﻿DAS GLOBULIN DÈS BLÜTSEEÜMS UND DES EIWEISSES.	127
Serum casein “ ‘) und liait ihn für „Natronalbuminat“. Somit erscheint unser Vorschlag zugleich mit dem Prote'inniederschlag oder dem Präparat auch den Namen des Autors zu nennen, volkommen gerechtfertigt, da es bei weitem nicht dasselbe ist, ob man „Schmidt’s Globulin“ und „Panum’s Casein“ oder „S c h m i d t’s Globulin nach Ktih n e“ oder „P anu m’s Serumcasein nach K ü h n e“ sagt.
Um den einen Körper von dem andern zu trennen, schlägt Kühne vor, das Serum mit 10 Teilen Wasser zu verdünnen und Kohlensäure bis zu vollständiger Fällung von „Schmidt’s Globulin“ einzuleiten, nach dessen Abtrennung das Filtrat noch mit Wasser verdünnt und wieder mit Kohlensäure behandelt wird, bis sich kein Niederschlag mehr bildet; danach scheidet sich durch Zusatz von Spuren von Essigsäure im neuen Filtrat abermals ein weisser pulverförmiger Niederschlag— Panum’s Serumcasem oder Alkalialbumat“ * 2)—aus, der in verdünnten Alkalien und Alkalisalzen leicht löslich ist.
Obwohl Kühne Recht hat, dass „Panum’s Serumcasem“, infolge der zu jener Zeit letzterem beigelegten Eigenschaften, nicht für gewöhnliches Casern angesehen werde könne, so war dennoch kein Grund vorhanden die historischen Thatsachen zu entstellen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Schmidt und Panum die durch Kohlensäure und Essigsäure bewirkten Niederschläge für einen und denselben Körper hielten, der sowohl von der einen als von der anderen dieser Säuren gefällt werden kann. Auch nachdem Schmidt in der Folge Kühne’s Ansicht bekannt geworden war, findet er in den Reactionen der durch Behandlung mit Kohlensäure und Essigsäure erhaltenen Niederschläge keinen Unterschied (1872,157 p. 413 u. folg.). Schliesslich giebt Schmidt, der diese Niederschläge mit einem und demselben Namen benannte, folgende ziemlich befriedigende Erklärung des Umstandes, dass bei der Einführung von Kohlensäure nicht alles Globulin ausfällt, bei der Neutralisation mit Essigsäure dagegen sich vollständig niederschlägt: die kohlensauren Salze sind bessere Lösungsmittel als die essigsauren, weshalb bei der nachherigen Neutralisation mit Essigsäure der übriggebliebene Teil des Globulins ausfallen muss. Noch weiter findet Heynsius (1869, 75 p. 11) nach Kühne, dass die Menge des aus dem verdünnten Serum ausgeschiedenen Globulins mit der Verdünnung steigt. So scheiden sich bei 10-facher Verdünnung unter Einwirkung von Kohlensäure nur 0,83°/o Globulin (Kühne’s Paraglobulin), bei 40-facher Verdünnung desselben Ochsenserums mit Wasser—1,12% aus. Auch Schmidt wies deutlich darauf hin, obgleich er keine Zahlen gab, dass die Menge des durch Kohlensäure ausgeschiedenen Globulins mit der Verdünnung ebenfalls anwächst (1862, p. n. 122). Diese von Schmidt angeführten Thatsachen Hess Kühne seiner Zeit ausser Acht, infolgedessen seine Ansicht durch die oben erwähnten Angaben von Heynsius eher, als man hätte erwarten können, widerlegt wurde. Ausserdem zeigte Heynsius, hauptsächlich auch für das Ochsenserum, dass der durch Essigsäure bewirkte Niederschlag aus 4 Bestimmungen durchschnittlich 0,882% betrug, während die Gesammtmenge der durch Kohlensäure und durch nachfolgende Sättigung mit Kochsalz erhaltenen Niederschläge nach denselben Bestimmungen = 2,23% war. Abgesehen davon, dass auf diese Art mehr
*) Daraufhin kann es nicht wundern, dass man in der Folge hei Eichwald (45 p. 48) auf einen solchen Ausdruck: „Serumcasem von Kühne, nicht von Panum“ stösst, was auch ganz richtig ist.
2) „Wenn aus 10-fach verdünnten Serum das Globulin mit COa vollständig ausgefällt worden ist, so dass auch bei weiterem Verdünnen und
Einleiten von CO2 keine Trübung mehr entsteht, so fällt eine Spur Essigsäure noch einmal einen weissen, pulvrigen Körper aus, der in 0-haltigem Wasser unlöslich ist, sich sehr langsam in neutralen Alkalisalzen, leicht in verdünnten Säuren und Alkalien auflöst“ (94 p. 175).