﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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ehanan Serum nicht nur mit gepulvertem Kochsalz sondern auch mit einer gesättigten Natriumsulfatlösung; doch bewirkte letzteres auch in Pulverform die Bildung eines Niederschlags. Besonders gut geht die Fällung vor sich, wenn die Flüssigkeit zuerst mit Essigsäure oder Salzsäure angesäuert und dann mit Chlornatrium oder Natrium-, Kalium- oder Magnesiumsulfat behandelt wird: es erfolgt vollständige Fällung des Albumins. Den in beiden Fällen erhaltenen Niederschlag sieht Parkes (132 p. 84) für Albumin an, wobei er findet, dass der Niederschlag in Wasser löslich ist (133 p. 281).
Bei Melsens (1851,116 p. 178) dagegen finden wir auch directe Hinweise auf die Fällung vom Albumin aus zweifach mit Wasser verdünntem (spec. Gew. 1,020) filtrirtem Eiweiss durch Sättigung der Flüssigkeit mit gewissen Barium-, Calcium-, Magnesium-, Ammoniumsalzen u. a. *), wobei durch Umrühren die Fällung scheinbar beschleunigt wurde (ib.). Melsens beobachtete bei der Bearbeitung mit Säuren und Salzen dieselben Erscheinungen wie Parkes. Auch Panum (129 p. 458) erwähnt, dass mit einer grossen Quantität gepulverten Kochsalzes ein wasserlöslicher Niederschlag aus dem Serum erhalten werden könne, wobei die erhaltene Lösung beim Kochen einen Niederschlag ausscheidet. Hühnereiweiss giebt diese Reactionen nicht (ib.).
Die aus Robin & Moyse’s Beobachtungen (1853,144 p. 229) gezogenen Schlüsse scheinen auf den ersten Blick zu Melsen’s Beobachtungen im Widerspruch zu stehen. Nachdem Serum mit einer etwas grösseren Volummenge Magnesiumsulfat, und Hühnereiweiss mit der dreifachen Menge Wasser und desselben Salzes vermischt worden waren, wurden in den Filtraten dieser Gemische beim Kochen und unter der Einwirkung von Säuren Niederschläge erhalten, was auf den Gedanken bringen könnte, dass Magnesiumsulfat das Albumin nicht fällt. Robin & Moyse sagen jedoch nichts über den Niederschlag auf dem Filter. Uebrigens erhielt Quevenne (141 p. 97) Albuminniederschläge 2), indem er, in umgekehrter Reihenfolge vorschreitend, mit Magnesiumsulfat oder Chlornatrium sowohl doppelt verdünntes und filtrirtes Hühnereiweiss als auch filtrirtes Serum sättigte. Der Zusatz einer kleinen Menge Säure (Essig-, Milch-, Salz- oder, Phosphorsäure) begünstigt die Fällung des Albumins durch Kochsalz (ib.); überdies zeigte sich eine deutliche Trübung auch bei der Einführung von 0,02—0,04 Kochsalz in schwach angesäuertes, filtrirtes und verdünntes Hühnereiweiss (ib. p. 98). Schliesslich fand Virchow (172 p. 573) bei der Wiederholung von Moyse & Robin’s Versuchen, dass bei der Sättigung mit krystal-linischem Magnesiumsulfat und auch mit Kalium- und Natriumsulfat, Chlorcalcium und Chlornatrium (ib.) nicht nur hydropische Flüssigkeit Niederschläge ausscheidet, sondern dass mit denselben Salzen (in Pulverform) auch Menschen-, Pferde- und Ochsenserum Niederschläge giebt, die, nach dem Filtriren, in destillirtem Wasser löslich sind, wobei die Lösung die Eigenschaften einer proteïnhaltigen Flüssigkeit
Angaben darüber, ebenso wenig trifft man solche in der bekannten Arbeit Cl. Bernard’s über die Pancreasdrüse (9 p. 1 u. s. w.) an. Im Jahre 1855 giebt Cl. Bernard (8 p. 239) in der Beschreibung seiner Beobachtungen über den Pancreassaft allerdings an, dass diese Flüssigkeit durch Magnesiumsulfat vollständig gefällt wird, wobei das Filtrat durch Kochen nicht verändert wird. Einfache Filtration des Pancreassaftes durch eine auf dem Filter aufgelöste Schicht Magnesiumsulfat bewirkt keine vollständige Fällung der Proteinsubstanz.,
*) „Pour quelques sels de baryte, de chaux,
de magnésie, d’ammoniaque etc. (on doit laisser l’albumine en excès;, car en saturant, on la précipite par ces sels s’ils ont été ajoutés en excès“ (116 p. 178).
2) „J’ai aussi constaté que l’albumine d’oeuf étendue de partie égale d’eau et filtrée de manière à l’avoir très limpide et par conséquent exempte de matières en suspension (dans le sens ordinairement attaché à ce mot), que le sérum du sang très limpide, pouvait aussi laisser former un précipité léger par l’addition de su 1-fate de magnésie ou de chlorure dé sodium, j u s q u’à saturatio n“ (141 p. 97).