﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES ElWEISSeS.
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einen Gegner in Berzelius (13 p. 667). Ohne in den Sinn der Beobachtungen dieses Forschers sich genügend hineingedacht zu haben und sich auf ein kurzes ReferatQ beschränkend, in welchem man sich seinerseits auf ein Referat aus einer andern Zeitschrift (Arch. gén. de méd. 1838, février) berief, sprach Berzelius, in seinen Jahresberichten sich dahin aus, dass Denis zwischen „geronnenem und ungeronnenen Albumin“ keinen Unterschied sehe, den „geronnenen Zustand des Albumins für den natürlischen halte und der Meinung sei, dass das Albumin auf Rechnung der Salze im Blut gelöst sei. Diese Angaben ganz irrtümlich erklärend, sagt Berzelius, um Denis Schlüsse anzufechten, aus, dass nach dem Neutralismen des Natriums im Serum, Verdünnung mit einer beliebigen Quantität Wasser keine Fällung bewirkt3).
Dieser Umstand ist in der Hinsicht von Wichtigkeit, als infolge von Berzelius’ gewichtigem Auspruch Denis’ Angaben fast unbekannt blieben: zur rechten Zeit lenkten sie die Aufmerksamkeit nicht auf sich, und wurden dann vergessen. Seine Angaben blieben vergessen, man liess sie ausser Acht, obgleich zwei Jahre später Berzelius selbst, wie wir sehen werden, durch Neutralisation und Verdünnung der prote'inhaltigen Flüssigkeiten mit Wasser Niederschläge erhielt. Aber das Urteil war gefällt, und ich darf sagen, dass bis zu meiner früheren (122 p. 73) sowie der gegenwärtigen Arbeit, mit Ausnahme von Liebig und Scheren, Denis’ Schlüsse, hauptsächlich aber seine Beobachtungen, nicht nach Verdienst gewürdigt worden sind.
Es fiel niemand auf, dass Berzelius bald sich selbst widerlegt und, gleich Denis, findet (1842,15 p. 542—3), dass sowohl Serum als auch Hühnereiweiss nach genauer Neutralisation und darauffolgender Verdünnung mit Wasser Albumin, obgleich, seiner Ansicht nach, in coagulirtem Zustande auscheidet3). Noch mehr: schon früher, im J. 1840, hatte Berzelius (14 p. 33) bemerkt, dass mit wenig Wasser verdünntes Hühnereiweiss, welches dann bis zu deutlich saurer Reaction mit Schwefelsäure neutralisirt wird, einen Niederschlag bildet, obgleich dieser von Berzelius für Zellgewebe—tela eellulosa—gehalten wurde (14 p. 33). Durch Neutralisation oder einen Ueberschuss von Säure entstehende Niederschläge erhielt er auch mit vielen andern Säuren (ib. p. 38—9). Indem Berzelius, dem Denis’ Arbeit ungenügend bekannt war, auf diese Weise dessen wichtigsten Satz — dass Verdünnung mit Wasser und Neutralisation keine Fällung bedingt — widerlegt, spricht er sich jetzt schon dahin aus, dass bei dieser Fällung ein Niederschlag von coagulirtem, sogar mit Säure verbundenem, Albumin erhalten wird, ohne, fügen wir hinzu, in der Beschreibung seiner Beobachtungen den Widerspruch zu bemerken. Nach Berzelius, findet die Fällung des Albumins eher statt, als alles Alkali des Serums neutralisirt ist; dabei verbindet das Albumin sich mit der Säure, welche bei dem Umrühren der
f) Berzelius weisst auf Journ. de Chimie méclic. Série IV p. 191 hin; richtiger wäre: 14 t. p. 161. 1838.
2) „Denis (Journ. de Ch. Méd. Sec. Serie. IV. pag. 191) sucht zu beweisen, dass Albumin und Fibrin dieselben Stoffe sind: er macht keinen Unterschied zwischen ihrem coagulirten Zustande. Er hält sie im coagulirten Zustande für natürlich, aber aufgelöst durch die Salze des Blutes. I) i e s e gänzlich unrichtige Meinung (!) gründete er auf folgende Versuche: Wenn man reines in Wasser aufgequollenes Fibrin in einer Lösung you einem neutralen Salze, z. B. von Salpeter, 24 bis 48 Stunden lang macerirt, so löst es
sich auf, und man erhält eine Flüssigkeit, die dem Eiweiss gleicht... Man kann jedoch das Natron im Eiweiss mit einer Säure v ö 11 i g s ä 11 i g e n und es dann mit beliebig vielem Wasser verdünnen, ohne dass es gefällt wird“ (13 p. 667).
3) „Wenn man in dem Serum oder in dem Eiweiss das Alkali genau mit Essigsäure sättige und die Flüssigkeit dann verdünne, sie trübe wird und nach einiger Zeit Flocken von ausgeschiedenem Albumin absezt (15 p. 542).........und das
allmählig in den coagulirten Zustand übergegangene Albumin absetzt“ (ib. p. 543).