﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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trochet (38 p. 42—3), die unter clem Worte „Eiweissstoff“ das verstanden, was darunter verstanden werden muss. Uebrigens waren kaum drei Jahre vergangen, als John (1817,85 p. 251) unter dem Namen flüssiger Eiweis stoff nichts anderes als Hühnereiweiss beschreibt. Es muss hier bemerkt werden, dass nach der Einführung des Wortes „Albumin“ das Hühnereiweiss und das Blutserum häufig, wie in dem obigen Beispiel, „flüssiger Eiweissstoff“, „albumine liquide“ genannt, oder, richtiger, dafür angesehen wurden.
Wer sich die Bedeutung der Ausdrücke: Eiweiss (albumen), Eiweissstoft (albumin) u. s. w. klar machen wollte, würde in einen Kreis von Begriffs- und Namensverwechslungen u. s. w. geraten, aus dem er keinen Ausweg finden würde, wenn er es sich nicht zur Regel machte, jedesmal nachzuforschen, was für ein Product und welchen Ursprungs das Präparat gewesen war, welches der gegebene Autor vor sich gehabt hatte.
Selbstverständlich hat jene Begriffsverwechslung auch auf die Nomenclatur unserer Zeit nicht ohne Einfluss bleiben können. Wie in den ersten Zeitperioden nach der Einführung der Benennung „Albumin“ zwischen Eiweiss, Eiweissstoff u. dergl. kein Unterschied gemacht wurde, so wird auch noch heutzutage nicht nur in dieser oder jener kleinen Schrift über Eiweissstoffe, sondern auch in solchen Werken wie encyciopädische Wörtenbücher u. s. w., in diesen Benennungen kein Unterschied gemacht. So ist z. B. in der Encyclopaedia britanica unter dem Worte „Albuinen“ das gesagt, was von dem Albumin gesagt werden sollte (41 p. 456). Unter den russischen allgemeinen Werken geben von dem Eiweissstoffe einen unrichtigen Begriff die Wörterbücher von Toll, Kray: in dem ersteren wird das „Albumin“ mit dem Eiweiss für identisch erklärt, obgleich die Erläuterung (152 p. 82) der wirklichen Bedeutung des Wortes „Albumin“ entspricht: doch wird dieselbe Erklärung auch für das Wort „Eiweissstoff“ gegeben (ib. p. 374), so dass beide Substanz „Eiweiss“ und „Eiweissstoff“ unter einen Begriff gebracht sind. In Kray’s Wörterbuche wird unter dem Worte „Eiweissstoff“, in Klammern „albumen“, das gesagt, was sich auf „Eiweissstoff“ und auf „Eiweiss“ bezieht, und ist letzteres Wort ganz ausgelassen (41 p. 537). Dieselbe Nachlässigkeit haben sich auch manche Verfasser von Lehrbüchern der physiologischen Chemie zu Schulden kommen lassen, wie z. B. Gautier (1865, 58 p. 30), der unter dem Worte „Albumin“ Blutserum und Eiweiss beschrieb, Schöffer (1882, 135 p. 9), der Albumen und Eiweissstoff für identisch erklärt. Ausserdem schien es z. B. den russischen Uebersetzern von Kühne’s Lehrbuch (unter Setschenoffs Redaction) ganz unerheblich anstatt des Wortes „Eiweissstoff“ das Wort „Eiweiss“ zu gebrauchen, selbst wenn der Urtext ersteres forderte.
Eine vollständige Umkehrung der Begriffe finden wir aber bei Michailoft (1887, 108 p. 11), der Eiweiss „Eiweissstoff“ und diesen „Eiweiss“ nennt. Dieselbe verkehrte Terminologie giebt dieser Autor auch in Kursus der „practischen Physiologie“ (13 p. 1—25). Einer eben solchen Verwirrung der Begriffe begegnen wir auch bei A. Danilewsky (26 p. 371).
Aus dem Gesagten folgt aber keineswegs, dass es in der russischen Literatur in diesem Falle an einem ganz bestimmten Ausdruck fehlt,1 wie auch aus Dahl’s (25 p. 136) und Beresin’s Wörterbuche (4 p. 499 und 505) zu ersehen ist. Ich kann nicht umhin Dahl’s Bestimmung wörtlich anzuführen „Das Eiweiss S. n. ist die dicke, klebrige, durchsichtige Flüssigkeit im Eie, die in der Hitze fest wird und eine weisse Farbe annimmt; in dem Eiweiss liegt das Dotter“. „Der Eiweiss-stoff“ S. m. ist eine in dem Eiweiss befindliche Substanz, die von den Chemikern auch in andern tierischen und in pflanzlichen Gebilden u. s. w. gefunden worden ist u. s. f. „das eiweissartige Princip“ (25 p. 136).