﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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derspruch zu stehen. Fourcroy, der Bucquets Beobachtungen darlegte, nennt diesen Niederschlag „Coagulum“ und den Process—„Coagulation“ (ïb. p. 313). Parmentier & Deyeux dagegen fanden, dass der durch Alkohol bedingte Niederschlag nur in Alkalien löslich sei (118 p. 435). Um Albumin möglichst frei von allen andern Bestandteilen des Serums zu erhalten, raten Dumas & Prévost (37 p. 312), dasselbe mit Alkohol zu fällen, wobei ein in Wasser unlöslicher Niederschlag, der die Eigenschaften des Fibrins aufweist, erhalten wird. Dasselbe Verfahren—Fällung durch Alkohol bei 28° und Auswaschen des Niederschlags mit eben solchem Alkohol — empfiehlt auch Lassaigne (91 p. 98); trotz sorgfältigem Auswaschen gelang es jedoch nicht, die Niederschläge von den „Salzen“ zu befreien, so dass in die durch Wärme nicht gerinnende Lösung ‘) nur ein geringe Menge dieser Salze überging a). Nach Angaben von Berzelius können in den durch Alkohol erzeugten Niederschlägen ausser Salzen auch noch Alkalien enthalten sein (5 p. 63).
Es is nicht zu bestreiten, dass schon Thénard (1824,146 p. 358), auf solche Beobachtungen sich stützend, zur Gewinnung von „geronnenem Albumin“, welches alle Eigenschaften des „gewöhnlichen Fibrins“ besässe, Behandlung mit 10—12 Gewichtsteilen Alkohol empfahl.
Zustand des Albumins in den natürlich vorkommenden protein haltigen Flüssigkeiten. Dem Beobachter der Zeitperiode, die uns jetzt beschäftigt, boten das Eiweiss und das Serum sich in zweifacher Gestalt dar: entweder in ihrem natürlichen flüssigen Zustande—albumen s. serum liquidum, oder in dem festen oder gefällten—coagulatum s. solidum. Fourcroy, der die Benennung „Albumin“ vorgeschlagen hatte, beschränkte sich im allgemeinen darauf, das alte Wort „albumen“ durch das neue „albumine“ zu ersetzen; daher wird es niemand wundern, dass dieser Forscher den flüssigen Zustand des Albumins dahin erklärt, dass dieser Stoff mit einer gewissen Quantität Wasser verbunden sei 2). Man braucht das Wort Albumin in diesem Satze nur durch Albuinen zu ersetzen, damit es, so zu sagen, historisch besser am Platze sei. Fourcroy beschränkt sich jedoch nicht auf solche Gemeinplätze, sondern bedient sich zugleich auch solcher Ausdrücke wie „flüssiges Albumin“—albumine liquide—zum Unterschiede vom „geronnenen“—albumine solide (49p. 14), was der Form nach eine Paraphrase der Ausdrücke „albumen coagulatum“ und „albumen liquidum“ ist, welche, sagen wir es, von den nachfolgenden Autoren ganz richtig gebraucht werden, wie z. B. von Rudolphi (127 p. 128). Unter dem Namen „flüssiger Eiweissstoff“ beschreiben sowohl Fourcroy als auch John (85 p. 251) nichts anderes als Hühner eiweiss!
Das alles war die Folge davon, dass man dem hypothetischen Albumin die Eigenschaften der Flüssigkeiten, in denen es enthalten ist, beilegte (p. n. 28 u. a.).
Vorsichtiger oder, richtiger gesagt, besser im Einklänge mit den Kenntnissen, die man am Anfänge des vorigen Jahrhunderts besass, spricht sich Thomson aus. Er sagt, dass das Albumin in zwei verschiedenen Zuständen bestehen könne, dem einen vor, dem andern nach der Gerinnung 3). So wurde man durch die Umstände
*) „ .... nous avons d’abord cherché à purifier l’albumine de cette quantité de sel qu’elle renferme; et si nous ne sommes pas parvenus à l’en séparer entièrement, du moins n’en restait-il que des traces. Le moyen que nous avons employé pour y parvenir a été la coagulation du blanc d’oeuf par l’alcohol à 28°, et son lavage à plusieurs reprises jusqu’à ce que la dissolution d’argent n’y démontrât plus la présence du chlore. L’albumine ainsi traitée a été mise avec de l’eau distillée; une petite quantité s’y est seulement
dissoute, car la solution précipitait par l’acide nitrique, l’infusion de noix de galle, et était troublée par la chaleur“ (93 p. 98).
2)	„La liquidité donnée comme un caractère de l’albumine tient à ce qu’elle est toujours combinée avec une certaine quantité d’eau“ (49 p. 13).
3)	„L’albumine peut donc exister dans deux états différents; celui qu’elle a avant sa coagulation, et celui dans lequel elle se trouve après avoir été coagulée“ (147 p. 26).
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