﻿DAß CrLOBÜLÎN DES BLUTSERUMS UND DES EIWËISSES.
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im Eiweiss aus. Auch bei Fourcroy selbst finden wir Ausdrücke, welche uns veranlassen anzunehmen, dass er den Begriff „Serum“ zu zergliedern geneigt war, indem er z. B. sagt, dass der albumin Öse Teil desselben sich in der Wärme niederschlägt (coagulirt), wobei er aber schon in dem nächsten Satze diesen Ausdruck mit dem Worte Albumen identificirt '). Durch diese Unbestimmtheit der Benennungen werden solche Ausdrücke wie seralbumen und ovalbumen (151 p. 89), die man im Beginn des verflossenen Jahrhunderts in der englischen Literatur antrifft, sowie andererseits der bis zu unserer Zeit gangbare unrichtige Ausdruck „Albumen des Serums“, z. B. bei Hünefeld (81 p. 339) * * 3) verständlich, was bei Berzelius noch deutlicher mit den Worten: „der Hauptbestandteil des Blutwassers ist Eiweiss“ 3) ausgedrückt ist. Auf die genannten Autoren folgen: Simon (142 p. 51), Lehmann (96 p. 320 u. a.), Kühne (91 p. 177), Mathieu & Urbain (106 p. 227—8) u. s. w. u. s. w. Ueberhaupt ist es auch noch jetzt keine Seltenheit solchen Ausdrücken wie „Eiweiss“ dieses oder jenes Organs, dieser oder jener Flüssigkeiten oder einem solchen wie: „Eiweissflüssigkeit“ und dergl. zu begegnen. An-dereseits muss auf einige, ziemlich seltene Fälle eines richtigen Gebrauchs jener Benennungen hingewiesen werden, wie z. B. bei Plenk (1796, 119 p. 11), welcher nicht „das Eiweis des Blutserums“ sondern „das Eiweissartige, welches dem Blutwasser eigen ist“, schrieb.
Es ist wohl kaum nötig hinzuzufügen, dass der Gebrauch des Wortes Eiweiss (albumen) beschränkt und nur zur Bezeichnung des anatomischen Gebildes, welches das Eidotter umgiebt, des Eiklars benutzt werden sollte. Dieser Vorschlag verdient um so mehr Beachtung, als die chemische Structur dieses unter dem Namen „Eiweiss“ bekannten anatomischen Gebildes nicht nur für das ähnliche Gebilde bei verschiedenen Tieren, sondern sogar in einem und demselben Ei, je nach der Zeit, die seit dem Legen verflossen ist, sehr verschieden sein kann. Zuweilen enthält das Eiweiss gar nichts oder, richtiger, in sehr unbedeutender Menge von dem Körper, der in dem Hühnereiweiss so reichlich vorhanden ist, wie z. B., nach Frémy & Valanciennes’s (57 p. 159) und meinen eigenen Beobachtungen, das Eiweiss der Schildkröten, und zwar im Widerspruch zu Spalanzani (85 p. 222), welcher behauptete, in den Schildkröteneiern ein dem Hühnerei analoges Eiweiss gefunden zu haben.
Dem Gesagten zufolge sollten dem Eiweiss ähnliche Flüssigkeiten „r iweissar-tige“ u. dergl. genannt werden, was in Frankreich auch schon längst der Fall ist, wo die Ausdrücke: „corps, substances albuminoïdes“ (125 p. Ill; 32 p. 1; 137 p. 93) gangbar sind; andererseits aber könnte diese Benennung grosse Misverständ-nisse veranlassen, da in Deutschland mit dem Namen „Albuminoïde“—Collagen Elastin, Peptone u. a. (65 p. 141 u. a.) bezeichnet werden. Noch unbequemer ist der schwerfällige Ausdruck „Stickstoffsubstanzen“ (61 p. 579 u. a.).
’) „Le sérum ou la p a r t i e albumineuse qu’il contient, a la propriété de fixer & de faire solidifier, par la chaleur, deux ou trois fois son poids d’eau. Lorsqu’on met sept à huit parties d’eau sur une de sérum, alors 1’albumen ne devient point concret par la chaleur“ (50 p. 311).
-) Bei Hünefeld ist diese Seite fälschlich mit 249 bezeichnet, auch der § ist nicht LXXX, sondern LXXXY (81 p. 239).
3) Ein nicht geringes Interesse bietet der Vergleich folgender Sätze in einem und demselben Lehrbuch von Berzelius & Wühler:
„Der Hauptbestandteil des Blutwassers ist Eiweiss, dem es seinen hauptsächlichsten Character
verdankt“ (5 p. 62), ferner: „Bei Beschreibung des Eiweisses verwechseln die C h e m i k e r (!) häufig das Eiweiss-aus dem Blutwasser mit dem Weissen aus Eiern (ib. p. 65)“, und zulezt:
„Das Weisse des Eies liegt zunächst unter dem Eihäutchen und ist eine ziemlich concentrirte Auflösung von Eiweiss (!) in Wasser eingeschlossen, wie die Glassflüssigkeit des Auges, in zellige Bäume oder Fächer von einem äusserst feinen leicht zerreibbaren Häutchen. Die äusseren Zellen enthalten ein dünneres (!) Eiweiss, als die welche dem Gelben zunächst liegen. Das ganze Weiss enthält 12% bis 13% Eiweiss (!) u. s. w. (ib. p. 538).