﻿DIE PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER CENTRIFUGE.
7
Was die kurzen Bögen anbetrifft, so werden sie längs dem horizontalen Bogen verschoben, bis sie den Stirnzeiger erreicht haben, wodurch das Abzählen der Grade ermöglicht wird.
Die Schnelligkeit der Drehung soll ganz von der Disposition der Patienten zum Schwindel, zur Herzschwäche, Uebelkeit u. s. w. abhängig gemacht werden. Jedenfalls darf sie aber keineswegs ein gewisses Maximum überschreiten und beim Abgleiten des Patienten vom Stuhle oder bei Muskelspannungen sofort unterbrochen werden, da sie sonst zu falschen Ergebnissen führen kann.
Um sich eine Vorstellung von der Grösse der Verschiebungen des Kopfes zu machen, muss man sich die maximale Zahl der Grade vergegenwärtigen, die ein normaler Mensch im Stande ist, durch willkürliche Drehungen und Senkungen des Kopfes ohne gleichzeitige Verschiebung der Schultern hervorzurufen.
Meine Resultate lassen sich in dieser Hinsicht durch folgende Zahlen beim Normalen ausdrücken:
Die Drehung des Kopfes in horizontaler Ebene nach rechts
oder nach links beträgt............................... 70° — 80°
Das Richten des Kopfes nach hinten.......................... 70°—75°
Das Richten des Kopfes nach hinten mit einer Abweichung zur
Seite................................................. 85°—70°
Das Senken des Kopfes direct nach vorne.................... 40°
Das Senken des Kopfes mit einer Abweichung zur Seite........ 35°—40°
Die Maasse des dynamischen Goniometers sind folgende:
1)	Der Diameter des Bogens ohne Nackenausbiegung beträgt.. 75 cm.
2)	Der vertikale Halbbogen.................................. 120 cm.
3)	Der horizontale Halbbogen................................ 120 cm.
Ich gehe jetzt zu meinen Beobachtungen über.
Erster Fall. A. Bagulewitsch, 28 Jahre alt, Reservist, Littauer, ,aus dem Kowno’schen Gouvernement gebürtig, trat den 25-ten September des Jahres 1901 in die Klinik ein.
Im 14-ten Lebensjahr bekam er einen Schlag mit einem Pferdehufeisen in die vordere Scheitelbeingegend, wo noch jetzt eine nach vorn concave halbmondförmige Narbe sichtbar ist. Am Knochen lässt sich noch eine leichte Depression wahrnehmen.
Mit 16 Jahren erhielt er wiederum einen heftigen Schlag auf den Scheitel, diesmal mit einer Stange, in Folge dessen er während einer Woche an starken Kopfschmerzen litt.
Ein Jahr darauf fingen die submaxillaren Drüsen an zu schwellen, waren sehr schmerzhaft und erreichten Hühnereigrösse. Sie brachen in die Mundhöhle auf, wobei sehr viel Eiter aus dem Zungenboden herausquoll.
Im Alter von 19 Jahren erkrankte Patient mit hohem Fieber und phan-tasirte dabei. Danach wurde er Soldat und diente seine Miiitärzeit in Tiflis ab. Daselbst, als er 24 Jahre alt war, hatte er an einem heissen Augusttage den ersten heftigen Schwindelanfall auf der Strasse, verlor die Besinnung und