﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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benen Wege zwei verschiedene proteïnartige Körper von einander zu trennen. Wenn diese Frage nur Panum beträfe, so würden wir, seine unbegründete Betrachtung und den Namen, den er für diesen Körper vorschlägt, beiseite lassend, seine Beobachtungen nur für Bestätigungen der von Denis, Liebig u. a. (p. n. 90—104) gemachten ansehen, da diese Forscher die Frage nach den Niederschlägen des Serums und des Ei-weisses viel voller und eingehender behandelt haben als Panum. Die Sache ist aber die, dass nicht nur er, sondern auch alle nachfolgenden Autoren, von Anfang der 60-er Jahre an bis jetzt, der bis Panum in der Geschichte des Albumins verflossenen Zeitperiode gegenüber sich ebenso verhalten wie er, d. h. die Geschichte des Albumins nicht studirt haben, folglich es nicht kennen, und sich den protemhaltigen Flüssigkeit gegenüber wie Panum verhalten. Deshalb ist es notwendig gewesen einerseits von der Arbeit dieses Autors Kenntniss zu nehmen, andererseits zu ergründen, was er von seinem Standpunkte aus Albumin nannte. Obgleich wir nirgend eine directe Bestimmung dieses Begriffs bei ihm finden, ist es dennoch geraten sich auf seinen Standpunkt zu stellen, da Panum der erste war, der de m vor ihm unter dem Namen Albumin bekannten Niederschlage, den er aber Casein nennt, die Mutterlauge, aus welcher er sich ausscheidet, gegenüberstellte. Diese Ansicht, die sich alle nachfolgenden Autoren aneigneten, wurde die Quelle irrtümlicher Beurteilungen und willkürlicher Schlüsse über die Eigenschaften und das Verhalten der Pro-teinkörper des Serums, des Eiweisses und anderer Flüssigkeiten.
Panum behandelte das Serum mit Wasser und erhielt eine geringe Menge Niederschlag A und ein Filtrat A', welches er Albumin nannte (128 p. 252). im weiteren enstand bei der Einwirkung von Kohlensäure auf das mit Wasser verdünnte Serum viel schneller ein ziemlich reichlicher Niederschlag *) B von in-dentischem Charakter mit dem ersten und ein Filtrat B' von ebenfalls albuminö-sem Charakter; schliesslich rief der Zusatz von Essigsäure zu dem mit Wasser verdünnten Serum die Bildung eines sehr umfangreichen Niederschlags 2) C hervor; dieser fiel sogleich zu Boden und hinterliess das Filtrat C', welches wiederum Albumin enthielt. Die Niederschläge, A, B und C waren identisch. Wie aus Panum’s Beschreibung deutlich folgt, wie alle nachfolgenden Autoren wiederholen und wie es schliesslich sein muss und auch ist, unterscheiden sich die bei diesen Behandlungen erhaltenen Niederschläge quantitativ, indem A kleiner als B, B kleiner als C ist; daraus folgt, dass das Filtrat C' am wenigsten, B' mehr, A' am meisten Proteïnsubstanz enthält. Und doch werden die Proteïnreactionen von Panum, sowie auch von den andern Autoren dem Albumin zugeschrieben! Nimmt man daher an, dass das Filtrat wirklich nur Albumin enthält, so muss die Flüssigkeit B' auch Panum’s Casein in der Quantität C—B enthalten, während in der Flüssigkeit A' es in noch grösserer Menge nämlich — C—A vorhanden ist! Dies alles stört die Autoren nicht im mindesten.—sie behaupten dasselbe bis zu dem heutigen Tage, und erklären die Mutterlauge, wie gross der aus derselben ausgeschiedene Niederschlag auch sei, für Albumin, ohne die mineralischen Bestandteile, ja nicht einmal die Keaction der Flüssigkeiten in Betracht zu ziehen!
Auf Grund alles Dargelegten wäre es ganz folgerichtig anzunehmen, dass in den auf Panum’s folgenden Arbeiten, mit seltenen Ausnahmen unter dem Na-
‘) „..... setzte beim Stehen bald einem sehr :) „............wurde eine sehr starke, weisse Fäl-
reicklichen Bodensatz ab, der durchaus dasselbe	lung hervorgebrackt, die das verdünnte Serum
Yerhältniss zu den Reagentien zeigte, wie die	ganz undurchsichtig machte und demselben ein
vorhin besprochene durch Wasser bewirkte Fäl- fast milchweisses Aussehen gab“ (ib. p. 254). lung“ (ib. p. 254).