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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
baren Mängeln. Es kostete Eichwald grosse Mühe durch Verdünnung mit Wasser und Einwirkung von Kohlensäure die sämmtliche Prote'insubstanz auszufällen. Grosse Vorzüge bot offenbar die Dialyse, auf Grund dessen Aronstein l) und Schmidt eine Reihe Untersuchungen unternahmen, um aus Serum, Eiweiss u. dergl. aschenfreie Prote'insubstanz darzustellen. Gleich anfangs fand Aronstein (3 p. 82—3) und bestätigte Schmidt durch quantitative Bestimmungen (158 p. 100), gleichsam, fügen wir hinzu, um den Gedanken aller ihrer Vorgänger in Bezug auf die Unlöslichkeit des „Albumins“ zu unterstützen, dass das „Albumin“ dabei teilweise in den Niederschlag übergeht, wie das schon Kühne bemerkt hatte (p. n. 129). Aronstein (3 p. 82-—3) identificirt jedoch die aus Serum und Hühnereiweiss im Dialysor ausgeschiedenen Niederschläge (Seroglobin und üvoglobin) mit Globulin, während sie, seiner Ansicht nach, für Albumin (wahrscheinlich eine Anspielung auf Kühne) gehalten wurden (ib.p.83). Da Aronstein seine Arbeit hauptsächlich zu dem Zwecke unternommen hatte, um die Richtigkeit von Graham’s Satz über die Gewinnung von „aschenfreiem Albumin“ zu prüfen, so fand er es nicht für nötig, zuerst das Globulin durch Kohlensäure oder Essigsäure auszuscheiden, ja nicht einmal das Eiweiss oder das Serum zu neutralisiren, sondern nahm letzteres, wie es war, zerschnitt ersteres mit der Schere, vermischte dieses und jenes mit dem gleichen Volum Wasser und filtrirte (ib. p. 79—80). Kühne’s Versuch war im ganzen zweckmässiger angeordnet (p. n. 130). Trotzdem bedient sich Schmidt zu derselben Zeit desselben Verfahrens wie Aronstein (158 p. 95) und constatirt gleichfalls vollkommene Identität der durch Dialyse erhaltenen Niederschläge mit den in Serum und Eiweiss durch Säuren hervorgebrachten, obgleich das nach 24 Stunden vom Dialysor genommene Globulin in Salzen und Säuren schwerer als ersteres sich löst (ib. p. 100). Die Dialyse sieht Schmidt sogar für eine zur quantitativen Bestimmung des Globulins zweckmässige Methode an a). Nach 24 — 36-stiindiger Dialyse (ib. p. 101) findet Schmidt in Ochsenserum aus 7 Bestimmungen durchschnittlich 0,887 grm. (max. 1,105, min. 0,518), in Pferdeserum—0,539 grm. Globulin auf je 100 (ib. p. 102), in Hühnereiweiss durchschnittlich—0,134 (max. 0,148, min. 0,114) auf je 100 (ib. p. 103). Was die nach der Dialyse erhaltene Flüssigkeit anbetrifft, so bestätigt Aronstein, nach Abtrennung der Niederschläge und nach-heriger Untersuchung, Graham’s Beobachtungen in der Hinsicht, dass die abfiltrirte Flüssigkeit keine Asche enthält, was er jedoch nur in 5 Fällen (2 an Eiweiss und 3 an Serum) beobachtete, als er sich des feinsten englischen Papiers bediente; in allen andern Fällen, bei Benutzung von gröberem Papier, konnte, wenn auch nur qualitativ, Asche nachgewiesen werden. Schon dies allein veranlasst Aronstein auszusagen, dass die Salze mit der Auflösung des „Albumins“ nichts zu schaffen haben und dass dieses, im Gegensatz zum Globulin, eine wasserlösliche Substanz sei 3). Welches sind nun die Eigenschaften der Flüssigkeit, welcher das Globulin und die Salze entzogen sind und welche Aronstein sich genötigt glaubte „salzfreie Albuminlösung“ zu nennen, obgleich dieselbe Asche enthält? Was charakte-
‘) Von manchen wird dieser Autor fälschlich Aronsheim genannt.
!) „Quantitative Bestimmungen der fibrinopla-stischen Substanz lassen sich mit Hülfe der Dialyse besser als auf irgend einem andern Wege ausführen“ (158 p. 101).
*) „Jedenfalls ergeben diese Versuche auf das Unzweifelhafteste, dass die Salze mit der Auflösung des Albumins nichts zu schaffen haben, resp. dass dasselbe, im Gegensatz zur fibrino-
plastischen Substanz, ein in Wasser löslicher
Eiweisskörper ist.......Ich wiederhole, dass in
den fünf Versuchen, welche ich mit dem feineren englischen Papier anstellen konnte (3 Mal mit Blutserum, 2 Mal mit Eiereiweiss), die Entfernung der Salze durch die Dialyse so vollständig gelang, dass der trockene Rückstand der Eiweisslösungen beim vorsichtigsten Verbrennen keine Spur qualitativ, geschweige quantitativ, nachweisbarer Asche zurückliess“ (3 p. 84),