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DIE PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER CENTRIFUGE.
Taf. II. Fig. 10 und 11 zeigen uns einen Kranken vor der Drehung und den Apparat, der an der Centrifuge angebracht ist, das eine Mal en face, das andere Mal en profil.
Zeichnung Taf. II. Fig. 8 stellt einen Patienten ohne dynamischen Goniometer dar, mit ruhiger Kopfhaltung vor der Drehung; sein Kopf ist an die Lehne des Sessels gestützt.
Beim normalen Menschen bleibt der Kopf sowohl mit geöffneten als auch mit geschlossenen Augen, selbst bei rascher Rotation am Brette der Centrifuge angelehnt. In einigen pathologischen Fällen dagegen beugt sich der Kopf sogar bei langsamer Drehung nach vorne. Die Grösse dieser Neigung wird nun an dem unteren in 45 Grad eingeteilten Bogen vermittelst des horizontalen Zeigers notirt, der zu diesem Zweck unter den grossen wagerechten Halbkreis geschoben wird (Taf. II. Fig. 12). Auf Taf. II. Fig. 6 sehen wir einen Kranken mit dem zur Seite und gleichzeitig etwas vorwärts gerichteten Kopf.
Die Stellung der Zeiger dabei ist aus der Zeichnung Taf. II Fig. 13 en face ersichtlich. Nach der Drehung hat sich der Kopf des Patienten zur linken Schulter hin geneigt. Der Grad dieser Ablenkung wird von dem laugen Zeiger auf dem grossen senkrechten Kreise markirt; zugleich ist aber auch der Kopf etwas nach vorne gebeugt, wie es Fig. 12 deutlich erkennen lässt. Die Grösse dieses Senkungswinkels giebt nun der andere, untere Zeiger am kurzen vertikalen Bogen an.
Das ganze Zahlenmaterial, welches man durch die Anwendung des dynamischen Goniometers gewinnt, kann jedoch nur als ein relativ exactes betrachtet werden und nur annähernd einen gewissen Begriff von dem Grade der zu beobachtenden Störungen geben. Man muss sich daher an die Angaben halten, welche den mittleren Wert von einigen, wiederholt in derselben Richtung ausgeübten, Beobachtungen repräsentiren.
Will man eine möglichst nahe Stellung der Wirbelsäule im Centrum des vertikalen Bogens erziehlen, was sehr erwünscht ist, so hat man bloss den Diameter desselben derartig concav auszubiegen (nach Rath des Herrn P. P. Lazareff), dass der Nacken in diese Ausbuchtung bequem hineinpasse. Für einen jeden Patienten muss der Apparat, je nach dem Wuchs, extra eingestellt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Zeiger sich dicht bei den Bögen befinden und bei Verschiebungen des Kopfes die Flächen derselben nicht berühren, da das geringste Hinderniss auf die freie Bewegung hemmend wirkt, und dann einen geringeren Zahlenausschlag geben würde. Sind die Zeiger auf den Nullpunkt gestellt, so kann die Drehung beginnen; letztere muss aber gleichmässig und nicht stossweise ausgeführt werden und zwar so lange, bis die Zeiger sich nicht mehr verschieben. Dann lässt man die Centrifuge von selbst anhalten, und zählt die Summe der Grade von den Bögen ab. Dabei ist Folgendes zu beachten: da der am Nacken befestigte Zeiger bei Bewegungen des Kopfes nach vorne sich vom vertikalen Kreise abhebt, so stellt man zwecks genauerer Berechnung der Grade zwischen dem Rande des Zeigers und dem Kreise ein dünnes Lineal ein, oder aber man biegt den Kopf nach der gegebenen Richtung soweit zurück, bis der Zeiger den Kreis berührt.