﻿BAS GLOBULIN BES BLUTSERUMS UNB BES EIWEISSES.
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Ausser diesen mehr oder weniger theoretischen Betrachtungen, denen es jedoch an einer gewissen factischen Begründung nicht fehlte, suchten Parmentier & Dey eux auch nach directen Beweisen der Löslichkeit des Eiweisses auf Kosten der in den protemhaltigen Flüssigkeiten befindlichen Alkalien. Zwar hatten schon Edlen v. Jac-quin (40 p. 171) und Scheele (147 p, 3G—8) im allgemeinen auf die Löslichkeit der in der Wärme oder durch Säuren in protemhaltigen Flüssigkeiten entstandenen Niederschläge in Alkalien hingewiesen, doch fanden Parmentier & Deyeux (118 p. 435), dass auch der durch Alkohol erhaltene und weder in Wasser noch in der Mutterlauge lösbare Niederschlag sich in Alkalien auflöst. An Bestätigungen dieser Beobachtungen fehlte es am Ende des XVIII Jahrhunderts nicht. So fand Fourcroy (50 p. 312), dass ein durch Säuren gefällter und in Wasser unlöslicher Niederschlag sich in Ammoniaklösung gut auflöst, was ihn veranlasste zu erklären, Ammoniaklösung sei das „echte Lösungsmittel“ für den Eiweissstoff. Aus der Ammoniaklösung wird das Albumin *) durch Säuren wieder ausgeschieden.
Trotzdem sprach sich Berzelius über die gegenseitigen Beziehungen des Albumins, des Alkali und der Kohlensäure, welch letztere nach Davy’s Ansicht im Serum sich nicht blos im gelösten Zustande befindet, sehr unbestimmt aus. Zwar wünschte er hier eine Verbindung des Albumins mit dem Alkali zu sehen und, nach Dumas & Prévost und Lassaigne’s Beispiel, diese Verbindung Natronalbuminat (5 p. 62) zu nennen; einerseits aber verhinderte ihn die Gegenwart der Kohlensäure, andererseits, und hauptsächlich, die Thatsache, dass blosses Neutralismen der Flüssigkeit mit Säure noch nicht genügt, um die Protemsubstanz derselben zu fällen, sich diesem Gedanken hinzugeben. Infolgedessen drückt sich Berzelius- über diesen Gegenstand sehr vorsichtig und auch wenig bestimmt aus, indem er sagt, dass das Albumin3) im Serum nicht vom Natron allein im gelösten Zustande gehalten werde (ib. p. 64). Auf diese Weise betrachtet Berzelius auch das Hüh-nereiweiss (ib. p. 538). Eine Bestätigung dessen, dass die proteïnhaltigen Flüssigkeiten durch blosses Neutralismen nicht gefällt werden, finden wir bei Heule, der auch bemerkt hatte, dass sogar Neutralisation mit Salpetersäure keinen Niederschlag in mit Wasser verdünntem Hühnereiweiss hervorbringt (74 p. 463).
Aus dem Dargelegten ersieht man, dass jedesmal, wenn die Frage nach der Löslichkeit des „Albumins“ aufgeworfen wurde, die Autoren fast einstimmig erklärten, dass es in Wasser unlöslich sei. Infolgedessen müssen solche Ausdrücke, ganze Sätze u, s. w., in welchen neben dem Worte „Albumin“ das Wort Löslichkeit vorkommt, auf das trockne Serum oder E i w e i s s, oder auf den Trockenrest des Serums oder Eiweisses bezogen werden, welche in Wasser wirklich löslich sind, da sie sowohl die mineralischen Bestandteile als auch die Prote'insubstanzen der Serum- oder Eiweissflüssigkeit in sich schliessen. Hierher sind auch die frischen, durch Alkohol bewirkten Niederschläge in den protemhaltigen Flüssigkeiten zu rechnen. Doch schrieben die älteren Autoren die Löslichkeit
*) „Le coagulum formé dans cette liqueur par l’addition d’un acide, se dissout très promptement dans l’ammoniaque, qui est le véritable dissolvant de la partie albumineuse; mais il ne se dissout pas du tout dans l'eau pure; les acides précipitent cette matière unie à l’ammoniaque“ (50 p. 312).
-’) „Das Blutwasser enthält ausserdem Alkali, tlieils Kali, theils Natron, grossentlieils mit dem Eiweiss verbunden,... (5 p. 62) vergl. mit: „Dasselbe Albumin befindet sich im Blutwasser mit
Natron verbunden zu einer Verbindung die man ein Albuminat von Natron nennen könnte; es ist aber nicht bloss durch dieses Natron aufgelöst erhalten, denn man kann dieses genau durch Essigsäure sättigen, ohne dass das Eiweiss niedergeschlagen oder unlöslich wird“. Und in Bezug auf die Kohlensäure: „was nur darin seinen Grund haben kann, dass sich mit dem Alkali ein kohlensaures Salz gebildet hat“ (ib. p. 64).