﻿DAS GLOBULIN DER LINSE DES AUGES.
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^sollen Erden und auch von Wasser ausgefällt. In diesem Falle ist das Chromoglobin in schwachen Salzlösungen, in Alkali-und Säurelösungen sogar unter 1 : 1000 löslich; hat es aber in Wasser gelegen, so verliert es die Fähigkeit sich in den genannten Lösungen solcher Concentration schnell aufzulösen. Die salzhaltigen Chromoglo-binlösungen coaguliren in der Wärme, wobei die Temperatur, bei welcher die Gerinnungstattfindet, von dem Grad der Concentration der Lösung sowohl in Bezug auf das Chromoglobin als auf das Salz, welches dasselbe gelöst hält, und auch von dem gegenseitigen Yerhältniss der Salze und des Globulins in der gegebenen Lösung abhängt (s. Kap. XI—über das Yerhältniss der Salze zum Globulin 31, p. 436). Färbenreactio-nen gelingen ebenso gut wie mit den andern Protemsubstanzen; so bringt die Biu-retreaction violette, die Millon’sche—rosa Färbung hervor. Salpetersäure färbt in der Wärme sowohl die Flüssigkeit als auch den Niederschlag, wenn ein solcher sich zeigt, gelb, bei Hinzufügung von Alkalien—orangegelb.
In allgemeinen unterscheidet sich das Chromoglobin in nichts von den schon .erforscht gewesenen Globulinen.
Weitere Geschichte des Lentoglobins; dessen Darstellung und Eigen sc hafte n. Ungeachtet der wichtigen Bedeutung der Proteïnsubstanz der Linse für die Lehre vom „Globulin“, giebt uns die von uns dargelegte Geschichte desselben keine bestimmte Darstellungsmethode, welche den Begriff von dem Globulin der Linse wenn auch nicht zu bestimmen, so doch abzugrenzen erlauben würde. Hünefeld’s Verfahren (p. n. 84) wurde von den nachfolgenden Autoren keiner Aufmerksamkeit gewürdigt, obgleich dasselbe in der Folge für die Geschichte sowohl des sogenannten „Albumins“ als des „Globulins“ eine wichtige Bedeutung erhielt.Auch Lehmann begnügte sich mit einem wässerigen Extract der Linse des Auges und liess das von ihm beobachtete charakteristische Verhalten der Kohlensäure zu dem wässerigen Linsenextract ausser Acht, während gerade dieses Verhalten seit Panum’s Zeit die Grundmethode für hie Darstellung des Globulins geworden ist (s. die Geschichte des Albumins, Periode II, Kap. IV, 31 p. 96). Bald nach Lehmann gab jedoch Denis im J. 1856 nicht nur eine. Gewinnungsmethode, welche den Grundeigenschaften des Globulins volkommen entsprach, sondern war auch der erste, der in der Substanz der Linse die wesentlichsten Eigenschaften der uns jetzt bekannten Globuline an den Tag legte. Ganz rationnell extra-liirte Denis (5 p. 212—14) das Globulin aus der Linse nicht mit Wasser, sondern mit 5% oder sogar 10% Kochsalzlösung l). Die klare, filtrirte Lösung gab mit Wasser einen in Salzlösungen löslichen Niederschlag (ib.). Das Gesagte genügt, glaube ich, um die Bedeutung dieses Autors als des ersten Beobachters, der die wirklichen Eigenschaften des Globulins in der Proteïnsubstanz der Linse gezeigt, für die Geschichte des Lentoglobins zu erklären. Nicht weniger verdienstvoll ercheint Schmidt, der im Jahre 1862 aussagte, dass die von Lehmann (p. n. 86) beobachtete Reaction — Fällbarkeit des wässerigen Linsenextracts durch Kohlensäure und Löslichkeit dieses Niederschlags in der Mutterlauge nach Entfernung der Kohlensäure — dem Chromoglobin und, was noch wichtiger ist, auch dem Seroglobin zukommt, welches nach Schmidt’s Arbeiten der Repräsentant aller Globuline (39 p. 430) geworden ist. Indem Schmidt auf diese Weise das Lentoglobin mit dem Seroglobin (ib. p. 432) idendificirt, führt er die von ihm im Seroglobin gefundenen Eigenschaften auf das Lentoglobin zurück und zeigt vor allem, dass letzteres aus dem Linsenextract wie durch
*) „On l’obtient aisément, pour en faire l’étude, en soumettant d’une part un cristallin broyé et lavé à l’action de 2 ou 3 fois son volume d’eau salée au tiers et d’autre part, à pareille dose
d’eau salée au vingtième, un autre cristallin préparé de la même manière* (5 p. 213). Die Bedeutung der Ausdrücke „au tiers“ (10°/0) „au vingtième“ (B°/o) s. 5 p. 2 des Vorworts.