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DAS GLOBULIN DER LINSE DES AUGES.
wobei auf dein Filter weissliche Flocken, doch mit einer Beimengung von Metliä« moglobin (38 p. 59), Zurückbleiben. Bei der Einwirkung kräftigerer Beagentien, z. B. kolilensauren Natrons bei 54°, findet jedoch vollständige Spaltung des Häniato-globulin in Globulin und Hämatin statt (ib. p. 60). Andererseits wird das Hämato-globulin von unbedeutenden Mengen verdünnter Säuren, sogar verhältnissmässig so schwacher wie 3% Borsäure oder Kohlensäure, und von Alkalien zerstört. Trotz seiner zahlreichen Untersuchungen über die Zersetzungsproducte des Hämatoglobulins liât Preyer über die Natur des Chromoglobins wenig gesagt, doch ist dieses Wenige von Bedeutung. Preyer findet, dass das Chromoglobin in Wasser unlöslich ist, namentlich aber dass es beim Verbrennen auf dem Platinblech keine Asche zurücklässt (ib. p. 58). Allerdings hatte Kühne schon früher die Ansicht ausgesprochen (19 p. 207), dass kaum ein anderer Prote'inkörper dem Chromoglobin an Reinheit gleichkommen dürfte.
Die zweite Periode in der Geschichte des Chromoglobins—seit den fünfziger Jahren bis zu der Gegenwart—wird hauptsächlich durch die Bestätigung von Lecanu’s Lehre über die Zusammensetzung des Hämatoglobulins aus Hämatin und einem Proteinkörper charakterisirt, in welchem, Schmidt’s Untersuchungen nach, alle Eigenschaften, die dem sogenannten Globulin des Blutserums—dem Seroglobulin—zuerkannt werden, angenommen werden können. Es darf jedoch nicht verschwiegen werden, dass sowohl die Darstellungsmethode des Chromoglobins als auch die Gründe, die dasselbe mit dem Seroglobin zu identificiren veranlassten, unzulänglich sind; dies um so mehr, als Schmidt, von seinen ersten Arbeiten an, keine Angaben über die wesentlichsten Eigenschaften dieser Substanz anführt, sondern sich darauf beschränkt einfach zu behaupten, dass die Reactionen des Chromoglobins mit denjenigen des Seroglobulins identisch sind, ohne sich auf factisches Material zu berufen. Der Mangel an diesbezüglichen Angaben lässt sich durch die Mangelhaftigkeit der Darstellungsmethoden erklären. Sowohl A. Schmidt als auch Preyer geboten über ein sehr kärgliches Material, und war es ihnen wohl kaum möglich eine für die Charakteristik des Chromoglobins hinlängliche Anzahl von Reactionen einzuleiten. Wenn man dies in Betracht zieht, so erscheint Grünhagen’s (10 p. 29) Ausspruch, dass die Protein -substanz des Hämatoglobins viel zu wenig erforscht sei, um mit Sicherheit zu den „Globulinen“ gerechnet werden zu können, vollkommen gerechtfertigt.
Wie seltsam dieser letzte Satz auch scheinen möge, er entspricht vollkommen der Sachlage. In der That: die Prote'insubstanz des Hämatoglobins hat zuerst den Namen „Globulin“ erhalten, denselben zahlreichen Protempräparaten aus verschiedenen anatomischen Gebilden verliehen, wie wir in der Folge sehen werden, ist aber selbst noch durch keine bestimmten Reactionen gekennzeichnet.
Indessen hätte das Chromoglobin in der Erforschung der stöchiometrischen Beziehungen der Prote'inkörper eine wichtige Rolle spielen können, da es in bestimmten Verhältnissenan der Constitution eines krystallisirbaren Proteinkörpers—des Hämatoglobins—teilnimmt, welcher seinerseits, auf Grund eben dieser Fähigkeit die krystallinische Gestalt anzunehmen, chemisch rein erhalten werden kann. Doch waren in dieser Richtung nicht einmal Versuche gemacht worden...
Darstellung und allgemeine Eigenschaften des Chromo g 1o b i n s. Obgleich das Hämatoglobulin sich leicht zersetzt, ist doch die Darstellung des reinen Chromoglobins wegen der umständlichen Abtrennung des Hämatins mit bedeutenden Schwierigkeiten verknüpft. Weder das Berzelius sehe Verfahren (p, n. 73) und das sich von demselben wenig unterscheidende von Schmidt (p. n. 86), noch auch die Methoden von Lecanu(p. n. 74) und Wittich (p. n. 82) ermöglichen die Darstellung einer genügenden Menge der Substanz, wobei Lecanu’s Methode noch den Uebelstand besitzt, dass das Chromoglobin im unlöslichen Zustande