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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
Meine eignen Untersuchungen (112 p. 71) haben gezeigt, dass das frische Ei-weiss des Huhns *) (des gew. russischen, des Bentham- und Cochincliinahuhns) schon bei einer Verdünnung mit 5 Volumina Wasser in der Wärme nicht gerinnt; obgleich es stark opalescirt, scheidet es auch bei langem Stehen keinen Niederschlag aus; bei dem Eiweiss der Truthenne genügt schon eine dreifache Verdünnung, damit beim Kochen nur unbedeutende Opalescenz, aber kein Niederschlag entstehe. Unmittelbar auf das Eiweiss der Hühnerarten folgt dasjenige der Taubenvögel: übrigens ist dieses von jenem kaum zu unterscheiden. Wenn, wie Jahn und Tarchanoft beobachteten, frisches Taubeneiweiss heim Kochen „durchsichtige Gallerte“, älteres aber—weisse, undurchsichtige, bildete, so konnte frisches Eiweiss der Turteltaube vom Hühnerweiss nicht unterschieden werden, denn es bildete ebenso undurchsichtige Gallerte und verlor erst bei 10-facher Verdünnung die Fähigkeit zu gerinnen. Demgemäss müsste das Eiweiss der Turteltaube demjenigen der Hühnerartigen vorangesetzt, dasjenige der Haustaube zwischen das Eiweiss der Sperlingsvögel und dasjenige der Schwimmvögel gereiht werden. Zudem bemerkten noch Frémy & Valan-ciennes in Bezug auf das Hühnereiweiss, dass Eier, welche längere Zeit gelegen hatten zur Verdünnung viel Wasser brauchten, um die Fähigkeit zu verlieren in der Wärme zu gerinnen (57 p. 139). In Bezug auf das Taubeneiweiss giebt Tarchanoff zu verstehen, dass frische Eier eine durchsichtigere Gallerte bilden als seit längerer Zeit gelegte (145 p. 322). Ueberhaupt, je länger ein Ei liegt, je weiter die Entwicklung des Keimes vorgerückt ist, desto ähnlicher wird das Eiweiss der Sperlingsvögel dem Hühnereiweiss, da es beim Kochen gleichfalls eine weisse, undurchsichtige Gallerte bildet (ib. p. 322).
Unmittelbar nach dem Eiweiss der Taubenvögel kommt dasjenige der Schwimmvögel und Strandläufer, welches, Frémy & Valancienne’s Beobachtungen zufolge, schon bei 3-facher Verdünnung aufhört, in der Wärme zu gerinnen, obgleich das unverdünnte eine undurchsichtige Gallerte bildet. Bei der Verdünnung mit dem doppelten Volum entsteht in der Siedhitze eine durchsichtige Gallerte (57 p. 139). Unsere Beobachtungen über das Gänse- und Enteneiweiss bestätigen diese Angaben im allgemeinen, unterscheiden sich jedoch in manchen Einzelheiten. Um ganz durchsichtige Gallerte zu erhalten, genügt es, Gänseeiweiss mit dem gleichen Volum Wasser zu verdünnen, wobei es nicht nötig ist, die Flüssigkeit zu kochen, da die Gallertbildung schon von 77° an beginnen kann. Noch mehr: wird unverdünntes Gänseeiweiss eine Stunde lang bei 65° erhitzt, so wird eine dünnflüssige, ein wenig opalesci-rende Gallerte erhalten, welche in eine undurchsichtige erst bei 74° übergeht. Auf diese Weise war die Möglichkeit geboten, das Eiweiss der Schwimmvögel und Strandläufer nicht nur in Gestalt einer bis zur Undurchsichtigkeit opalescirenden, sondern auch als ganz durchsichtige Gallerte zu erhalten. Dieses sowie den Umstand in Betracht ziehend, dass das Hühnereiweiss, mit 5—10 Volumina Wasser verdünnt, sich gar nicht niederschlägt, konnte man erwarten, dass es für letzteres ebenfalls Umstände giebt, unter denen es sich in durchsichtige Gelée, verwandelt, ohne dass die Bedingungen der chemischen Behandlung verändert würden. Im Jahre 1853 zeigte Wittstein (158 p. 359) auch wirklich, dass mit 10 Volumina Wasser verdünntes und beim Kochen nicht gerinnendes Hühnereiweiss beim Abdampfen eine durchsichtige Gallerte bildet. Später (1864) machte Monnier (109 p. 470) eine Mitteilung über lösliches, in der Wärme nicht gerinnendes Eiweiss. Indem er zu
0 Der Liebenswürdigkeit Herrn A. Droby- Eier verschiedener Hühnerrassen mit der Bezeich-schewski’s, eines Liebhabers der Hühnerzucht, ver- nung des Datums, wann ein jedes gelegt worden dankte ich die Möglichkeit immer ganz frische war, zu meinen Untersuchungen zu haben.