﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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Somit nimmt Denis in dem im ausgeschiedenen Zustande befindlichen Albumin zwei Modificationen an: die eine ist zwar auch gefälltes, aber in Salzlösungen leicht lösliches Albumin, für welches Denis empfiehlt die Benennung „albumine“ beizubehalten; die andre—gleichfalls gefälltes Albumin, aber im „geronnenen“, unlöslichen Zustande. Für dieses schlägt er den, besonders neben dem Worte mit der Endung „ine“ *), unübersetzbaren Ausdruck „albumin“ (ib. p. 79) vor. Folglich unterschied Denis, ausser dem natürlichen Zustande des Albumins, in welchem er dessen Verbindung mit Alkalien und Salzen annahm, und ausser der in der Wärme geronnenen Modification desselben, auch noch einen dritten, „neutralen“, Zustand des Albumins, nämlich gefälltes aber in Salzlösungen, Alkalien und Säuren lösliches Albumin, welches alle Reactionen der natürlich vorkommenden albuminösen Flüssigkeiten aufweisst, nachdem es in analogen Gemischen der anorganischen Bestandteile der albuminösen Flüssigkeiten (ib. p. 57—63) aufgelöst worden ist.
Diesem Zwischenzustande des Albumins, wenn man sich so ausdrücken darf, schenkte Berzelius keine Aufmerksamkeit. Nach allem, was wir dargelegt, blieb Denis nichts andres übrig als zu sagen, dass Berzelius seine Schlüsse am Studiertische gezogen hatte, ohne, seiner Gewohnheit zuwider, die Richtigkeit derselben durch Versuche zu prüfen 2), wobei aber Denis dem schwedischen Forscher die tiefste Achtung zollte.
Ausser bei Berzelius, findet man auch noch bei andern Autoren jener Zeit, welche jedoch nicht einmal Denis1 Namen erwähnen, manche Bestätigungen der von diesem Autor gelieferten Thatsachen.
So fand, gleich ihm, Simon, dass mit Wasser verdünntes Hühnereiweiss (164 p. 59) und Serum (165 p. 588) bei dem Neutralismen mit Essigsäure einen in Wasser unlöslichen Niederschlag von Albumin geben, bemerkt aber dabei, in voller Ueber-einstimmung mit Denis, dass bei dieser Operation nicht alles Albumin sich niederschlägt (ib. p. 538). Ausserdem fand Simon (164 p. 60), dass auch ein Kohlensäurestrom in mit Wasser verdünntem Serum (ib. p. 60) oder Hühnereiweiss (ib. p. 51 und 56) das Albumin fällt3).
Sehr interessante Thatsachen sowohl in Bezug auf Denis’ Lehre als auch über den damaligen Stand der Dinge in der Frage nach dem uns interessirenden Körper finden wir bei Liebig. In seinem Briefe (1841,106 p. 539) an Denis bestätigt er dessen Angaben über die Fällung des Serums nach der Neutralisation und Verdünnung mit Wasser4) und beschreibt in seinem Wörterbuche ausführlich sowohl das Verfahren als auch die bei diesem Processe stattfindenden Reactionen. So meint
d’oeuf, des sucs albumineux des plantes, etc., albumine cuite ou coagulée proprement dit animale et végétale“ (ib. p. 77).
‘) „Jusqu’à preuve contraire il faut admettre cette proposition, comme une conséquence rigoureuse des faits connus; et, afin de désigner convenablement les deux substances, je laisserai à la dernière le nom d’a 1 b u m i n e en donnant celui d’a 1 b u m i n à l’autre, au lieu de l’appeler, selon l’usage, albumine cuite ou coagulée, expressions qui ne sont pas toujours vraies............“
(ib. p. 79).
s) „Quelques chimistes ont écrit qu’elle n’était que de l’albumine coagulée. C’était le sentiment de Berzelius, qui ne l’a motivé du reste que par des assertions sans preuves expérimentales, assertions faciles à réfuter........ Cette théorie for-
mulée dans le cabinet, contrairement aux habitudes du savant suédois, n’a aucun fondement, car il suffit d’examiner l’albumine séparée à l’état solide pour voir qu’elle ne se comporte pas comme le fait l’albumine coagulée, surtout avec les sels neutres à base d’alcali.....“ (34 p. 25).
3) „Als ich in das Blutserum oder Eiweiss der Eier einen Strom von Kohlensäure leitete, fiel das Albumin heraus, welches als Natronalbuminat darin enthalten war, löste sich aber auch beim anhaltend fortgesetzten Hindurchleiten des Gases nicht wieder auf“ (164 p. 60j.
*) „Nous avons également réussi à précipiter l’albumine sous forme de globules en ajoutant une suffisante quantité d’eau à du sérum rendu neutre par un acide“ (106 p. 539).
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