﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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risirt diese Lösung besonders? Aronstein findet, dass solche Flüssigkeiten in der Wärme nicht mehr coaguliren, weder bei einfachem Kochen noch beim Ansäuern mit Essigsäure und auch unter der Einwirkung von 15—20 Yol. Alkohol keinen Niederschlag ausscheiden; der Zusatz von concentrirtem Diffusât gab der Flüssigkeit die Fähigkeit wieder, in der Wärme oder durch Alkohol zu coaguliren. Dieses zeigt, nach Aronstein, dass das Albumin unter der Einwirkung der Dialyse im Laufe mehrerer Tage keinerlei materielle Veränderungen erfahren hatte, infolge deren es die Fähigkeit in der Wärme zu coaguliren hätte einbüssen können, dass aber die vollständige Entziehung der krystallo'idalen Bestandteile der prote'inhaltigen Flüssigkeiten Unfähigkeit zu coaguliren nach sich ziehe. Jawohl, das Albumin des Serums wie auch dasjenige des Eiweisses gerinnt weder beim Kochen noch unter der Einwirkung von Alkohol. Die Eigenschaft der „natürlichen“ (!) albuminhaltigen Flüssigkeiten zu coaguliren hänge von der Gegenwart krystalloïdaler Substanzen, namentlich von Salzen, ab ‘). Wie voreilig ein derartiger Schluss ist, erhellt schon daraus, dass Aronstein ganz ausser Acht gelassen hatte, dass die Fähigkeit genannter Flüssigkeiten in der Wärme zu gerinnen nicht nur durch das „Albumin“ sondern auch durch das Globulin bedingt wird, von den mineralischen Bestandteilen nicht zu reden! Aronstein, wiederholen wir, denkt nur deshalb, dass die Gerinnungstemperatur durch die Salze bedingt wird, weil das zu einem möglichst kleinen Volum abgedampfte Diffusât der aus dem Dialysor genommenen Flüssigkeit zugesetzt, der Mischung die Eigenschaft wiedergiebt in der Wärme und durch Alkohol zu gerinnen a). So hält Aronstein und nach ihm Schmidt für eine wesentliche Eigenschaft einer Albuminlösung, welcher die Salze entzogen sind, dèren Unfähigkeit in der Wärme oder unter der Einwirkung von Alkohol zu coaguliren! Doch verliert dieses Critérium jeglichen Sinn und auch seine Bedeutung als besondere Charakteristik für das gesuchte „Albumin“, da durch blosse Verdünnung mit Wasser oder sogar mit Flüssigkeiten, denen das Globulin nicht entzogen worden' war, nämlich mit unverändertem Serum oder Eiweiss, ein noch auffallenderes Resultat—d. h. die Unfähigkeit durch Einwirkung von Wärme oder Alkohol einen Niederschlag auszuscheiden — erreicht wird, was schon seit Ende des XVIII Jahrhunderts bekannt war (p. n. 67), Ueber-dies wirft sich bei aufmerksamem Lesen von Aronstein’s und Schmidt’s Arbeit unwillkürlich die Frage auf, ob die von ihnen bemerkten Veränderungen in den pro-te'inhaltigen Flüssigkeiten von dem Dialysationsprocesse bedingt oder das Resultat der Verdünnung mit Wasser waren. Aronstein verdünnte 3) die nach der Dialyse filtrirte Flüssigkeit mit dem 8—10-fachen Volum Wasser (3 p. 84), nachdem während des Dialysationsprocesses deren Volum durch das die Diffusionszelle von aussen umgebende Wasser sich um 50% vergrössert hatte, wie der Autor selbst angiebt
*) „Das reine Serum, resp. Eialbumin ist also weder in der Siedhitze noch im Alkohol coagu-label; die allbekannte Wirkung dieser Agentien auf die natürlichen Albuminlösungen beruht auf ihrem Gehalt an krystalloiden Substanzen (3 p. 85). Das Albumin ist ein vollkommen in Wasser löslicher Körper, zu dessen Auflösung in den thierischen Flüssigkeiten weder die löslichen noch die unlöslichen Salze derselben irgend etwas beitragen“ (ib. p, 92).
s) „Concentrât man das Diffusât auf ein möglichst kleines Yolum und mischt es wieder zu der aus der Diffusionszelle genommenen Eiweisslösung, so hat dieselbe ihre früheren Eigenschaf-
ten wiedererlangt, sie gerinnt nun wieder beim Kochen und bei Zusatz von Alkohol“ (3 p. 84—5), ’) „Verdünnt man eine durch Dialyse gereinigte und filtrirte Albuminlösung mit 8—10 Theilen dest. Wasser, säuert sie schwach mit Essigsäure an und kocht, so bleibt sie völlig klar“; (in Anmerk.: „Selbstverständlich wird auch die nicht angesäuerte, salzfreie Albuminlösung durch Kochen nicht verändert“), „Ebenso erleidet sie nicht die mindeste Veränderung durch Zusatz grosser Quantitäten starken, selbst absoluten Alkohols (in Anmerk.: „Ich wendete stets das 15—20 fache Yolum Alkohol an“ (ih. p. 84),