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Wenn man eine grössere Aufmerksamkeit der Gegenbewegungsempfindung widmen wollte, so würde man sich überzeugen können, dass die Mittelohient-zündung nicht selten auch das Labyrinth angreitt. Das Auftreten der Empfindung der entgegengesetzten Drehung während des Centritugirens in einigen Richtungen und ihr Fehlen (resp. Abschwächung) in anderen ergeben auch keine günstige Prognose. Bei unserem Kranken hat sich die Empfindung der entgegengesetzten Drehung nicht mehr eingestellt, obgleich sich eine relative Besserung einiger Bewegungsstörungen gezeigt hat.
3)	Eine starke Störung der statischen Funktion mit schnellem Fallen in allen Stellungen auf dem Goniometer, aber bei verschiedener Gradzahl, deutet auf einen erhöhten Reiz in den Labyrinthen in verschiedenen Richtungen. Da diese Störungen bei geschlossenen Augen deutlicher hervortreten, ist eine cerebrale Ataxie ausgeschlossen, weil dieselbe bei geschlossenen Augen nicht merklich zunimmt.
4)	Eine ausserordentliche Empfindlichkeit gegen Kreisbewegungen sowohl bei geschlossenen, als auch bei geöffneten Augen, spricht für ein Labyrinthleiden: eine Umdrehung in 20—25 Sekunden ruft schon Übelkeit, Schwindel, präcordialen Druck hervor. Nur im inneren Ohr haben wir leicht bewegliche Theile, welche, sich auf äusserst reizbaren Nervenendapparaten verschiebend, starke Bewegungsstörungen verursachen. Die Drehung wurde so langsam ausgeführt, dass weder ein normaler Mensch, noch unser Kranker sie bei geschlossenen Augen fühlten und merkten. Bei einiger Beschleunigung gab sie sich dem Patienten vor allen Dingen durch präcordialen Druck kund.
5)	Das Drehen des Kopfes immer in einer Richtung - nach links vorne-unten—ist ein Beweis dafür, dass der krankhafte Reiz sich in einem Punkt streng lokalisirt hat und Contraction nur bestimmter Muskeln hervorruft.
6)	Das Drehen des Kopfes bei verschiedenen Stellungen auf der Centrifuge immer auf eine ungleiche Gradzahl weist, meiner Meinung nach, darauf hin, dass entweder in dem halbkreisförmigen Kanäle (vielleicht Kanälen) einige Ampullenhärchen einen erhöhten Reiz empfinden, der den entsprechenden Muskeln mitgetheilt wird, oder aber, dass eine Störung in der normalen Beweglichkeit der Statoliten durch das Trauma entstanden ist, und dass letztere (Statoliten oder Otoliten) sich in einer gewissen Richtung leichter verschieben. Dadurch wird der Endapparat stärker gereizt und eine grössere Abweichung des Kopfes verursacht. Man kann doch nicht annehmen, dass solch eine ungleiche Verschiebung in einem isolirten Zellkomplex, z. B. im Gehirnmarke, bei der leisesten Rotation stattfinden könnte.
7)	Das Drehen des Kopfes während des Centrifugirens in entgegengesetzter Richtung deutet seinerseits auf die Beschädigung nur des einen Labyrinths. Experimente an Tieren ergaben Folgendes: wenn man den halbkreisförmigen Kanal der rechten Seite verletzt, so beugt das Tier seinen Kopf und Rumpf nach links. Nach einiger Zeit fängt der Kopf jedoch an, sich zur Wundseite hin zu wenden. Bei doppelseitiger symmetrischer Verletzung der Kanäle liess sich eine derartige Erscheinung nicht beobachten. Den Kranken K, habe ich am 5 ten Juni 1903, also 2 Jahre nach der Kopfbeschädigung bei dem Zu-samrnenstoss zweier Wagen, von neuem untersucht. Auf Grund der Resul-