﻿DIE PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DEE CENTRIFUGE.
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Haut auf der linken Halsseite und über der linken Schlüsselbeingrube in Falten abhebt (siehe Fig. 2 auf der 1-ten Tafel).
Beim Aufeinanderbeissen der Zähne lässt sich, abgesehen vom Schliessen des Auges und Falten der Halshaut links, noch ein Herunterziehen des linken Mundwinkels beobachten (Fig. 3 anf der 1-teu Tafel). Die Haut legt sich in Falten infolge der Mitbewegung des m. platysmae (welcher auch vom n. facialis innervirt wird). Das ständige Zittern der Hautfalten deutet auf klonische Kontraktion des Muskels.
Dr. L. Minor teilte in einer Sitzung der physiologischen Gesellschaft mit, dass die Mitbewegung des platysma von ihm zum ersten Mal gerade in meinem Fall festgestellt wurde. Für Gehirnverletzung spricht das Schwinden des Bewusstseins während der Anfälle, die sehr an epileptische erinnern. Nach dem Erwachen erklärte der Kranke, dass dem Anfall diesmal keine Kreisbewegungen des Kopfes und des Rumpfes, die quasi eine motorische Aura vorstellen, vorhergegangen waren, wie es früher der Fall gewesen war.
Beim Patienten könnte man verschiedene Ursachen für die Entstehung von Epilepsie annehmen: erstens den Schlag mit dem Hufeisen auf das Scheitelbein mit Narbenbildung, ferner den Schlag mit der eisernen Stange auf den Kopf, den Bandwurm, und endlich die Möglichkeit eines Sonnenstichs in Tiflis, wo der erste Anfall stattfand. Alles dies lässt auf eine- Verletzung der kortikal-motorischen Zone schliesen, worauf auch die blitzähnlichen fibrillären Zuckungen der Muskeln der linken, kranken Gesichtshälfte deuten.
Jetzt fragt es sich, ob eine periphere Schädigung des Stammes des n. octavus und der beiden Labyrinthe vorhanden ist? Dagegen sprechen folgende Angaben: 1) Das Fehlen merkbarer Veränderungen im Mittelohr beiderseits. 2) Das Fehlen jeglicher Geräusche. 3) Eine gar zu regelmässige Abnahme des Gehörs, was nach meinen Beobachtungen nur dann möglich ist, wenn die Störung nicht weit vom Abgang beider Stämme, also entweder auf der Basis des verlängerten Gehirns oder in diesem selbst sitzt. Eine gleichmässige periphere Schädigung habe ich nur höchst selten, als Ausnahme, vorgefunden. 4) Fehlen von Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, Angst oder von Gefühl des Fallens bei schnellem Drehen (3 Umdrehungen des Kreises in 10 Sek.) in den verschiedensten Richtungen—das alles ist ein Beweis für die Zerstörung oder Abschwächung der Reizleitungsfähigkeit, welche während des Centrifugirens von den Labyrinthen ausgeht. Da jedoch unser Kranker ganz gut hört, so kann von einer vollständigen Zerstörung der Labyrinthe keine Rede sein, folglich hat man den Herd der Störungen im verlängerten Märk zu suche. 5) Fäst gänzliches Fehlen der Empfindung entgegengesetzter Drehung in den allermöglichsten Stellungen deutet auch auf eine centrale Verletzung bei relativ gutem Gehör. 6) Das beständige Drehen des Kopfes nach rechts, das ich folgendermassen erkläre: die gleichmässigen, vom Labyrinth auf die Muskeln ausgelösten Impulse sind während der Drehung einer gewissen Zerspaltung in den Centren unterworfen, wobei die Zellen, welche die Kopfbewegung nach hinten und zur Seite dirigiren, auf der einen Seite reizbarer sind als auf der anderen. Das Heben des Gesichts nach oben, das bei den verschiedensten Lagen des Patienten auf der Centrifuge immer eine ungleiche