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DAS GLODULÎN DtiS BLUfFARBSTOFFS.
sogar glaubte, aus wässerigem Linsenextract den Blutfarbstoff synthetisch darstellen zu können, indem er diesen mit Eisenchlorid und Ammoniak behandelte, um der Mischung auch die dem Blutfarbstoff entsprechende Farbe zu verleihen (4 p. 68.6 p. 428). Die Idee des schwedischen Chemikers von der Aehnlichkeit des Hämatoglobins mit der Substanz der Linse schien durch Lecanu’s Arbeiten eine für ihn wünschenswerte Bestätigung erhalten zu wollen. War es Berzelius nicht gelungen aus der Linse Blutfarbstoff darzustellen, so glückte es dagegen Lecanu aus dem Blutfarbstoff Albumin auszuscheiden. Bas, woran es Berzelius zur Verwandlung der Substanz der Linse in Hämatoglobin gefehlt hatte, schied Lecanu aus. Berzelius’ Lehre nach, waren, offenbar, in dieser Gleichung ähnliche, identische Substanzen zurückgeblieben. Wenn Berzelius die Substanz der Linse früher (1817, 1831) mit dem Blutfarbstoff verglichen hatte, so identificirte er sie nunmehr (1840) mit dem Globulin des Blutfarbstoffs. Hatte jetzt die Substanz der Linse die Benennung „Globulin“ erhalten, so übertrug sie ihrerseits alle ihre Eigenschaften auf die Proteünsubstanz des Blutfarbstoffs—das Globulin. Wenn der Blutfarbstoff einige mit der Substanz der Linse gemeinschaftlichen Eigenschaften (Löslichkeit in Wasser, Ausscheidung aus der wässerigen Lösung beim Erhitzen in Gestalt einer körnigen Masse u. s. w.) besass, so gehörten sie offenbar dem Globulin des Blutfarbstoffs an. Dies schien Berzelius so klar: man brauchte in den Beschreibungen der ähnlichen lleactionen der Substanz der Linse und des Blutfarbstoffs von 1817 (4 p. öl) und 1831 (6 p. 428) den Ausdruck „Farbstoff des Blutes“ nur durch das Wort „Globulin“ zu ersetzen, damit die Proteünsubstanz des Blutfarbstoffs—das Globulin—nicht nur die der Substanz der Linse innewohnenden Eigenschaften erhalte, sondern auch gewisse Eigenschaften des Blutfarbstoffs behalte (s. Citât 2 p. n. 79)! Seit Lecanu’s Entdeckung führte Berzelius überhaupt alle identischen Reactionen des Blutfarbstoffs und der Linse auf das Globulin des Blutfarbstoffs zurück!
Somit finden wir bei Berzelius, ausser der Benennung, keine Angaben über die Eigenschaften der Substanz, deren Lecanu zuallererst erwähnt hat, dem folglich vorläufig auch das Recht zukommt, diese Substanz als ein durch die Einwirkung von Säuren und Alkohol verändertes Albumin—schwefelsaures Albumin, wie er es nennt—zu betrachten. Lecanu besteht fest auf dieser Ansicht auch noch im Jahre 1837 (31 p. 215), indem er unter anderem den Beweis führt, dass auch Eieraibumin bei dem Uebergang in den eoagulirten Zustand unter der Einwirkunz von Säuren Hämatin mit sich reisst, wie das Globulin bei dem Zerfall des Hämatoglobulins (ib. p. 82).
Charakteristische Züge des von Lecanu im Blutfarbstoff beschriebenen und uns von Berzelius unter dem Namen Globulin vermachten Körpers finden wir zu Anfang der vierziger Jahre keine aufgezeichnet; indessen war Berzelius’ Autorität so gross, dass die Benennung „Globulin“ nicht vergessen wurde; und wenn mit diesem Ausdruck auch nicht die Vorstellung von irgend einer von den schon damals bekannten Prote'inkörpern verschiedenen Substanz verbunden werdep kann, so ist mit demselben jedenfalls sowohl die Art und Weise als auch die Quelle der
dass sie nicht freiwillig gerinnt, und vom Eiweiss dadurch, dass die con-centrirte Auflösung beim Erhitzen nicht zu einer zusammenhängenden Masse gesteht, sondern körnig wird, gerade wie geronnener F a r b $ t o ff,
nicht freiwillig gerinnt, und vom Albumin dadurch, dass die concen-trirte Auflösung beim Erhitzen nicht zu einer zusammenhängenden Masse gesteht, sondern körnig wird gerade wie geronuenes B1 u t r-o t h,
von dem sie sich jedoch durch ihre Farblosigkeit unterscheidet. Ihr ganzes übriges chemisches Verhalten ist dasselbe, wie ich es vom F a r b-stoff des Blutes aufführte“ (6 p. 428).
von dem sie sich jedoch durch ihre Farblosigkeit unterscheidet. Ihr ganzes übriges chemisches Verhalten ist dasselbe, wie ich es vom Globulin anführte“ (8 p. 526).