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DÎE PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER CENTRIFUGE.
rief weder Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, noch Herzklopfen, Athemnot, prä-kordiale Angst oder sonstige unangenehme Empfindungen hervor, sowohl bei geschlossenen als auch bei offenen Augen. Unser Kranker reagirte auf die Drehung schwächer, als es hei gesunden Menschen der Fall ist, so dass man daraus auf eine bedeutende Trägheit des Ampullenapparats schliessen kann (Anästhesie desselben).
3)	Unregelmässiges Auftreten der Empfindung der entgegengesetzten Drehung, welche nur zweimal vorkam, sonst in allen Lagen fehlte: erstens, heim Centrifugiren mit der linken Schulter nach vorne mit peripheriewärts gekehrtem Gesichte, wobei die Gegendrehung nach 5 Sekunden langer Drehung 7 Sekunden von links nach rechts dauerte, und zweitens nach 5 Sekunden langer Drehung mit der rechten Schulter nach vorne bei centrumwärts gewandtem Gesichte, 15 Sekunden anhielt und zwar von links nach rechts, d. h. in einer Richtung mit der Drehung erfolgte, was nicht normal ist. Bei gesunden Menschen tritt die Empfindung der entgegengesetzten Drehung gleich nach Beendigung des Centrifugirens mit geschlossenen Augen auf: bei Drehung nach rechts—von rechts nach links und rice versa. Nach meinen Beobachtungen ist die Dauer dieser Empfindung proportional der Drehungszeit, kann jedoch nicht ein Maximum von 30—40 Sekunden überschreiten, selbst wenn die Rotation sich bis ins Unendliche fortsetzen würde ').
Wenn man die frühere Parese des Gesichtsnervs ins Auge fasst, lässt sich schon der Sitz des Leidens genauer lokalisiren. Vor allen Dingen wäre zu entscheiden, ob die Parese peripheren oder centralen Ursprungs ist? Beim jetzigen Stand unseres Wissens, wo man auf die üblichen klinischen Untersuchungsmethoden angewiesen ist, gelingt es nicht in allen Fällen, eine strenge Grenze ^zwischen centralen und peripherischen Paresen des Gesichtsnervs zu ziehen) 2, da die verschiedenen Symptome keine absolute Hinweisung auf diese oder jene Form von Parese geben. Der Goniometer und die Centrifuge ermöglichen es aber, dank Entlarvung neuer Symptome, der Lösung dieser Aufgabe entschieden näher zu treten:
ln unserem Fall sind beinahe alle Symptome eines centralen Ursprungs der Gesichtsparese vorhanden und zwar:
1)	Partielle Parese.
2)	Erhaltung der Augen-Stirnäste (rami oculo-frontales): die Möglichkeit die Augen zu schliessen («Signe de l’orbiculaire», Revilliod) und die Stirnhaut auf der kranken Seite zu kräuseln, während die Nasen-, Lippen- und Kinnnervenäste paralysirt sind.
3)	Parese der Extremitäten (hier beider Extremitäten) derselben Seite.
4)	Lokale klonische Zuckungen (kortikale Monoplegie), Verletzungen der Gehirnoberfläche und seiner Bewegungszone.
5)	Mitbewegungen. Bei unserem Kranken schliesst sich während des Aufblasens der Wangen, das Auge auf der kranken Seite, wobei sich die
P Stanislas von Stein: „Sensation de mouvement ou rotation illusoire inverse“. Arch, internationales de laryngologie, d’otologie et de rhinologie. Juillet-Août, 1900.
-) M. Bernhardt. Die Erkrankungen der peripheren Nerven. I Theil. 1902. Wien. Holder. S. 189—271. Lähmung des n. facialis.