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DAS GLOBULIN DER LINSE DAS AUGES.
Kohlensäure so auch durch andre verdünnte Säuren ganz so wie das Globulin des Serums ausgefällt wird, und dass beiden das Recht zukommt fibrinoplastische Substanz ') genannt zu werden. Obgleich Kühne (19 p. 404) die fibrinoplastische Bedeutung des Lentoglobins ableugnet, schreibt er diesem nichtsdestoweniger die Eigenschaften und Reactionen des Seroglobins und eines „Fibrinogens“ zu. Ohne der von Lehmann (28 p. 80) und Yintschgau (45 p. 503) erhaltenen Thatsachen zu erwähnen, gelangt Schmidt seinerseits zu der Meinung des letzteren, dass die Gerinnungstemperatur der wässerigen Extracte in weiten Grenzen schwankt (39 p. 441—2). Genaue Angaben über die Reactionen des Lentoglobins finden wir bei Schmidt nicht. Die von ihm erhaltenen allgemeinen Thatsachen benutzt Laptschinski (21 p. 633), der das Lentoglobin aus dem wässerigen Linsenextract mittelst . Durchleitung eines Kohlensäurestroms erhielt, wobei der enstandene Niederschlag in schwachen Kochsalzlösungen sich auflöste. Ohne irgend welche Thatsachen anzuführen, erwähnt dieser Autor unter anderem, dass die Linse auch eine an das Vitellin (s. Kap. VIII über das Vitellin, 31 p.269) erinnernde Substanz enthält. Offenbar gab dieser an sich selbst bedeutunglose Umstand Hoppe- Seyler Veranlassung (17 p. 266) die „G 1 o b u 1 i n e (?) der Ivrystallinse“ dem Vitellin, der Proteünsubstanz,* im allgemeinen dem Globulin zuzurechnen, welches aber, nach der Meinung Hoppe-Seyler’s und seiner Schüler, aus seinen Lösungen in neutralen Salzen bei deren Sättigung mit Kochsalz, vor allem Steinsalz, nicht ausfällt. Obgleich Schmidt und Kühne keine Einzelheiten anführen, sprechen sie sich doch deutlich genug dahin aus, dass dem Lentoglobin alle Reactionen des Globulins zukommen, folglich auch die Eigenschaft durch Kochsalz gefällt zu werden.
Diese Widersprüche erklären sich einerseits durch die Oberflächlichkeit, mit der die Autoren ihre Versuche anstellten und beschrieben, andererseits durch die Verschiedenartigkeit der Darstellungs-und Versuchsmethoden.
Nachdem meine Arbeit schon erschienen war (1892, 31 p. 221, extrahirte Mörner in Jahre 1894 aus Linsen nach dem Verreiben derselben mit Sand und xjk gesättigter Kochsalzlösung Proteinsubstanzen von globulinähnlichem Charakter (30 p. 81), die er aber, je nach ihrem Schwefelgehalt, als a-Krystallin und ß-Krystallin von einander unterschied (ib. p. 88).
Unsere Versuche wurden hauptsächlich mit Linsen von Ochsenaugen (deren ich mir aus dem alten moskauer Schlachthause gegen 1000 Stück verchaffen konnte), ausserdem auch mit Linsen von Hunde-, Schweine-, Katzen-, Kälberaugen, nur sehr wenige mit menschlichen Ivrystallinsen ausgeführt.
-Es versteht sich von selbst, dass die Behandlung mit Wasser eines glohulinhalti-gen Gewebes oder Gemenges unzulässig ist, da das Globulin von Wasser gefällt wird, was in Bezug auf die Linse schon im J. 1780 von Wasserberg (46 p. 316) beobachtet worden war. wobei er bemerkt hatte, dass die Linse sich im Wasser trübt, Eine gut mit Wasser im Mörser verriebene Linse bildet ein trübes Gemenge, welches um so. trüber wird, je mehr Wasser hinzukommt; bei dem Abstehen des Gemisches setzen sich am Boden nicht nur vereinzelte zerrissene Zellen der Linse, sondern auch kleinere und grössere Flocken ab, die in 5—10%-iger Kochsalzlösung löslich sind und sich überhaupt wie Globulinniederschläge verhalten. Um in den Extracten eine möglichst grosse Menge Globulin zu erhalten, muss man offenbar die Methode von Denis benutzen, der, wie schon erwähnt (p. n. 93), die Linsen mit 5—10% Kochsalz-
*) „Aus einer Linsenlösung wird durch Kohlensäure’ oder verdünnte Essigsäure wie aus dem Blutserum nur ein Theil der organischen Substanz gefällt; dieser Niederschlag, von der Flüssigkeit getrennt, verhält sich in allen Stücken wie das
Serumglobulin, seine schwach alkalische Lösung gerinnt also auch nicht heim Erhitzen; er besteht aus der eigentlichen fibrinoplastischen Substanz der Linse“ (39 jj. 4dl).