﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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Leser Vorschlägen nachzurechnen, das wievielste Mal dieser Autor ausser der Fällbarkeit des Serums durch Wasser auch noch dessen Fällbarkeit durch Wasser und Essigsäure entdeckt hat!..
Inzwischen werden auch noch heutzutage sehr oft Panum’s Beobachtungen als Ausgangspunkt bei der Darlegung der Lehre von den Eiweissstoffen (1902.73 p. 333) benutzt. Auch kann man Hammarsten nicht beistimmen, dass „Panum als erster (?!) die Ausscheidung eines Globulins durch blosses Verdünnen des Serums mit Wasser wie auch durch Säurezusatz und Verdünnung beobachtet oder wenigstens mehr eingehend studiert hat“ (73 p. 342). In beiden Fällen ermangeln solche Behauptungen der historischen Begründung.
Das Dargelegte erklärt leicht Panum’s Gedankengang hei der Bestimmung* der Eigenschaften des erhaltenen Niederschlags. Von der Annahme ausgehend, dass der Niederschlag in Wasser unlöslich sei, behauptet Panum (128 p. 258), derselbe könne kein Albumin sein, da d a s Serumalbumin von dem erwähnten Niederschlage sich wesentlich dadurch unterscheide, das Wasser und Essigsäure, d. h. Reagentien, welche Albumin nicht coaguliren, diesen neuen Körper fällen *). Das ist die Quelle von Panum’s Irrtümern!
Interessant ist ausserdem auch noch Panum’s Behauptung, die er, man weiss nicht worauf, gründet, seinen Worten nach jedoch „allgemein bekannt“ (?) sein soll, dass es eine an und für sich in Wasser lösliche Modification des Albumins und ausserdem auch noch eine an und für sich in Wasser unlösliche, aber in Alkalien lösliche Modification giebt * 2 3).
Woher eine solche Vorstellung vom Eiweissstoff stammt, und was für ein Albumin Panum meint, ist unbekannt. Von dem, was man über das Albumin vor ihm wusste, berechtigt ihn nichts, dessen Löslichkeit in Wasser anzunehmen, und eigene Thatsachen über das Albumin oder dessen Löslichkeit in Wasser führt er nicht an.
Wenn Panum sich auf den Fall bezog, wenn bei dem Verdampfen des Wassers von dem Serum ein Trockenrest erhalten wird oder bei der Einwirkung von Alkohol auf dasselbe der Niederschlag sich in Wasser löst3), so löste sich ja sein zweiter Niederschlag ebenfalls in Wasser auf. Das sind aber auch die einzigen Fälle, welche einige Autoren veranlassten, anstatt der Ausdrücke „der trockne Serumrest“ oder der „durch Alkohol bewirkte Niederschlag“ ist in Wasser löslich, den Ausdruck „Albumin ist in Wasser löslich“ zu gebrauchen. In diesem Falle löst sich aber in Wasser auch der in Panum’s Niederschlag übergehende Teil der Proteünsub-stanz des Serums....
Ohne die ungenügende Vorstellung von dem, was Albumin ist, zu haben, welche sogar seinen Vorgängern geläufig war, behauptet Panum nichtsdestoweniger, dass dieser
') „Vom Albumin des Serums unterscheidet die besprochene Proteïnverbindung sich schon wesentlich dadurch, dass Wasser und Essigsäure, Reagentien, die das Albumin nicht zu coaguliren vermögen, dieselbe aus ihrer Auflösung fällen“ (ib. p. 259)
2)	„Es existirt indess bekanntlich auch eine für sich (Panum’s Cursiv) in Wasser lösliche Modification des Albumins, ausser dieser durch seine Verbindung mit Alkali in Wasser löslichen, für sich aber unlöslichen Modification" (129
p. 20).
3)	Ausser allem, was wir hier schon mitgeteilt (p. n. 84—5), ist es interessant hier zu vermerken, dass auch in der zweiten Periode der Geschichte
des Albumins, ungefähr 15 Jahre nach Panum’s Arbeit, Gautier (53 p. 30) die Löslichkeit des beim Abdampfen bei niedriger Temperatur erhaltenen Serumrestes für die Löslichkeit des Albumins hält und dass Dumas im J. 1844 das „Eiweiss“, „Weisse“ des Eies, noch immer für Albumin ansah, dementsprechend er es auch für wasserlöslich hielt“ (40 p. 453): „On connaît l’albumine sous deux formes bien distinctes: liquide et miscible à l’eau en toutes proportions,telle qu’on la trouve dans le sang, le blanc d’oeuf, etc; solide et tout à fait insoluble, telle qu’on l’observe dans le blanc d’oeuf cuit et dans le sang coagulé par la chaleur“ (ib. p. 453).