﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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Zur Bezeichnung solcher Flüssigkeiten wie Eiweiss, Serum u. dergl. schlage ich vor, nach dem Beispiel vieler, die, seitdem Mulder die Benennung „Protein“, eingeführt, den Ausdruck „protemhaltige Flüssigkeiten“ gebraucht haben (96 p. 305; 138 p. 51 u. a.), diesen letzteren zu benutzen, mit dem Ausdruck „Proteinkörper, Pro-teünsubstanz“ aber die in diesen Flüssigkeiten enthaltene, uns gegenwärtig interesserende chemische Verbindung zu bezeichnen.
Es schien, als sollte Fourcroy’s glücklicher Gedanke dem Körper, welchem die proteinhaltigen Flüssigkeiten ihren ausschliesslichen Charakter verdanken, einen besonderen Namen zu geben, allen Misverständnissen ein Ende machen. Im Jahre 1792 schlug Fourcroy die Benennung „albumine“ *) zur Bezeichnung der organischen Substanz vor, welche, Fourcroy’s Ansicht nach, als die Grundlage, den Ausgangsstoff einer ganzen Reihe scharf unterscheidbarer Gebilde tierischen Ursprungs, unter denen das Eiweiss—albumen s), eine vorherrschende Stellung einnimmt, anzusehen ist. Fast zu derselben Zeit wird der entsprechende und dem Sinne nach mit „Albumin“ identische Ausdruck „Eiweissstoff“ in die deutsche Literatur eingeführt. So hatte derselbe für Edlen von Jacquin (1792, 40 p. 191), der ihn zuerst benutzte, einen bestimmteren Sinn, als der ihm zeitlich und etymologisch entsprechende französische Ausdruck „matière albumineuse“, den Jacquin in seiner Arbeit neben seinem eigenen Worte „Eiweisstoff“ 3) in Aussicht zu haben schien. Unsere Ansicht bestätigt Bourget, der darin zugleich auch Jacquin unterstützt (1798, 14 p. 464), indem er seinerseits die lateinische Benennung „albuminose“ vorschlägt, die er dem deutschen Ausdruck „Eiweisstoff“ und dem französischen „matière albumineuse“ gleichstellt, wobei ihm die schon von Fourcroy vorgeschlagene Benennung „albumin“ offenbar unbekannt war.
Unstreitig machte sich schon seit Neumann, d. h. in der Mitte des XVIII Jahrhunderts das Bedürfniss fühlbar, die Substanz, die in dem Serum, dem Eiweiss und andern proteinhaltigen Flüssigkeiten neben den andern, den anorganischen, Bestandteilen dieser Flüssigkeiten enthalten ist, von den übrigen zu unterscheiden. Schnaubert drückt sich ganz bestimmt aus: „unter Eyweissstoff verstehe ich die eigenthümliche Substanz im Eyweiss, Blutwasser u. s. w.; rede ich aber von Eyweiss, so meine ich die Verbindung des Eyweissstoffes mit Natrium und Wasser in den Eyern der Hühner“ (134 p. 75).
Zu Fourcroy’s Zeit ist also die Benennung bereits gefunden, der Ort, wo sich diese Substanz befindet, bekannt. Welches sind aber die Eigenschaften und Eigentümlichkeiten des Albumins?
Die Autoren erkannten schon damals ihre Hülflosigkeit diese Substanz, die den Namen „Albumin“ erhalten hatte, näher zu bestimmen. So finden wir z. B. bei Thomson (1807, 147 p. 19) einen directen Hinweis darauf, dass, wenn das Hüh-nereiweiss nicht für reines Albumin angesehen werden könne, es andererseits nicht möglich sei, dieses in reinem Zustande darzustellen, ohne dessen Eigenschaften zu verändern, infolgedessen man darauf angewiesen sei, die Eigenschaften des Albumins
nique, fort abondante dans les animaux, qu’il est nécessaire de considérer comme formant un genre bien distinct parmi les composés dus à l’organisation. Le blanc d’œuf nommé albumen par les latins est pour ainsi dire le chef ou la première de ces genresu (49 p. 13).
3) „....das Blutwasser also aus Wasser, gerinnbarer Lymphe oder Eiweisstoff, etwas Gallerte, Kochsalz, mit der Soda und phosphor-saurm Kalk zu bestehen“ (40 p. 191).
') Robin & Verdeil (125 p. 319) führen Fourcroy’s Worte aus Annales de Chimie ou Recueil u. s. w. 1789; t. III p. 259 (47 p. 259) an, wo man den Ausdruck „„l’autre, semblable à l’albumine....““ findet, woraus man schliessen könnte, dass Fourcroy schon im J. 1789 sich des Wortes Albumin bediente; das ist aber ein Irrtum: Robin & Verdeil’s: obiger Satz heisst: „l’autre, semblable à l’albumen (47 p. 259).
5) „L’albumine est une matière composée orga-