﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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IToppe-Seyler, der, trotzdem dass die Cerebrospinalflüssigkeit aucli bei 130° nicht gerann, sie für eine protemhaltige Flüssigkeit erklärte (79 p. 3). Uebrigens verknüpfte schon Marchand (104 p. 233) die Temperatur des Festwerdens mit der Menge des Albumins, indem er annahm, dass, je weniger eine gegebene Flüssigkeit Albumin enthält, um so höher die Temperatur, hei welcher es gerinnt *), gesteigert werden müsse. Endlich fand Zoth (165 p. 143), dass bei Wasserzusatz bis 50% das Blutserum nicht mehr erstarrt.
D. Das Aussehen der Gallerte, a) Die Gallerte des Hühnerei w e i s s e s. Nicht nur die Temperatur, auch das Aussehen des in Fällen von unzweifelhafter Erhärtung unter der Einwirkung von Wärme erhaltenen Products kann für die protemhaltigen Flüssigkeiten nicht als charakteristisch gelten. Auch eine sehr dickflüssige protemhaltige Flüssigkeit wird bei dem Uebergang in Gallerte durch die Einwirkung von Wärme nicht immer w e i s s und undurchsichtig, wie gewöhnlich angenommen und auch beschrieben wird * 2). So erwähnt schon Neumann 3), dass das Weisse des Kibitzeies beim Kochen zwar hart wird, aber durchsichtig und opalescirend ist. Unzweifelhaft waren Wasserberg (157 p. 326) auch andre Beispiele eines durchsichtigen zu Gallerte gewordenen Eiweisses bekannt, da er Beobachtungen an dem Eiweiss von Gänsen, Enten, Straussen und „kleinen Vögeln“ anstellte, wobei er fand, dass das Eiweiss dieser Eier sich von dem Hühnereiweiss unterscheidet 4). Dieser Unterschied bezieht sich, wie aus Weiterem ersichtlich sein wird, bei dem Eiweiss der „kleinen Vögel“ hauptsächlich auf die Bildung einer durchsichtigen Gallerte. Leider habe ich trotz Wasserberg’s Versprechen über diesen Gegenstand Näheres mitzuteilen, bei ihm keine weiteren Angaben darüber gefunden. Dagegen finden wir bei Frémy & Valanciennes eine grosse Anzahl umfangreicher Beobachtungen über das Eiweiss des Huhns und anderer Vögel. Vor allem (1854) bestätigen diese Forscher die schon bekannte Thatsaclie, dass das Kibitzeiweiss beim Kochen erhärtet, jedoch durchsichtig, obgleich etwas opalescirend, bleibt (56 p. 472); später teilen sie die Resultate (57 p. 138) auch ihrer ferneren Beobachtungen mit, wobei sie finden, dass das Eiweiss der Hühnerarten, Schwimmvögel und Strandläufer beim Kochen in Wasser, wie das gewöhnliche Hühnereiweiss in eine wTeisse undurchsichtige Gallerte übergeht, während dasjenige der Raubvögel und einiger zu den Tauben und Sperlingen gehörigen Vögel in der Wärme nicht gerinnt (ib. p. 139 und 138). Zu unserem lebhaften Bedauern finden wir bei den genannten Autoren weder über die Art des von ihnen angewandten Kochens noch über die erhaltenen Producte eingehendere Angaben. Dies wäre um so wichtiger, als spätere und auch neuerdings angestellte Untersuchungen des Eiweisses der Sperlingsvögel sowie der Raubvögel andre Resultate geliefert haben. Ausserdem ist nicht genau angegeben, zu welchen Arten die Raubvögel und Sperlingsvögel gehörten, deren Eiweiss von Frémy & Valanciennes untersucht wurde, wenn man von den Tabel-
f) „Je weniger Albumin darin enthalten ist, desto höher muss die Temperatur sein und muss bei sehr geringem Eiweissgehalt bis zum Kochen gesteigert werden“ (104 p. 233).
') Thomson gieht z. B. folgende Erklärung: „l’albumine coagulée par la chaleu r, Tal-cohol ou par les acides est dure, o p a q u e, d’u n blanc de perle“ (147 p. 36).
3) „ . . .. wie unter andern schon wieder das
blasse Kywitz-Eiweiss zu erkennen giebt, welches fast porcelainhaft durchsichtig, wenn es gekocht worden, aussieht“ (114 p. 495).
4) „Man muss überdies anmerken, dass nach angestellten Versuchen, das nähmliche Verhältniss, welches man bei den Hühnereiern wenigstens grösstentheils als bestimmt annehmen kann, nicht gerade das Nähmliche ist, wenn man die Eyer anderer Thiere, z. B. der Gänse, der Enten, der Straussen, sehr kleiner Vögel oder der Schildkröten, oder der Eydeclisen u. s. w. den ehern ichenüntersuchunge n u n t e r w i rf t. Von diesen werde ich aber bei einer andern Gelegenheit vielleicht insbesondere umständlicher handeln“ (157 p. 326).