﻿DAS GLOBULIN DEB LINSE DES AUGES.
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Globulin der Hydroceleflüssigkeit selbst bildete. Zwar behauptet Schmidt (ib. p. 430), dass in der beschriebenen Hydroceleflüssigkeit fibrinoplastische Substanz nicht vorhanden war, doch stützt er sich nur darauf, dass die Flüssigkeit spontan nicht coagu*-lirte. Auf dieselbe Weise — durch Verdünnung mit Wasser und Durchleitung von Kohlensäure—hatte ja Schmidt Globulin sowohl aus analogen Hydroceleflüssigkeiten (s. Kap. X, 31 p. 347) als auch aus den übrigen protemhaltigen Füssigkeiten (s. Kap. IV, 31 p. 96) erhalten. Dafür, dass hier wirklich das Globulin der Hydroceleflüssigkeit ausfiel, zeugen auch Schmidt’s weitere Angaben über die Zersetzung schon reiner Hämatoglobulinlösungen, wobei jedoch unter identischen Bedingungen nur Tr ü b u n g erfolgte. Mit diesen letzteren, auf unbestreitbare Thatsachen sich gründenden Angaben begannen wir in diesem Kapitel den historischen Ueberblick von Schmidt 's Arbeiten. Es wirft sich nun unwillkürlich die Frage auf, ob Schmidt eine genügende Menge unbedingt dem Hämatoglobulin angehöriger Proteïnsubstanz—d. h. Chromoglo-bin—und in genügender Reinheit besessen hatte, um deren Reactionen nicht nur in Bezug auf ihre Identität mit dem Seroglobulin, nicht nur in Betreff der Blutgerinnung, sondern auch hinsichtlich anderer möglicher Reactionen bestimmen zu können. In Schmidt’s Arbeiten fehlt es an Angaben, welche eine positive Antwort auf diese Frage unbedingt gestatten würden. Ausserdem ist die von Schmidt angegebene Dar stellungsart eine höchst schwierige (s. weiter unten die Gewinnungsmethode p. 90).
Was das Zerfallproduct des krystallinischen Hämatoglobins betrifft, so sprach schon Funke im Jahre 1852 die Ansicht aus, dass dasselbe aus Globulin und Hämatin bestehe *); doch finden wir directe Hinweise auf die Zerlegbarkeit des Häma ■ toglobins sowohl in Lösungen als im trocknen Zustande (26 p. 98; 24 p. 70), sowie darüber, dass eines der Producte des Zerfalls eine Proteïnsubstanz sei (27 p. 431; 25 p. 119), zuerst bei Lehmann. Nichtsdestoweniger sprach Schmidt mit einer Sicherheit, die keine Zweifel aulkommen liess, sich sowohl über die Zerlegbarkeit des Hämatoglobins, über die Verbindung des Globulins mit Hämatin als auch über den unbedingt notwendigen Anteil des Chromoglobins an dem Bau des krystallinischen Hämatoglobulins (39 p. 435 u. 444; 42 p. 499; 40 p. 11; 41 p. 77—8 u. 83) aus. Gleichzeitig mit Schmidt fand auch Hoppe-Seyler (12 p. 449). dass Funke’s Ivrystalle, welche Hoppe-Seyler für Hämatoglobulin ansah, unter der Einwirkung von Wärme, Alkohol, Säuren und Alkalien in Hämatin und eine Proteïnsubstanz (16 p. 377—8), oder Globulin (14 p. 835; 13 p. 233—4), zerfallen können. Zu derselben Zeit wurden Schmidt’s Angaben über die Zerlegung einer wässerigen Hämatoglobulinlösung durch Kohlensäure von Kühne (20 p. 256) und Heynsius (11 p. 34) bestätigt. Ausserdem findet Kühne, dass das Hämatoglobulin ein Zerfallproduct—das Chromoglobin (19 p. 207) — auch unter der Einwirkung eines AVasserstoffstroms giebt, und dass dieser Körper sich in äusserst verdünnten Alkalien und Säuren leicht löst. Ferner fand Hoppe-Seyler (14 p. 835: 15 p. 208), dass bei spontaner Zersetzung das Hämatoglobin ein Product—das Methämoglobin—bildet, während Preyer der Ansicht ist, dass in diesem Falle neben dem Methämoglobin beim Trocknen frischer Hämatoglobulinkrystalle über 0” (37 p. 110; 38 p. 58 und 166) noch eine Proteïnsubstanz, Globulin, oder, wie er es nennt, Globin erhalten wird. Ein ähnlicher weisser Chromoglobinniederschlag wird auch beim Erwärmen einer Hämatoglobulinlösung zwischen 0° und 64° und höher, bis 68, 5°, erhalten. Preyer rät nach dem Erwärmen schleunigst zu filtriren,
*) „Ich glaube, dass die von mir beschriebenen Bestandteil in solcher Quantität in den Blutzellen Krystalle aus dem eiweisshaltigen Inhalt der Blut-	enthalten sei, als eben ihr wesentlicher Gesamm-
zellen in Verbindung mit Haematin bestehen. Man	tinhalt G 1 o b u 1 i n + H aematin“ (8 p. 215).
kann sich nicht vorstellen, dass irgend ein anderer