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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
findet Lehmann noch, dass sogar mit Alkohol gefälltes Albumin sich schwer in reinem Wasser löst, leichter in Wasser, welches ein Alkalisalz enthält (ib. p. 341).
3. Der Trockenrest. Das genauere Studium des Trockenrestes der pro-te'inhaltigen Flüssigkeiten liefert seinerseits ein höchst interessantes Material zu Gunsten von Denis’ Lehre. So geht Simon noch weiter als seine Vorgänger und findet, dass Eiweiss nicht nur nach einfachem Abdampfen bei 40° sondern auch in dem Falle, wenn das Alkali der Flüssigkeit vorher genau neutralisirt worden war, sich in Wasser auflöst. Dasselbe beobachtete, Simon’s Worten nach, auch Chevreul1). Andererseits zeigten Scherer (148 p. 19) und nach ihm Liebig (105 p. 876), die Löslichkeit des bei gewöhnlicher Temperatur abgedampften menschlichen Serums bestätigend, dass ein solches, nach Scherer zu grobem, nach Liebig zu feinem Pulver verriebenes Serum bei dem Auswaschen mit kleinen Portionen kalten Wassers gallertartige Stücke auf dem Filter zurücklässt, welche bei 25°—28° R. in Wasser unlöslich sind. Die Aschenanalyse zeigte Scherer, dass im ersten Fall der unlösliche Teil eine Asche giebt, die schon keine alkalisch reagirenden und überhaupt keine löslichen Salze mehr enthält (148 p. 20). Dementsprechend hält Liebig diesen Rest für reines Albumin, das gar keine löslichen Salze enthält, durch welche, seiner Meinung nach, jenes in Lösung erhalten wurde, welche aber in dem gegebenen Falle von den schnell abfliessenden Waschwässern mitgerissen worden waren. Wird dieser Niederschlag in die Waschwässer gebracht, so lösst er sich in denselben auf und bildet eine Flüssigkeit, die in der Wärme gerinnt2). Nasse, der dieses von Salzen befreite Albumin „das ungeronnene“ nannte, findet, dass es in Essigsäure viel leichter als das geronnene (124 p. 150) und auch in Salpeter sich leicht auflöst (ib. p. 152). Diese Beobachtungen scheinen Denis’ Gedanken zu bestätigen, nach welchem das in den pro-teïnhaltigen Flüssigkeiten lösliche Albumin nur auf Kosten der darin enthaltenen Salze in Lösung bleiben soll, da nach der Entfernung derselben durch schnelles Auswaschen ein Albumin zurückbleibt, welches die Fähigkeit in dem Waschwasser und in Salzen sich aufzulösen nicht eingebüsst hat, in Wasser aber offenbar unlöslich ist. Doch auch ein anderer Teil von Denis’ Lehre, nämlich dass das Albumin in den Flüssigkeiten zum Teil in Verbindung mit Alkalien enthalten sei, findet in Scherer’s Arbeiten seine Bestätigung. Indem letzterer die Waschwässer des trocknen Serumpulvers sammelte, fand er, dass das Waschwasser Albumin zwar enthält, die Flüssigkeit aber beim Kochen sich gar nicht verändert und sogar bei starkem Abdampfen nicht gerinnt, während der Trockenrest stark alkalisch reagirt und, nach Liebig (105 p. 876), Kochsalz (148 p. 20), Sulfate und Chloride enthält. Bemerken wir unter anderem, dass diese Waschwässer, die beim Kochen nicht gerannen, beim Abdampfen gleich der Milch Häutchen bildeten, was auf Casein hinweist3 * * *). Doch findet Scherer, dass auch alles Serum, sammt dem Teile, der bei dem Auswaschen auf dem Filter zurückbleibt, in einen analogen Zustand übergeht, wenn zu frischem mit dem
*) „Das bei 40° abgedampfte löste sieb im Wasser wieder auf. Auch wenn man das freie Alkali genau sättigt und dann das Eiweiss auf angegebene Art behandelt, zeigt sich derselbe Erfolg“ (164 p. 57).
2) „....... so bleibt ein gallertartiger Rück-
stand, der sich nicht mehr löst; es ist reines Albumin, was beim Einäschern keine alkalisch
reagirende Asche, überhaupt kein lösliches Salz,
sondern nur eine kleine Menge phosphorsauren
Kalk hinterlässt. Das Wrasser nahm bei diesem
Auswaschen offenbar die löslichen Salze zuerst
hinweg, mit deren Hülfe sich das Albumin in Auflösung erhielt. W7ird das Waschwasser in der That mit dem Rückstände auf dem Filter wieder zusammengebracht, so löst er sich völlig wieder auf zu einer in der Wärme coagulirenden Flüssigkeit“ (105 p. 876).
3) „....die durch Auslaugen des Blutserums
erhaltene Flüssigkeit sich wie eine Lösung von Casein verhält und eine sehr alkalische Asche liefert. Dieses ist eine Thatsache, die sich bei jedem löslichen Casein in seiner Asche wiederfindet“" (148 p. 20).