﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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dass wie stark mit jeder neuen Darstellungsmethode der Niederschlag aus dem Serum und aus dem Eiweiss zum Schaden der quantitativen Beständigkeit des Albumins auch anwuchs, derselbe immer die Haupteigenschaften des Globulins—Unlöslichkeit in Wasser und Löslichkeit in Salzen—besass.
Um aus Serum Globulin zu erhalten, schlägt Schmidt vor, das mit 10 Yol. Wasser verdünnte Serum nicht nur mit Kohlensäure oder Essigsäure sondern überhaupt mit irgend einer nur hinlänglich verdünnten Säure zu behandeln (154 p. 432). Günsberg (58 p. 237) sagte schon damals aus, dass sowohl Mineralsäuren als Pflanzensäuren in den prote'mhaltigen Flüssigkeiten Niederschläge bewirken, wenn sie nur in genügendem Maasse mit Wasser verdünnt sind. Ferner hebt Schmidt den sehr interessanten Umstand hervor, dass bei der erwähnten Behandlung nicht das sämmt-liche Globulin ausfällt, dass, seinen Beobachtungen nach, die Fällbarkeit des Globulins dem Grade der Verdünnung des Serums mit Wasser entspricht, d. h. je höher diese ist, desto reichlicher und schneller die Fällung vor sich geht; bei wiederholten Verdünnungen und Fällungen mit Kohlensäure schlägt sich immer weniger und weniger von der Substanz nieder (154 p. 433). Im allgemeinen, je concentrirter die Lösung ist, aus welcher das Globulin gewonnen wird, desto mehr Säure (Kohlenoder Essigsäure) ist erforderlich oder desto weniger braucht die Säure mit Wasser verdünnt zu werden (ib. p. 458). Um reines Seroglobin zu erhalten, rät Schmidt dasselbe aus dem Serum von geronnenem Pferdeblutplasma darzustellen, obgleich auch Ochsenserum ein gutes Product liefern kann (ib. p. 437). Zur Reinigung löst man den ersten Niederschlag mittelst einiger Tropfen sehr verdünnter Aetznatron-lösung auf und behandelt die erhaltene Lösung so wie das Serum. Das zum zweiten Mal gefällte und in schwachalkalischer Flüssigkeit aufgelöste Globulin wird aufs neue mit Kohlensäure gefällt und in derselben Mutterlauge durch Durchleitung von Sauerstoff oder Luft (nach Entfernung der Kohlensäure, sei hier bemerkt) aufgelöst; auf dieselbe Weise werden Niederschläge in der alkalischen Lösung auch durch Neutralisation mit andern Säuren erhalten und in einem unbedeutenden Ueberschuss von Säure wieder aufgelöst; aus dieser sauren Lösung werden sie aufs neue durch Alkalien gefällt, in denen sie bei dem geringsten Ueberschuss letzterer wieder löslich sind (ib.p. 437). wobei die alkalische Lösung, da sie nur eine ganz unbedeutende Menge Alkali enthält, auf Reagenspapier zuweilen auch keine Wirkung hervorbringt (ib. p. 454). Ueberdies löst Wasser die Spuren von Globulin auf (ib. p. 438), doch lassen sich diese Spuren leicht nachweisen; zu diesem Zwecke rät Schmidt das Waschwasser—nach dem Auswaschen des Globulinniederschlags—von den suspendirten Teilchen nochmals abzufiltriren und einen Kohlensäurestrom in das klare Filtrat zu leiten. Nach einigen Stunden — in schwachsauren und schwachalkalischen Lösungen bei 25°—28° nach 5—10 Tagen—gewahrt man einen Niederschlag. Mit dieser Erscheinung eng verbunden ist der Umstand, dass das Globulin aus Salzlösungen bei deren Verdünnung mit Wasser nicht ganz ausgefällt wird, und dass vollständige Fällung erst bei nachfolgender Durchleitung von Kohlensäure oder Behandlung mit irgend einer andern schwachen Säure erfolgt. Ueberhaupt, je grösser der Gehalt an lösendem Salze ist, desto mehr muss die Salzlösung des Globulins mit Wasser verdünnt werden, damit durch Kohlensäure oder Essigsäure ein Niederschlag erhalten werde. Hier ist die Erklärung des Umstandes zu suchen, warum Schmidt in der Folge (157 p. 422) zur Fällung des Globulins vorschlägt, zu der mit Wasser verdünnten prote'mhaltigen Flüssigkeit Essigsäure bis zu schwach saurer Reaction zuzusetzen. Mit denselben Eigenschaften des Seroglobins ausgestattetes Globulin findet Schmidt auch in dem Serum des Milchsaftes, der Lymphe und des Eiters (154 p. 445). Ferner enthalten ein eben solches Globulin Gewebe, die keine Blutgefässe in sich