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DÜ! PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DÉR CENTRIFUGE.
Gradzahl ergiebt, ist ein Beweis für eine ungleichmässig starke, obgleich von einen und denselben Zellen ausgehende Innervirung der Muskeln. Vorausgesetzt, dass der Kranke einen normalen peripheren Nervenapparat besitzt, so müssten wir annehmen, dass die Leitungsfähigkeit des letzteren in verschiedenen Richtungen eine ungleiche wäre; das ist aber bisher noch durch kein Experiment bewiesen worden. Das Sehen übt auch keinen besonderen Einfluss auf die Grösse der Abweichungen aus. Es ist sehr möglich, dass im gegebenen Fall die Impulse, welche vom sakkulären Statolit ausgehen, auch sehr ungleichmässig verteilt sind.
Der Kranke befand sich in der Klinik 195 Tage, vom 24 Sept. 1901 bis zum 9-ten April 1902. Während seines Aufenthalts hatte er nur einen Anfall, am 10-ten Januar 1902. Er erkrankte an Diphtherie, die nach einer Einspritzung von Antidiphtherieserum verging. Am 28-ten Januar erfolgte bei allgemeinem Unwohlsein eine Temperatursteigerung, die einige Tage anhielt und Reissen in den Extremitäten nebst Empfindlichkeit in einigen Gelenken zur Folge hatte. Durch Einnehmen von Aspirin und Iodkali vergingen diese rheumatischen Erscheinungen bis zum 4-ten März. Man versuchte auch den Bandwurm zu entfernen, und einige Meter davon gingen ab.
Beim Verlassen der Klinik war Patient zwar kräftiger und wohlgenährter, als beim Eintritt, die Störungen des Gleichgewichts jedoch waren dieselben geblieben.
Symptome von übermässiger Nervenreizung (Hyperästhesie) finden wir bei einem anderen Patienten, zu dessen Krankengeschichte ich jetzt übergehen will.
Zweiter Fall. Jakob K., 27 Jahre alt, trat am 18 September 1901 ein, klagte über Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, unsicheren Gang und zeitweiliges Auftreten von Bewusstlosigkeit (verbunden mit Umfallen beim Stehen).
Die Eltern des Patienten leben noch; sein Vater ist nahe an 70, seine Mutter—gegen 50 Jahre alt.
Als Kind hat er keine Krankheiten durchgemacht. Ueberanstrengen-de physiche Arbeit auf dem Felde rief jedesmal starke Müdigkeit hervor. Wenn er nach Hause kam, wurde er oft von seinen Eltern geschlagen und misshandelt. So wuchs er in steter Angst auf, bis er schliesslich (im Alter von 23 Jahren) dieses Leben nicht mehr ertragen konnte und nach Moskau floh, wo er das erste Jahr in einer Fabrik arbeitete und dann an der Pferdebahn Anstellung fand. Den 27 August 1901 stiessen zwei Pferdebahnwagen zusammen, wobei K. vom Tritt nach vorne herunterfiel und sich Stirn und Hinterkopf verletzte. An der linken Hälfte des Stirnknochens, an der Haargrenze, zog er sich eine Quetschwunde zu. Der Kranke verlor das Bewusstsein und kam erst nach 20 Minuten zur Besinnung. Von der Zeit an traten öfters Schwindelanfälle, von Ohrensausen begleitet, auf und dauerten 10 Minuten.
Patient ist von Mittelgrösse und genügender Ernährung; er wiegt 63 Kilo. Mit Ausnahme des Nervensystems weisen Herz, Lungen sowie alle übri-