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DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.
zusammengesetzter Wörter sei. Ohne stöchiometrische Verhältnisse im voraus zu bestimmen, schlage ich das Zeichen „Gb“ als Symbol für die reine aschenfreie Proteinsubstanz—das Globulin oder Globin—vor, auf welche Lecanu zum ersten Mal im Hämatoglobulin hingewiesen hat.
Als Ergänzung zu dem Gesagten erwähnen wir nur noch, dass Panum’s Vorschlag (1869. 43 p. 91) das Globulin Metaglobulin zu nennen keinen Anklang gefunden hat; wenigstens habe ich nicht gesehen, dass irgend ein Autor sich dieses Ausdrucks bedient hätte. Dennoch nehme ich mir die Freiheit das Wort „Globulin“ als Gattungsnamen, Globin“ dagegen — für die bisher zugelassenen Arten desselben unter Hinzufügung eines passenden Derivatums von der Benennung des nächsten Körpers, der es enthaltenden Substanz, oder des Ortes, wo es enthalten ist, (1892, 39 p. 4), vorzuschlagen. Demgemäss dürfte „Chromoglobin“ eine passende Benennung für das Globulin des Blutfarbstoffs oder des Hämatoglobins sein: das Wort „Cliromo“ ersetzt hier zweckmässig einen langen Satz zur Erklärung des Ursprungs dieses Globulins und wird den Klagen der Autoren über den häufigen Gebrauch des Wortes, „Globulin“ zur Bezeichnung von Proteünsubstanzen, die, ihrem Charakter nach, einander nahestehen, aber verschiedenen Ursprung haben, gerecht.
Geschichte derDarstellung und Eigenschaften des C h r o-mo g lob ins. Die Geschichte der Darstellung der Protemsubstanz des Blutfarbstoffs ist, wie auch diejenige der Benennung selbst, mit der Geschichte des Hä-matoglobulins eng verknüpft. Die Geschichte der Darstellung des reinen Hämato-globulins lässt sich, infolge des Löslichkeit dieses Farbstoffs, historisch und factisch auf die Abtrennung der unverletzten roten Blutkörperchen von den andern Bestandteilen des Blutes und das Extrahiren des Blutfarbstoffs mit Wasser zurückführen, wobei die unlöslichen Stromata derselben durch Filtriren oder Abstehen aus der Lösung entfernt werden.
Von diesem Gesichtspunkte aus erscheint Fourcroy’s (14 p. 718; 15 p. 314; 16 p. 155) Verfahren am wenigsten zweckmässig. Dasselbe bestand darin, dass der Blutkuchen, nach Entfernung des Serums, mit Wasser behandelt wurde. Die erhaltene Lösung nannte Fourcroy Blutfarbstoff, wobei er sie ihren Reactionen nach mit dem Blutserum verglich.
Im Jahre 1794 erhielten Parmentier & Deyeux (44 p. 445) eine wässerige Lösung von Blutfarbstoff, aber aus einem durch Leinwand gepressten Blutkuchen. Diese Lösung wurde gekocht und das erhaltene braune Coagulum verschiedenen Reactionen unterworfen. Die angestellten Beobachtungen, wie oberflächlich sie auch gewesen seien, leiteten Parmentier & Deyeux einerseits zu dem Schlüsse, dass in dem Niederschlag die Proteinsubstanz des Serums enthalten, andererseits zu der Annahme, dass dieselbe mit dem Blutfarbstoff verbunden sei: dennoch gelang cs genannten Autoren, trotz aller Bemühungen, nicht, die Protemsubstanz abzuscheiden '). Trotzdem vom Blutkuchen zurückgehaltene Ueberreste des Serums in die wässerige Lösung des Blutfarbstoffs übergegangen und geformte Elemente des Blutes mitgerissen sein konnten, und trotzdem es den Autoren, möglicherweise, an einer klaren Vorstellung vom Blutfarbstoff fehlte, ist es bemerkenswert, dass Parmentier & Deyeux die ersten waren, in denen der Gedanke an den Anteil einer
J) „D’après ce qui vient d’être exposé, on voit que cette matière, que le feu a coagulée, n’est, à proprement parler, que l’albumen du sérum combiné avec la partie colorante. En effet on conçoit facilement que la matière albumineuse doit faire dfirtie de sa composition............ sans doute
que, pour en avoir la preuve il auroit fallu pouvoir isoler l’albumen de la substance teignante qui le colore en rouge; mais les expériences faites dans cette vue n’ont pas eu les succès qu’on attendoit“. (44 p. 446).