasser. Das Blut kann man mit viel Wasser verdünnen, wenn dieses ein wenig Salz enthält, ohne dass das Globulin aufgelöst wird. Dagegen kann man in Blutwasser und Eiweiss neutrale Salze von Alkali auflösen, ohne dass das Albumin gefällt wird. Wenn die Unlöslichkeit des Globulins in Blutwasser sich darauf gründete, dass dieses eine gesättigte Albuminlösung wäre, so würde eine Verdünnung mit Wasser, welches 1 Procent Kochsalz oder Zucker enthält, die Auflösung des Globulins, im Fall es Eiweiss wäre, nicht verhindern“ (8 p. 70). Diese auf den ersten Blick so unverständliche Betrachtung wird klar, wenn man erwägt, dass die Vorstellungen, die Berzelius von dem Bau des roten Blutkörperchens hatte, höchst unbestimmt waren (ib. p. 20): dass, offenbar, trotz seiner klaren theoretischen Vorstellungen von der Verbindung des Globulins und des Hämatins zu Blutfarbstoff dieser Autor practisch, in seinen Versuchen, die Begriffe „Globulin“ und „Blutfarbstoff“ nicht streng unterschied. Somit kann die oben angeführte von Berzelius gegebene Erklärung keineswegs als Charakteristik für das Globulin dienen, sondern beantwortet direct, wenn auch ungenügend, die ganz überflüssige Frage: warum die Blutkörperchen ihren Farbstoff dem Serum, den Salz-und Zuckerlösungen nicht abgeben. Das Gesagte illustrirt am besten ein Vergleich der oben angeführten Erklärung des Autors mit seinen eigenen Worten aus derselben Arbeit (ib p. 20): „das Blutwasser kann beliebig stark mit Salz-oder Zuckerlösung verdünnt werden, ohne dass dadurch die Blutkörperchen aufgelöst würden; wird es aber mit reinem Wasser vermischt, so werden sie nach und nach aufgelöst, und es bleiben nur die Kerne (Stroma—zu lesen) ungelöst zurück (8 p. 20)“. Somit bezieht sich die erste Reaction des Globulins—dessen vermeintliche Unlöslichkeit in salzhaltigen Eiweissstofflösungen — eigentlich nicht auf das Hämoglobin, sondern auf die Blutkörperchen. Schon damals (35 p. 883) erklärten Liebig und in der Folge Lehmann (32 p. 377) und Wittich (60 p. 11) an der Hand factischer Thatsachen, dass die erwähnte Reaction nicht das Globulin sondern die Blutkörperchen betrifft, die, Wittich’s Ausdruck gemäss, einen organisirten Stoff vorstellen, welcher unter den Bedingungen, die es Berzelius ermöglichten Blutkörperchen zu erhalten, seinen Farbstoff der Lösung nicht abgeben konnte. Das soeben gesagte erklärt auch die zweite dem Globulin zugeschriebene Reaction—dessen L ö s 1 i c h-keit in Wasser. Ein Vergleich der angeführten Citate (8 p. 20 u. 70) zeigt, dass Berzelius als Löslichkeit des Globulins in Wasser die Löslichkeit des Hämato -globulins in demselben ansali. Dies ist um so richtiger, als ich in Berzelius’ Arbeiten (bis zum Jahre 1840 inclusive) nirgend gefunden habe, dass er die Löslichkeit in Wasser der von ihm u n d Lee a n u durch Zersetz u n g v o n Hamatoglobin, n a c h E n t f e r n u n g des Hämatins d u r c h g 1 e i c h-zeitige Einwirkung von Säuren und Alkohol erhaltenen und von Berzelius „Globulin“ benannten Proteinsubstanz, geprüft hätte.
Dem Dar gelegten gemäss fehlt es in Berzelius’ Arbeiten auch an irgend einer Angabe über dieWirkung derWärme auf wässerige oder andere Globulinlösungen. Aus diesem Grunde dient die dritte von Berzelius angeführte Reaction—das Ausfallen des Globulins in der W ärme in Gestalt eines körnigen Niederschlags—auch wieder als Charakteristik für eine wässerige Hämatoglobulinlösung. Ueberall, wto von Hämatoglobulin die Rede ist. sagt Beize-