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DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.
nen Bestandteile des Blutes an. Bemerken wir schon hier, dass man in seinen Analysen dem Ausdruck „Albuminat (Globulin) der Blutkörperchen“ (47 p. 166) begegnet, wodurch „Albuminat“ und „Globulin“ gewissermaassen für identisch erklärt werden. Leider fehlen darüber genauere Angaben (ib. p. 166). Desselben Verfahrens bediente sich in der Folge Figuier (18 p. 507) zur Darstellung reiner Blutkörperchen, die er aber auf dem Filter nach der Berzelius’schen Methode zerstörte. Noch später schlug Wittich ein Verfahren zur Abscheidung des reinen Hämatoglobins vor (60 p. 11). Er benutzte bei dieser Gelegenheit einerseits eine Angabe Hiinefeld’s (24 p. 547), welcher beobachtet hatte, dass das trübe wässerige Extract des Blutcoagulums durch Behandlung mit Aether sich klärt, andererseits Gerlach’s (18 p. 43) Beobachtungen, denen zufolge die Blutkörperchen unter dem Einflüsse von Aether ihren Farbstoff der sie umgebenden Flüssigkeit abgeben. Diesem gemäss gab in Wittich’s Versuchen die trübe blutige Flüssigkeit nach der Behandlung mit Aether ein ganz durchsichtiges Filtrat, welches eine Lösung des Blutfarbstoffs vorstellte. Das Filtrat wurde mit einer stark concentrirten Kaliumcarbonatlösung behandelt, das an der Oberfläche der entfärbten Flüssigkeit schwimmende dunkelrote Coagulum—hei 50 0 C (nicht höher) getrocknet, zu Pulver verrieben, wieder getrocknet und noch warm mit einer grossen Menge absoluten Alkohols extrahirt. Der Alkohol färbt sich nach und nach immer dunkler, besonders beim Verweilen 24—48 Stunden im Wasserbade hei 50". und hinterlässt einen farblosen Rückstand von Chromoglobin (60 p. 15) in schwerlöslicher Form. Um eine reine Hämatoglobinlösung zu erhalten, schlägt Wittich noch vor, defibrinirtes Blut unmittelbar mit einer gesättigten Natriumcarbonat-lösung zu behandeln. In der Folge erhielten diese von Wittich gewonnenen Thatsachen eine Bestätigung in Hoppe-Seyler’s Arbeiten (21 p. 448), welcher zeigte, dass das soeben beschriebene Präparat aus Hämatoglobin besteht, da der aufgelöste Niederschlag das entsprechende Spectrum giebt; wird dagegen die Fällung unter Erhitzen bewerkstelligt, oder der Niederschlag in Alkohol aufgelöst, so zersetzt sich der Blutfarbstoff, und man erhält das Spectrum des Hämatins.
So wurde denn bei Wittich’s Arbeiten das Globulin zum zweiten Mal in mehr oder weniger reinem Zustande, erhalten. Wittich’s Verfahren ist der letzte Versuch, Globulin aus Hämatoglobulin nach der alten Methode, mittels Alkohol, zu erhalten.
Wir haben nicht gefunden, dass nach Wittich sich jemand dieses Verfahrens bedient hätte, ausser Nencki (1886. 40 p. 334), welcher unter anderem, unter dem Namen Globin, eines Körpers erwähnt, den er bei der Behandlung unzweifelhafter Blutkörperchen .mit Amylalkohol und Salzsäure als farblosen Rückstand erhalten hatte. Selbstverständlich bestand der von Nencki erhaltene Körper sowohl aus Stromataresten als aus Chromoglobin (ib. p. 325). Es muss hier noch erwähnt werden, dass Hoppe-Seyler (23 p. 144), um von den übrigen Bestandteilen des Blutes freie Hämatoglobinlösungen zu erhalten, sowohl Salzlösungen als auch Aether anwandte. Das defibrinitre Blut wurde mit 10 Volumina schwacher Kochsalzlösung vermischt. Nach der Fällung wusch man die Blutkörperchen zum zweiten und dritten Mal mit derselben Lösung, wonach man auf dieselben Wasser goss, dem sie unter dem Einflüsse des Aethers ihr Hämatoglobin abgaben.
Diese, wie wir sie nennen wollen, erste Periode in der Geschichte des Chromo-globins, cl. h. von 1830 bis 1854. beginnt mit dem Entdecker dieses Körpers Lecanu und endigt mit Wittich. Zum ersten Mal wurde reines Chromoglobin von Lecanu 1830 und zum zweiten und letzten Mal frei von Beimengungen von Wittich im Jahre 1S54 erhalten. Diese Periode ist durch die sehr unvollkommenen Darstellungsmethoden des Chromoglobins charakterisirt: überall tritt entweder reiner oder mit Wasser verdünnter Alkohol im Verein mit Säuren oder Alkalien in Thätigkeit, welche die Eigenschaften des Chromoglobins bedeutend verändern, dessen wichtigste, charakteristische Züge hinter der Wirkung des Alkohols und der Säuren selbstverständlich