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DIE PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER CENTRIFUGE.
täte obiger Experimente an Tieren können wir annehmen, dass durch den Stoss das rechte Labyrinth beschädigt wurde, und dass der Reiz desselben zuerst eine Neigung des Kopfes nach links und dann nach rechts verursachte.
8)	Die Erhaltung eines, wenn auch sehr erhöhten Nystagmus (hyperny-stagmus) in normalen Richtungen bei offenen Augen, lässt auf die Intaktheit der Fasern schliessen, welche die Sehempfindungen in das verlängerte Mark leiten. Das Fehlen von Nystagmus oder manchmal das Eintreten von Augenverdrehung bei geschlossenen Augen weist auf eine Leitungsstörung innerhalb der Bahnen hin, welche die von den Labyrinthapparaten ausgehenden Impulse befördern.
9)	Für eine erhöhte Reizbarkeit der Labyrinthe spricht eine reichliche Schweissabsonderung an den Armen., besonders an den inneren Handflächen, sogar bei langsamster Drehung. Bekanntlich sind die Centren für Schweissabsonderung im verlängerten Mark zusammen mit dem Kern des n. octavus gelegen.
Berücksichtigt man das Obenauseinadergesetzte, so gelangt man zu der Überzeugung, dass man mit Hülfe des Goniometers und der Centrifuge eine ganze Reihe neuer Symptome entlarven kann, welche sonst durch die üblichen klinischen Untersuchungsmethoden nicht entdeckt worden wären. Folglich müssen diese Apparate in beliebiger Form unumgänglich notwendige Instrumente sowohl für den Otiater, als auch für den Neuropathologen sein. Wenn man auch mit den von mir gegebenen Erklärungen und vorgeschlagenen Hypothesen bezüglich der Funktionen der einzelnen Labyrinthteile nicht übereinstimmt, so kann das Vorhandensein der angeführten Thatsachen doch nicht geleugnet werden.
Ich bin fest davon überzeugt, dass man die Centrifuge auch für therapeutische Zwecke benutzen wird, worauf schon einige spärliche Beobachtungen hinweisen. Vor einigen Jahren erschien in Petersburg eine Dissertation, die über die Vermehrung des Stickstoffs im Harn der Thiere handelte, welche der Rotation unterworfen waren. Daraus ersehen wir, dass das Centrifugiren eine starke Wirkung auf den allgemeinen Stoffwechsel ausübt. Ferner ist bekannt, dass bei mit dem Kopf zur Peripherie gelagerten Hunden eine langdauernde und beschleunigte Drehung von starker Gehirnhyperämie begleitet wird (Versuch von Salathé, Mendel, Fürstner). Ist aber der Kopf zum Centrum gekehrt, so kann man Anämie des Gehirns erzielen. Schon zu Anfang meiner Untersuchungen vermittelst der Centrifuge konnte ich bei einzelnen Kranken ein Verschwinden von Geräuschen feststellen. Nach mässiger Drehung in vertikaler Lage innerhalb oben angeführter Grenzen machte sich bei mir und bei Kranken ein Gefühl der Schläfrigkeit bemerkbar. Menschen, die zu Schwindel neigen, kann man durch eine allmälige Steigerung der Drehung weniger empfindlich dafür machen. Vrhantschitsch fand, dass bei Kranken, welche an Schwindelanfällen litten, dieselben durch täglich ausgeführte Drehungen des Kopfes entweder ganz verschwanden oder bedeutend schwächer auftraten. Lokales Centrifugiren wird schon längst mit grossem Erfolg bei der Gymnastik angewandt: Drehungen des Kopfes, der Arme, der Beine u. s» w.