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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES ElWEISSeS.
der Wärme vollständig gerinnt, wird die Flüssigkeit neutral und stellt eine Albu-minlösung in neutralen Salzen, Chlornatrium und Natriumacetat, vor, während bei der Sättigung dieser Flüssigkeit mit Kochsalz das Albumin nicht ganz ausfällt. Ausserdem werden die erhaltenen Lösungen von Wasser gefällt; besonders gut geht die Fällung bei der Verdünnung mit 100 Vol. Wasser vor sich; wird die Lösung mit 500 Vol. Wasser versetzt, so kann die Gegenwart einer Proteünsubstanz in dem Filtrat nur noch mit Mühe nachgewiesen werden. Der dabei erhaltene Niederschlag zeichnet sich durch seine Schwerlöslichkeit aus. Um eine Lösung zu erhalten, welche wie die anfängliche neutral reagire, setzt Eichwald anstatt Natriumcarbonat tropfenweise ein Alkali bis zu stark alkalischer Reaction auf Lakmus zu und neutralisirt dann mit verdünnter Essigsäure (ib. p. 101). Auf diese Weise wird eine Albuminlösung in Natriumacetat und Natriumcarbonat erhalten, infolgedessen sie beim Kochen gerinnt, wobei die Bildung der Niederschläge quantitativ von dem grossem oder geringeren Salzgehalte und der Temperatur abhängt: bei niedrigeren Temperaturen ist auch die Ausscheidung-geringer; die Einführung neutraler Salze vergrössert die Menge der Niederschläge, vollständige Fällung aber wird niemals, nicht einmal bei der Versetzung mit einem gleichen Volum gesättigter Kochsalzlösung erhalten. Wird aber die Lösung mit einem Überschuss vom gepulvertem Salz gekocht, so scheint vollständige Fällung zu erfolgen, da das mit Essigsäure und gelbem Blutlaugensalz behandelte Filtrat keinen Niederschlag ausscheidet. Übrigens erfolgt Fällung auch bei gewöhnlicher Temperatur durch grosse Mengen eines neutralen Salzes, doch keine völlige, — ein Teil bleibt gelöst (45 p. 102). Plosz (136 p. 229) bestätigt *) Eichwald’s Angaben, nämlich dass Kochsalz und Salzsäure die sämmtliche Quantität der im Serum enthaltenen Pro-te'insubstanz ausscheidet, wobei der Niederschlag in chemischer Beziehung eine homogene Substanz voistellt. Der von Plosz erhaltene Niederschlag löst sich, sowohl nach dem Abfiltriren und Abpressen zwischen Fliesspapier als auch nach vorangegangenem Auswaschen mit halbgesättigter Kochsalzlösung, in Wasser und reagirt sauer; nach erneuter Fällung durch Sättigung mit Kochsalz scheidet sich jedoch ein Niederschlag aus, der nach der Auflösung in Wasser neutral reagirt (ib. p. 228) und im allgemeinen die Reactionen des Globulins aufweist. Heynsius’ Vorschlag (77 p. 239) die Proteünsubstanzen mit Essigsäure und Kochsalz zu fällen veranlasste Salkowski (146 p. 689) seinerseits behufs vollständiger Fällung der proteünhaltigen Flüssigkeiten. folgendes Verfahren anzuraten. In einen trocknen Kolben werden 20 grm. Kochsalz, dann z. B. 50 cc. Blut, ferner 100 cc. eines aus 7 Vol. gesättigter Kochsalzlösung und 1 Vol. Essigsäure (acid. acet. dil. Pharm, germ.) bestehenden Gemenges eingeführt. Nach gutem Umschütteln lässt man die Lösung 15—20 Minuten abstehen und filtrirt dann den Niederschlag ab, wobei das Filtrat ganz frei von Proteünkörpern sein soll. Unter dem Einflüsse dieses Vorschlags empfiehlt Hofmeister (82 p. 319) seinerseits zur vollständigen Fällung der Proteünsubstanzen Sättigung mit Magnesiumsulfat und nachfolgender Fällung mit verdünnter Schwefelsäure. Dasselbe Verhalten des Magnesiumsulfats in Gegenwart von Säuren studirte Ott an den Proteünkörpern des Urins (126 p. 255). Der Niederschlag wird in Wasser aufgelöst, und die Lösung dialysirt, wobei in der Diflüsionszelle eine sauer reagirende und mit dem Charakter des „unveränderten Albumins“ ausgestattete Flüssigkeit erhalten wird. Von dem Satze [den schon Eichwald (45 p. 139—144) aussagte, dessen Hammarsten aber nicht erwähnt] ausgehend, dass unter dem Einflüsse schwa-
‘) Es muss hier erklärt werden, dass Plosz’s Eichwald’s Angaben von J. 1869 (44 p. 239) im Arbeit, welche im J. 1870 erschien, nach Eich- Auge hatte, die dieser später (1873, 45 p. 106 wald’s im 1873 erschienener angeführtist,weilPlosz u. 163) weiter entwickelte.