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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
die mit den Exponenten „3“ bezeichnten Salze das Serum in verschiedenem Maas-se fällen; die das Serum vollständig fällenden sind mit „5“ bezeichnet, während die übrigen Salze auf die Flüssigkeit keinen Einfluss ausüben, d. h. keinen Niederschlag bewirken.
Im Gegensatz zu Halliburton findet Lewith jedoch, dass Chlorkalium, Natriumsulfat und Natriumphosphat ebenfalls Fällung bedingen (103 p. 5). Die fraction-nirte Fällung wurde auf dieselbe Weise wie bei Kauder ausgeführt (ib. p. 6). Vollständige Fällung bewirkte Sättigung mit Kaliumacetat (ib. p. 9). Sowohl Calciumoxyd als auch Calciumnitrat bewirken vollständige Fällung ohne die oben erwähnte Pause zwischen der Fällung des Globulins und derjenigen des Albumins, wobei die Niederschläge bald in den in Salzen unlöslichen Zustand übergehen (ib. p. 13).
Marcus (112 p. 562) endlich, der von folgender Behauptung einiger der genannten Autoren ausging: „die Fällung mittelst Sättigung durch schwefelsaure Magnesia, ebenso wie die Fällung durch Halbsättigung mit schwefelsauren Ammon gelten auch heutzutage (1899) als die überall übliche Methode der Globulinbestimmungen im Serum“, gelangte auf Grund seiner Experimente zu folgendem Schlüsse: „Bei Versuchen zur Reindarstellung von Albumin und Globulin aus Serum hat es sich gezeigt, dass die Methoden jenen Körper zur Abscheidung zu bringen, welchem ursprünglich der Name Globulin gegeben wurde, unzutreffend sind. Die ersten diesbezüglichen Wahrnehmungen ergaben sich bei der Dialyse einer grösseren Menge durch halbe Sättigung mit schwefelsaurem Ammon unlöslich gemachten und von Albumin abfiltrirten Serumglobulins. Auch nachdem durch wochenlange Dialyse sowohl Sulfat—als Ammonreaction verschwunden war, fand ich nur eine relativ geringe Menge eines unlöslich gewordenen Eiweisskörpers, die über dem zu Boden gesunkenen Globulin stehende Flüssigkeit hingegen war sehr eiweissreich“. Ausserdem meint Marcus auf Grund seiner Untersuchungen: „die Löslichkeit dieses Körpers konnte also durch Anwesenheit von Salzen nicht bedingt gewesen sein“ (ib. p. 563).
Obige Thatsachen zeigen, dass diese Salze nicht nur das Albumin sonden auch das Globulin fällen. Andererseits darf man nicht vergessen, dass nicht alle löslichen und neutralen Salze, wie dies aus den oben angeführten Thatsachen und auch aus zahlreichen Versuchen Hofmeister’s (83 p. 247, die Einzelheiten s. Kap. XI über den Einfluss der Salze) folgt, das Globulin fällen. Nicht nur diese Umstände nähern das Globulin dem Albumin in Bezug auf deren Verhalten gegen die Salze, sondern auch die den beiden Körpern oder, richtiger gesagt, diesen uns interessirenden Präparaten der prote'inhaltigen Flüssigkeiten eigentümliche Fähigkeit, unter dem Einflüsse z. B. von Chlorcalcium, salpetersaurem Calcium und auch Calciumhydrat in den unlöslichen Zustand überzugehen.
Trotzdem giebt es bis jetzt Autoren, welche sich bestreben, mittelst fraction-nirter Fällung durch Salzlösungen verschiedener Concentration verschiedene Albumine und Globuline ins Leben zu rufen!... So teilen v. Limbeck (107 p. 168) und v. Limbeck & Pick (108 p. 563) die Protemsubstanzen folgendermaassen ein: „Das frisch denbrinirte, durch Aderlass gewonnene Blut wurde mit einer isotonischen Salzlösung auf das 10-faehe verdünnt und in einem Spitzglase sich selbst überlassen. Nach 20—24 St. wurde das klare Serum abgehebert und in je einer Portion desselben 1. das Gesammteiweiss durch Fällung mit dem 5-fachen Vol. Alkohol etc. (nach Hoppe-Seyler) und 2. das Globulin durch Fällung mit dem gleichen Volum einer kaltgesättigten Ammoniumsulfatlösung (nach Pohl) bestimmt. Die Subtraction beider Zahlen gab uns den Albuminwerth“.