﻿DIE PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER CENTRIFUGE.
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gen Organe, Nase und Rachen keinerlei sichtbare Abweichungen von der Norm auf.
K. lag in der Klinik bis Ende März 1902, wurde mehrmals seines Gehörs wegen untersucht und auf Grund typischer Störungen der Koordination sowohl der Bewegungen im Allgemeinen, als auch der Kopfbewegungen im Speciellen (beim Drehen auf der Centrifuge) in einer Sitzung der Physiologischen Gesellschaft zugleich mit dem Kranken R. demonstrirt.
Allgemeiner Verlauf. In der ersten Zeit wiederholten sich die Schwindelanfälle häufig, wobei der Kranke zwar umfiel, das Bewusstsein jedoch nicht verlor. Der Gang was sehr schwankend und unsicher, so dass Patient sich an allen Gegenständen festhalten musste. Durch Liegen im Bett und Ruhe nahm allmäiig der Schwindel ab, auch der Gang wurde sicherer, dafür aber verlor der Kranke bald am Tage, bald in der Nacht das Bewusstsein. Die Anfälle haben einen epileptiformen Charakter; es tritt plötzliche Bewusstlosigkeit auf, der Kranke liegt eine Zeitlang unbeweglich mit ausgestreckten Extremitäten, die Athmung bleibt aus, das Gesicht wird etwas cyanotisch. Einige Zeit darauf erfolgt ein tiefer Seufzer, dann ein Zittern (keine Krämpfe) der Extremitäten. Der ganze Anfall dauert einige Minuten und wird von allgemeiner stundenlanger Schwäche und Zerschlagenkeit begleitet. Manchmal kam es vor, dass K. während des Sitzens auf dem Bett oder während des Stehens plötzlich umfiel und sich dabei beschädigte. Beim Beginn des Anfalls vermochte er nicht, sich festzuhalten. Patient ist sich seiner Anfälle bewusst. Letztere wurden in der Klinik öfters beobachtet.
Die Untersuchung der Gleichgewichtsstörungen nahm man aus dem Grund nicht gleich nach Eintritt des Patienten vor, weil am Anfang der geringste Versuch zu springen und sich zu drehen ihn zu Fall brachte und ausserdem auf den Kranken eine deprimirende Wirkung hatte. Späterhin veranstaltete man mehrere Untersuchungen, die Folgendes ergaben. Die Statik ist stark gestört, die aktive Dynamik gleichfalls; die Schritte und Spuren sind sehr unregelmässig; die passive Dynamik—das Centrifugiren ruft sowohl bei offenen als auch bei geschlossenen Augen eine Drehung des Kopfes nach links mit mehr oder weniger starker Senkung nach vorne hervor (also eine Art Z wangsbewegung).
Die Augenuntersuchung zeigt Parese des n. abducens oculi dextri—das Sehen nach rechts ist erschwert, geringe insufficientia recti interni.
Der Wuchs ist mittelgross. Der Körperbau ist normal und mässig entwickelt. Der Knochenbau weist keine besonderen Abweichungen auf. Mässiger paniculus adiposus. Muskulatur kräftig. Reflexe erhöht. Armbewegungen frei. Handschrift und Sprache nicht verändert. Bewegungen der Beine höchst unregelmässig—starke Störung der Bewegungskoordination (s. die Zeichnungen weiter unten). Bei längerem Gehen, Stehen oder Sitzen stellen sich zuerst leichte Zuckungen in den Beinen ein, die allmäiig häufiger werden und in Zittern, Schütteln übergehen. Letzteres verbreitet sich von den Beinen auf die oberen Extremitäten und von dort auf den ganzen Rumpf. In diesem Fall sieht der Kranke einem stark frierenden oder fiebernden Menschen ähnlich. Nach beschleunigter Drehung oder nach psychischen Aufregungen lässt sich dasselbe beobachten.
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