﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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Forscher ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich den Eigenschaften der sog. proteünhal-tigen Flüssigkeiten zugewandt hatten, so machten sie in der folgenden, zweiten, Periode die Eigenschaften der auf den verschiedensten Wegen erhaltenen Niederschläge derselben Flüssigkeiten zum Gegenstand ihrer Forschungen. Denis gehört die Ehre, darin sowohl den Anfang gemacht, als auch die Eigenschaften der Globuline in einer für seine Zeit erschöpfenden Weise studirt zu haben. Nachdem Denis einen Ueberschlag dessen, was in den Arbeiten seiner Vorgänger enthalten war, gemacht hatte, bemerkte er: „Das Albumin wird immer in flüssiger Form angetroffen, es wird aber im Wasser so leicht unlöslich, dass man nur zwei Aggregatgustände desselben, den flüssigen und den festen, anerkannt hat. Den flüssigen Zustand erklärte man durch die Löslichkeit des Albumins in Alkalien, die in den protemhaltigen Flüssigkeiten immer vorhanden sind“. Denis findet jedoch, 1) dass, obgleich das aus dem Serum ausgeschiedene Albumin nach dessen Auflösung in Alkalilauge wieder flüssig wird, die Lösung nicht alle Eigenschaften des Serums bezitzt (31 p. 78); 2) dass bei genauer Neutralisirung des Alkali des Serums keine Ausscheidung von Albumin beobachtet wird (ib. p. 79); 3) dass Lösungen von Ammonium—, Kalium—, Natrium—, Calcium—und Bariumchlorid, Ammonium—, Kalium—, Natrium—und Zinksulfat, salpetersaurem Kalium, Natrium und Strontium, von Natriumphosphat, Ammoniumalaun, endlich von neutralem Bleiacetat das Serum nicht fällen (ib. p. 79, 75—6); 4) dass durch Einwirkung von vegetabilischen und Mineralsäuren auf Serum erhaltene Niederschläge in denselben aber verdünnten Säuren löslich sind (ib. p. 79) und 5) dass Alkalien—sowohl Kali und Natron als auch Ammoniakflüssigkeit—im Serum keine Veränderungen hervorzurufen scheinen,—dies alles in Betracht ziehend, spricht Denis sich dahin aus, dass die Gegenwart von Alkali allein den natürlichen „flüssigen“ Zustand des Albumins“ nicht erklären könne ‘) Da andererseits eigne Erfahrung Denis gezeigt hatte, dass 6) in Salzlösung aufgelöstes Fibrin durch Verdünnung der Lösung mit Wasser sich niederschlägt (ib. p. 72) und er, sich auf die historischen Thatsaclien stützend, zwischen Albumin und Fibrin keinen Unterschied sieht, so empfiehlt e r, um Albumin zu erhalten, das Alkali der p r o-te'inhaltigen Flüssigkeit mit irgend einer Säure, z. B. Essig-säure, zu neutralisiren und dann mit Wasser zu verdünne n, o d e r, u m gekehrt, zuerst mit Wasser zu verdünnen u n d d a n n zu neutralisiren* 2). Das sich in kleinen Flocken langsam niederschlagende Albumin löst sich sogleich entweder in einem Ueberschusse der hinzugefügten Säure oder, besser, in der Lösung eines neutralen Salzes auf3). Ausserdem fand Denis, dass auch der durch 30°-igen Alkohol in einem gleichen Volum Serum bewirkte Niederschlag sich in der Lösung eines neutralen Salzes auflöst4). Die Lösung der Niederschläge geht besser von statten, wenn die Salzlösung V13 Alkali enthält. In diesem Falle reagirt die Lösung wie das Serum (ib. p. 80). Aelinliche, von analogen Piesultaten gefolgte Beobachtungen am Hühnereiweiss veranlassten Denis zu derBe-
*) „La soude seule ne peut être la cause de cet état liquide“ (31 p. 81).
2) „Maintenant, qu’on sature exactement l’alcali, tant du sérum naturel que du sérum artificiel, avec un acide quelconque, de l’acétique par exemple, puis qu’on étende d’eau la masse entière, ou qu’on commence à l’étendre d’eau avant de procéder à la saturation; il se précipite aussitôt
des flocons très fins avec lenteur“ (ib. p. 83).
a) „.... il se précipite aussitôt des flocons très fins avec lenteur, Ils sont formés de fibrine,
accompagnée à la vérité de corps gras. Qu’on verse alors un excès d’acide, ou mieux une solution de sel neutre, cette fibrine moléculaire est aussitôt redissoute“ (ib. p. 83—84).
4) „Si l’on précipite ce sérum avec un volume égal d’alcool à 33°, et qu’on ajoute aussitôt une solution d’un sel neutre, ou mieux une solution de ce sel additionnée d’un treizième de soude ou de potasse, le précipité disparait et le sérum semble reconstitué“ (ib. p. 80).