﻿DAS GLOBULIN DEK LINSE DES AUGES.
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erhalten wird. Ebenso unzulänglich ist Preyer’s Verfahren (p. n. 89): es wird entweder gar nichts oder ein stark durch Hämatin verunreinigtes Präparat, dazu in ganz unbedeutender Menge erhalten. Die Spaltung mittelst Kohlensäure vorzunehmen, wie Schmidt vorschlägt (p. n. 86), ist gar zu langwierig, was Schmidt auch (42 p. 499) selbst gesteht; der Hauptmangel, den auch Preyer (38 p. 77) bemerkte, ist aber der, das der ganze Versuch resultatlos bleiben kann; nicht etwa weil die Kohlensäure das Hämatoglobin nicht zersetzen sollte, sondern hauptsächlich weil die entstehenden Chromoglobinflocken von dem Gasstrom fortgerissen werden, an den Gefässwänden kleben bleiben und antrocknen. Ich werde mich wohl kaum irren, wenn ich die Vermutung ausspreche, dass Schmidt auf die beschriebene (p. n. 86) Weise schwerlich eine genügende Menge reinen Chromoglobins erhalten hatte, um dasselbe zu Reactio-nen benutzen zu können.
Das soeben hier Dargelegte, und bereits im Jahre 1892 in russicher Sprache Veröffentlichte (31) muss durch einige von Schulz (43 p. 449) aufgezeichnete Thatsachen vervollständigt werden. Schulz, der, beiläufig gesagt, mit meiner Arbeit unbekannt war, erhielt mit Hülfe von Ammoniumsulfat Hämoglobinkrvstalle, welche durch Abpressen zwischen Filtrirpapier von der Mutterlauge möglichst befreit, getrocknet und nachher in Wasser aufgelöst wurden. Setzt man zu einer solchen Hämoglobinlösung, die eben sauer reagirt, Alkohol (ca. V5 Vol.) zu und schüttelt dann mit Aether aus, so geht der ganze Farbstoff in den Aether über, während die untenstehende wässerig-alkoholische völlig klare Lösung den entfärbten Eiweisskörper enthält (ib. p. 456). Aus dieser Lösung fällt beim Neutralismen mit Ammoniak ein schwach gelblich gefärbter grobflockiger, Niederschlag aus, den man in Wasser, dem einige Tropfen verdünnter Essigsäure zugesetzt sind, auflöst. Nunmehr wird die überschüssige Essigsäure durch mehrtägiges Dialysiren gegen häufig gewechseltes destillirtes Wasser entfernt und so eine völlig neutral reagirende, absolut klare, schwach gefärbte, geruch-und geschmacklose Globinlösung erhalten (ib. p. 457). Die Dialyse wurde jedoch nicht bis zur vollständigen Fällung fortgeführt, wie wir es getlian hatten (p. n. 92); durch Spuren von Ammoniak, Natriumhydroxyd, Natriumcarbonat entstand ein dicker, flockiger Niederschlag, der sich jedoch im geringsten Ueberschuss wieder auflöste. Das Globin wird also aus salzsaurer (43 p. 45) sowie essigsaurer Lösung durch Ammoniak gefällt (ib. p. 463); durch ein ähnliches Verfahren erhielt Schultz ein eben solches Globin aus Hunde- und Gänseblut. Das aus den sauren Lösungen ausgeschiedene Globin unterwarf Schulz keinen Reactionen; diejenigen der sauren Globulinlösungen werden in Kap. XII, welches den Verbindungen der Protemsubstanzen mit Säuren gewidmet ist, betrachtet werden.
In unserm Laboratorium wurden sowohl die älteren als auch die neueren Darstellungsarten des Chromoglobins erprobt, wobei ich nicht umhin konnte dieselben höchst unvollkommen zu finden.Wir versuchten Hämatoglobulin mittelst Alkalien und alkalischer Erden, mit Säuren und Salzen bei gewöhnlicher und erhöhter Temperatur—doch nicht über 50°—zu zersetzen. Die Resultate unserer Beobachtungen stimmen für die Zerlegung durch Säuren, namentlich durch Salz- und Schwefelsäure. In dem Kapitel über die Wirkung der Säuren auf das Globulin werden wir sehen, dass wenig verdünnte Säuren die chemischen Eigenschaften des Globulins als eines solchen nicht verändern. Wir bedienten uns zum obengenannten Zwecke des Hämatoglobins aus Ochsen-, Kälber-, Schweine-und Hundeblut, wobei es entweder in krystallinischer Form durch Einwirkung von Aether auf die ausgewaschenen Blutkörperchen und Umkrystallisiren, oder durch Extrahiren der ausgewaschenen Blutkörperchen mit Wasser dargestellt wurde. Im letzteren Falle wurde das defibrinirte Blut durch Umrühren init