﻿DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.
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lauge oder beim Stehen letzterer an der Luft verschwand, wie in dem Falle mit dein wässerigen Linsenextract. Ferner bemerkte Schmidt noch, dass es genügte aut dieselbe schwache Hämatoglobinlösung mit einem Kohlensäurestrom allein einzuwirken, um dieselbe Trübung hervorzurufen, die ebenfalls die Fähigkeit besass, nach der Entfernung der Kohlensäure sich in der Mutterlauge aufzulösen (39. p. 431). Allein auf diesem Wege wird nur eine schwache Trübung erhalten; damit dieselbe stark genug werde, um zu Reactionen dienen zu können, empfiehlt Schmidt die Krystalle in einer geringen Quantität Wasser, mit einigen Tropfen Aetznatronlösung versetzt, aufzulösen und erst dann Kohlensäure durch die erhaltene Lösung durchzuleiten. Die abfiltrirten, a u t dem Filter ausgewaschene n Flocken rät der Autor aufzulösen, giebt aber das Lösungsmittel nicht an (ib. p. 444); letzteres ist jedoch von grosser Bedeutung, da der Niederschlag früher in der Mutterlauge verblieb und nach Entfernung der Kohlensäure sich darin auflöste, während er hier von der Mutterlauge abgetrennt und dazu noch gewaschen (mit Wasser?) wurde1). Es wirft sich natürlich die frage auf, worin derselbe aufgelöst wurde. Jedenfalls nicht in Wasser. Zugleich schlägt Schmidt noch vor, die Hämatoglobinkrystalle in einem Alkali oder einer Säure aufzulösen und die erhaltene Lösung zu neutralisiren; dabei sollte der durch diese Neutralisation erhaltene Niederschlag dieselben Eigenschaften besitzen wie der vorher beschriebene (ib. p. 436). Im allgemeinen zweifelt Schmidt nicht, dass die erhaltene Substanz durch Zerfall des Häinatoglobins (ib. p. 430 und 444) entsteht und, was die Hauptsache ist, alle (?) Reactionen des Globulins der Linse*) (ib. p. 444 u. 431) aulweist, und nennt sie daraufhin sogleich Globulin (ib. p. 444).
Auf diese Weise giebt Schmidt im Jahre 1862 der Proteïnsubstanz des Häma-toglobulins die ihr auf Grund der Priorität zukommende Benennung „Globulin“ wieder zurück. Um das Globulin des Häinatoglobulins, welches wir „Chromoglobin“ benannt haben, nicht mit dem Globulin der Linse (lens, lentis) zu verwechseln, wollen wir dieses „Lentoglobin“ nennen. In Schmidt’s ersten Arbeiten wird dem Chromoglobin nicht nur die Eigenschaft des Lentoglobins beigelegt, welches zuerst von Lehmann studirt wurde, sondern ihm werden auch diejenigen eines Körpers, welcher seit den ersten Arbeiten von Denis (1835) durch Ver d ünnu n gvon Bl u t-serum mit Wasser und nac h h e r i g e m Ansäuern der M i s c h u n g mit Essigsäure erhalten wurde und heutzutage unter dem Namen Seru m g 1 o-b u 1 i n—S er o g 1 o b i n3) (31 p. 96)—bekannt ist, zuerkannt. Zugleich bemerkte Schmidt, dass dieses Globulin sowie das Chromo- und Lentoglobin sich den fibrinösen Flüssigkeiten gegenüber analog verhalten, indem sie deren Gerinnung befördern. Aus diesem Grunde identificirt er dieselben in ihren Eigenschaften, in der gemeinschaftlichen Benennung „Globulin“ und auch noch darin, dass er dieselben „f ib rill oplastisc he Substanz“ nennt4).
*) „Eine solche alkalische Lösung ist viel dunkler gefärbt als die wässerige und liefert hei Kohlensäuredurchleitung einen Niederschlag, gross genug um ihn a b f i 1t rire n, auswasche n und wieder a u f 1 ö s e u zu k ö n n e n“ (39 p. 443).
s) „In dieser Weise rein dargestellt stimmt diese aus den Blutkrystallen gewonnene Substanz in allen Punkten chemise h, m ikrosco-p i s c h und in ihrem Verhalten gegen fibrinöse Flüssigkeiten mit dem Globulin der Linse und des B 1 u t s e r u m s überein“. (39 p. 444).
3) S. Citât 1 ) und nächstfolgendes *).
4) „... wo die Krystalle des Häinatoglobins, also in einer ganz wässerigen Flüssigkeit, suspendirt waren, so erhielt ich nach ihrer Auflösung durch verdünnte Säure oder verdünntes Alkali beim Neutralisiren der Flüssigkeit kein krystallinisches Sediment, sondern einen ungefärbten Niederschlag von fibrinoplastischerSubstanz“ (ib-p. 436).
„Aus einer Linsenlösung .... durch Kohlensäure .... Niederschlag .... besteht aus der eigentlichen fibrinopiastischeu Substanz der Linse“ (ib. p. 441),